Blow-up-Gefahr auf A93: Mehrmals täglich wird kontrolliert – Bisher „überschaubare Risse“

Von Martin Rutrecht · 3. August 2026 um 15:00

Sie sind eine Gefahr für alle Nutzer von Autobahnen mit älteren Betondecken: Blow-ups, plötzliche Aufbrüche. Schon zweimal wurden in diesem Sommer in Ostbayern Teilstücke wegen solcher Hitzeschäden gesperrt. Ein neuralgischer Abschnitt ist auch die A93 zwischen Saalhaupt und Elsendorf im Landkreis Kelheim. So ist die Lage dort.

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Hohe Temperaturen bringen Fahrbahndecken in Bewegung. Asphaltbelägen kann Ausdehnung nichts anhaben, doch bei alten Betonplatten können sie zu Aufbrüchen führen. Die A93 zwischen Dreieck Saalhaupt und Elsendorf stammt aus dem Jahr 1984. Im Juni 2013 starb durch einen Blow-up ein 59-jähriger Motorradfahrer nahe der Ausfahrt Abensberg, er krachte wegen des plötzlichen Aufbruchs in die Leitplanke.

Seit damals wurden zur Schadensbegrenzung „in Abständen von rund 400 Metern Asphaltstreifen quer über die Fahrbahnen eingebaut. Dadurch werden hitzebedingte Spannungsspitzen in den alten Betonfahrbahnen verringert“, erklärt Christoph Graebel, Sprecher der Autobahn GmbH Südbayern für den Raum Regensburg. In den Monaten Mai bis September gilt für Motorräder zudem ein Tempolimit von 80 km/h.

Ständig werden alte Betonplatten ausgetauscht

Trotz der hohen Temperaturen halten sich die Schäden im Abschnitt bisher im Rahmen. „Es gab überschaubare Rissbildungen im Bereich der Fugen zwischen einzelnen Platten, die umgehend repariert oder auch durch Asphalt ersetzt werden“, so Graebel. „Mehrmals täglich“ fährt die Autobahnmeisterei Kontrollen. Regelmäßig würden schadhafte Betonplatten repariert oder ausgetauscht.

Gröbere Probleme bereiteten die Hitzefolgen auf anderen Autobahn-Teilstücken. Auf der A93 zwischen Weiden-Süd und Luhe-Wildenau musste Ende Juni der linke Fahrstreifen in Richtung Regensburg gesperrt werden. Ähnliches geschah auf der A3 zwischen Iggensbach und Hengersberg – hier war die ganze Autobahn Richtung Regensburg für die Reparatur dicht. Unfälle durch Blow-ups blieben bislang aus.

Reagieren könnte die Autobahn GmbH auch mit einer weiteren Herabsetzung des Tempolimits. „Wenn sich der Zustand der Fahrbahn dahingehend verschlechtert, dass sich die Verkehrssicherheit nur mit weiter reduzierter Geschwindigkeit aufrechterhalten lässt, dann ja“, sagt Graebel. Aktuell gebe es dazu aber keinen Anlass.

Sanierung läuft in 2027 an

Die beste Vorkehrung sei die Sanierung des Abschnitts. Dazu laufen für die 13 Kilometer von Saalhaupt bis Abensberg die Planungen. Vorarbeiten beginnen in 2027. Noch heuer im Oktober werden die Ein- und Ausfahrtstreifen der Anschlussstelle Abensberg in Richtung Hof provisorisch verbreitert. Die Maßnahme ist für die spätere Verkehrsführungen während der Bauarbeiten erforderlich.

Wie sich die Blow-up-Gefahr in den nächsten Wochen entwickeln werde, lasse sich nicht einschätzen, erklärt der Sprecher. „Das ist witterungsabhängig – nicht von der Vorhersage, sondern von den tatsächlichen Wetterbedingungen vor Ort.“ In jedem Fall besonders fordernd seien die heißen Temperaturen bei den Arbeiten auf den Autobahnen. „Das gilt für die Beschäftigten der Autobahnmeistereien genauso wie für die Mitarbeiter auf den laufenden Baustellen.“