Kaiser-Therme in Bad Abbach: Der Werkleiter ist weg – Investoren-Suche läuft weiter

Von Martin Rutrecht · 15. Mai 2026 um 15:57

Mitten in den Verkaufsprozess der Kaiser-Therme in Bad Abbach (Landkreis Kelheim) platzt neuerlich eine Nachricht, die auf einen Umbruch vor der geplanten Privatisierung deutet: Werkleiter Ralf Flatau ist mit Ende April ausgeschieden. Die Gründe bleiben unklar.

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Flatau hatte die Leitung zum 1. August 2018 übernommen. Der damals 33-jährige Diplom-Betriebswirt war der erste Werkleiter, der direkt beim Bezirk Niederbayern angestellt wurde. „Er war für 50 Prozent seiner Arbeitszeit als operativer Werkleiter in die Kaiser-Therme abgeordnet“, erklärt Katrin Landes, Geschäftsführerin des Zweckverbands Kurmittelhaus Bad Abbach, der bis Ende September 2026 noch öffentlicher Träger der Therme ist.

Der Bezirk hält zu 60 Prozent gemeinsam mit dem Landkreis Kelheim und dem Markt Bad Abbach (jeweils 20 Prozent) diesen Zweckverband. „Die Abordnung von Ralf Flatau vom Bezirk Niederbayern zum Zweckverband Bad Abbach wurde zum 30. April beendet“, teilt Landes auf Anfrage unserer Zeitung mit. Zu den Gründen erklärt sie: „Da es sich um eine Personalangelegenheit handelt, bitte ich um Verständnis, dass wir zu den Hintergründen keine Informationen veröffentlichen.“ Im Rahmen der nächsten Verbandsversammlung im Juli werde Flatau verabschiedet.

Ende März hatte er noch die Nutzerzahlen in der Therme für das vergangene Jahr vorgestellt. Zu Buche standen 193.707 Besucher und Behandlungen. 2024 war mit 210.614 Gästen und Anwendungen deutlich besser, es sei aber auch ein „sehr gutes Jahr“ gewesen, sagte Flatau. Gleichzeitig hielt der Werkleiter fest, dass die Besucher trotz des Ausstiegs der öffentlichen Hand weiter zur Kaiser-Therme stünden.

43 Mitarbeiter sind derzeit in Bad Abbach beschäftigt

Flataus Aufgaben gehen auf den strategischen Werkleiter Franz Altmannsperger und die stellvertretende operative Werkleiterin Christine Brunner über. Weitere personelle Veränderungen seien nicht vorgesehen, erklärt Landes. Den aktuellen Stand an Mitarbeitenden gibt sie mit 43 (Teilzeit-)Beschäftigten an, was 27,69 Vollzeitkräften entspreche.

Wie es beim laufenden Verkaufsprozess aussieht, bleibt nach wie vor ein wohl gehütetes Geheimnis. Mehrfach hat der Zweckverband betont, dass jede Veröffentlichung von Informationen das Verfahren wegen rechtlicher Verstöße gefährden könnte. „Wie bisher befinden wir uns planmäßig im angedachten Zeit- und Maßnahmenplan“, sagt Landes nur. Ende September wird sich der Zweckverband auflösen. Bis dahin muss ein Käufer gefunden werden, der das Kurbad weiter betreibt. Sonst steht die Schließung der Therme bevor.

Die BI „ProTherme“, die den Weiterbetrieb in öffentlicher Hand oder als Genossenschaft fordert, zweifelt an einem erfolgreichen Abschluss. „Es wird keinen seriösen Investor geben, gerade in diesen wirtschaftlich sehr schwierigen Zeiten“, sagt Sprecher Ralph Schäfer einmal mehr. Nach wie vor ist man bei der Initiative sehr enttäuscht, dass über Alternativen – wie die Gründung einer markteigenen Genossenschaft – „jedes Gespräch verweigert wird“.

Bei „ProTherme“ hat sich auch der Ärger darüber, dass die jüngste der niederbayerischen Thermen verkauft wird, nach wie vor nicht gelegt. Von den „gesunden Fünf“, wie sich die Thermengemeinschaft für das Marketing betitelt, „schreiben vier tiefrote Zahlen, darunter hat Bad Abbach die geringsten Verluste“, so Schäfer.

Verluste in allen fünf niederbayerischen Thermen

Die Haushaltssätze Ende des vergangenen Jahres wiesen bei der Wohlfühl-Therme Bad Griesbach für 2025 über 3,9 Millionen Euro Minus aus, die Rottal-Therme Bad Birnbach landet bei knapp 3,5 Millionen. Mit 3,3 Millionen Euro folgt die Limes-Therme in Bad Gögging im Negativranking. Die Kaiser-Therme schließt das Jahr mit 2,23 Millionen Verlust ab.

Einzig die Europa-Therme Bad Füssing hält sich mit minus 570.000 Euro passabel. Bei allen Kurbädern, mit Ausnahme Bad Abbachs, rühren die Verluste allerdings auch aus kräftigen Investitionen. Dazu konnte man sich bei der Kaiser-Therme nicht mehr durchringen.