Rettung für Kaiser-Therme in Bad Abbach? Verkauf an Investor zeichnet sich ab

Es ist eine Zitterpartie mit (noch) ungewissem Ausgang. Die Kaiser-Therme in Bad Abbach (Landkreis Kelheim) muss bis Ende September einen privaten Käufer finden. Sonst ist Schluss. Die Investorensuche befindet sich laut aktuellem Träger auf der Zielgeraden. Auch die Personalratsvorsitzende geht von einer Zukunft für das Kurbad aus.
In der Kaiser-Therme ist von der nahenden Entscheidung mit großer Tragweite nichts zu spüren. Der Betrieb läuft, Gäste kommen und gehen. Doch eine Frage taucht immer wieder auf: „Wie geht es weiter?“ Vor genau zwei Jahren hat der öffentliche Träger, der Zweckverband Kurmittelhaus Bad Abbach, entschieden, aus der Therme auszusteigen. Im Verband sind der Bezirk Niederbayern (60 Prozent Anteil), der Landkreis Kelheim und der Markt Bad Abbach (je 20 Prozent) vertreten.
Eine Sanierung samt Aufwertung der Angebote für rund 50 Millionen Euro sei aus öffentlicher Hand nicht mehr zu stemmen, lautete das Hauptargument. Bis heute wird kritisiert, namentlich von der Initiative „ProTherme“, dass Bad Abbach „verscherbelt“ werde, während man in andere niederbayerische Thermen weiterhin investiere. Der Beschluss des Ausstiegs zum 30. September 2026 blieb unumstößlich. Mit einer EU-weiten Ausschreibung im Oktober 2025 ging der Zweckverband auf Suche nach einem privaten Investor, der das Kurbad weiterbetreiben soll. Angeboten werden auch umliegende Grundstücke, auf denen ein Hotel und/oder Appartements entstehen könnten.
Da der Verkaufsprozess unter strikter Geheimhaltung läuft, war bis dato nicht bekannt, ob es potenzielle Investoren gibt. Nun aber sagt Zweckverbands-Geschäftsführerin Katrin Landes auf Anfrage unserer Zeitung: „Aufgrund der bislang vorliegenden Angebote gehen wir von einem erfolgreichen Abschluss aus.“ Darunter sei auch der angepeilte Erhalt der Kaiser-Therme zu verstehen. Man befinde sich mit den Gesprächen auf der Zielgeraden, der Kreis der Investoren habe sich eingegrenzt.
Im September soll über den Verkauf der Kaiser-Therme entschieden werden
Für den September werde eine Sondersitzung des Zweckverbands einberufen. „Dabei wird über einen Verkauf entschieden. Hiermit wird das Verfahren fristgerecht zu Ende gebracht“, so Landes. Von einem Betriebsübergang an den neuen Eigentümer bereits zum 30. September 2026 geht sie nicht aus. „Das muss auch noch nicht umgesetzt sein.“ Der Sommer werde für „intensive Vorbereitung“ der nächsten Schritte genutzt.
Am Dienstag, 21. Juli, ist im Kurhaus Bad Abbach eine turnusmäßige Zweckverbandssitzung anberaumt. Wird dabei möglicherweise schon das künftige Konzept skizziert? Vorgesehen ist jedenfalls die Verabschiedung des operativen Werkleiters Ralf Flatau, der vom Bezirk Niederbayern für 50 Prozent seiner Arbeitszeit der Kaiser-Therme zugeordnet war. Zum 30. April wurde Flataus Tätigkeit für Bad Abbach beendet.
Auf einen Fortbestand der Kaiser-Therme hoffen freilich die Mitarbeiter. Aktuell sind 43 Arbeitskräfte – auch in Teilzeit – im Kurbad beschäftigt. Im Gespräch mit unserer Zeitung zeigt sich Personalratsvorsitzende Marianne Rieger „sehr zuversichtlich“ im Hinblick auf einen erfolgreichen Verkauf. „Bislang hat noch niemand eine Kündigung erhalten“, sagt sie mit Verweis auf das Ende der öffentlichen Trägerschaft am 30. September. „Wir gehen von einer Zukunft der Kaiser-Therme aus, die Stimmung ist gut.“ Ob sie konkrete Informationen bezüglich Investoren hat, will Rieger nicht sagen. Da sei Sache des Zweckverbands.
„ProTherme“ bleibt nach wie vor skeptisch
Bei „ProTherme“, das den Erhalt in öffentlicher Hand oder in Form einer Genossenschaft fordert, bleibt man wie bisher skeptisch. „Wir beobachten mit großer Sorge einen Stillstand“, sagt Sprecher Ralph Schäfer, was auch einer mangelnden Transparenz der Verantwortlichen geschuldet sei.
„Ein seriöser Investor wird immer unwahrscheinlicher“, lautet seine Einschätzung. Niemand werde angesichts der allgemeinen schwierigen wirtschaftlichen Lage und eines Defizits im laufenden Betrieb – den auch die anderen Thermen Niederbayerns schreiben – Geld dafür ausgeben.