Änderung beim Schwandorfer Bürgerfest beschlossen: Warum 2027 ein Festort wegfällt

Von Vanessa Ebert · 29. Juli 2026 um 05:00

Dieser Termin ist ein Muss für viele Schwandorfer: das Bürgerfest, das die Stadt alle zwei Jahre gemeinsam mit den hiesigen Vereinen auf die Beine stellt. Außer Frage steht, dass es auch 2027 wieder eine Auflage des Festes geben wird. Eine Änderung gibt es aber im Hinblick auf die Festorte. Wie die Stadträte nun einstimmig beschlossen, wird das Bürgerfest im nächsten Jahr flächenmäßig kleiner.

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Zehntausende Besucher lauschten bei der 23. Auflage im Juli 2025 den Bands, probierten sich durch verschiedenste kulinarische Angebote und feierten gemeinsam auf acht Plätzen im Stadtgebiet. Der Termin für die nächste Auflage steht bereits: vom 9. bis 11. Juli 2027 wird in der großen Kreisstadt wieder gefeiert. Was die Festorte betrifft, gibt es aber noch Optimierungsmöglichkeiten, wie in der Sitzung des Stadtrates am Montag deutlich wurde. „Ein Blick auf die Entwicklung zeigt, dass das Bürgerfest in den vergangenen Jahren immer größer geworden ist“, sagte Susanne Lehnfeld, Leiterin des Amtes für Kultur und Tourismus in der Großen Kreisstadt.

Wie sie den Stadträten erklärte, bestand das Bürgerfest früher aus fünf Festplätzen: Wendelinplatz, Schlesierplatz, Breite Straße, Marktplatz sowie Adolf-Kolping-Platz. Im Jahr 2013 sei dann die Kirchengasse hinzugekommen und im Jahr 2017 auch der Blasturm. Der Stadtpark wurde laut Lehnfeld erstmals 2019 als Ersatz genutzt, weil der Wendelinplatz umgebaut wurde und nicht zur Verfügung stand. 2023 diente er dann ebenfalls als Ausweichfläche, da der Schlesierplatz saniert worden war. Beim Bürgerfest 2025 konnten wieder alle Plätze genutzt werden, so die Amtsleiterin. Der Stadtpark aber blieb ebenfalls Teil des Festgeländes – und so wurde im vergangenem Jahr auf insgesamt acht Plätzen gefeiert.

Großes Festgelände hatte offenbar auch Nachteile

Die Erfahrung habe aber gezeigt, dass sich die Besucher auf dem großen Festgelände und sämtlichen Verbindungsstraßen stärker verlaufen, teilte die Leiterin des Kulturamtes mit. Das habe dazu geführt, dass einzelne Festplätze, Essens- und Getränkestände sowie Programmangebote zeitweise weniger frequentiert wurden. Vor allem der Stadtpark war nach den Beobachtungen der Stadtverwaltung „deutlich schwächer besucht als in den Vorjahren“. Gleichzeitig aber verursacht der Stadtpark hohe Kosten. Laut Beschlussvorlage sind im Jahr 2025 allein dort für Infrastruktur, Veranstaltungstechnik und Musikprogramm sowie für Sicherheits- und Sanitätsdienst mit zusätzlicher Wasserabsicherung Kosten in Höhe von rund 35.500 Euro entstanden.

So ausgelastet wie hier war der Stadtpark im Verlauf des Bürgerfestes 2025 nicht zu jeder Zeit. Im Jahr 2027 soll das Areal daher nicht mehr zur Festmeile werden. - Foto: Dietmar Zwick, Archiv

Daher schlug die Verwaltung dem Gremium vor, das Bürgerfest 2027 wieder auf die Innenstadt zu konzentrieren und den Stadtpark nicht mehr ins Festgelände einzubeziehen. Durch die Bündelung erhofft sich die Stadt, dass sich mehr Besucher an den Festplätzen, Ständen und in den Straßen der Innenstadt aufhalten. Ziel sei eine lebendige Atmosphäre, von der Vereine, Gastronomie und Standbetreiber gleichermaßen profitieren. Für die Sportarena des SV-Schwandorf-Ettmansdorf, die bisher im Stadtpark aufgebaut wurde, würde sich „mit Sicherheit eine Lösung finden lassen“, bekräftigte Lehnfeld.

Am Sonntag ist künftig früher Schluss

Die Öffnungszeiten haben sich dabei laut Verwaltung im Großen und Ganzen bewährt. Lediglich eine kleine Änderung war in der Beschlussvorlage angeregt: Am Sonntag sollen Musik und Ausschankbetrieb um 22 Uhr enden. Beim letzten Bürgerfest war noch bis 23 Uhr geöffnet, das habe sich aber für die Standbetreiber, insbesondere für die Helfer aus den Vereinen, als zu spät erwiesen.

Unter den Stadträten kam dabei die Frage auf, ob die Vereine ein dreitägiges Fest auch stemmen können. „Wir wissen, das ist ein Aufwand“, meinte Lehnfeld dazu. Doch kein Verein sei auf die Stadtverwaltung zugekommen, um ein solches Problem zu thematisieren. Laut der Leiterin des Kulturamtes ergibt es durchaus Sinn, dass das Fest auf drei Tage ausgelegt ist: „Am Freitag ist die Bude voll“, meinte sie. Karin Frankerl, Vorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat, wies auch auf die Möglichkeit für Vereine hin, nur an zwei Tagen am Fest teilzunehmen. Den Öffnungszeiten und dem dreitägigen Betrieb stimmte die große Mehrheit zu.

Stadt stellt rund 237.000 Euro für Bürgerfest bereit

Für das Bürgerfest in der Variante ohne den Stadtpark veranschlagt die Stadt dabei Haushaltsmittel in Höhe von 237.000 Euro. Der größte Posten ist dabei das Musik- und Bühnenprogramm, für das 74.000 Euro vorgesehen sind. Auch für Infrastruktur und den Betrieb (18.000 Euro), Veranstaltungssicherheit (54.000 Euro), Bühnentechnik (68.000 Euro) und Öffentlichkeitsarbeit (23.000 Euro) fallen Kosten an. Dabei rechnet die Stadt mit Einnahmen in Höhe von 35.000 Euro durch Platz- und Standgebühren sowie Bühnensponsoring.

Mit dem Beschluss gab der Stadtrat grünes Licht für die weiteren Planungen und den Beginn der Ausschreibungen, die im September starten sollen.

Weitere Themen aus dem Stadtrat

Ausstattung der Feuerwehren: Der Landesfeuerwehrverband (LFV) hat im Auftrag des bayerischen Innenministeriums das Projekt Sammelbeschaffung eines Löschgruppenfahrzeugs (LF) 10 gestartet. Um unter anderem Kostenvorteile zu erzielen und Verwaltungsaufwand zu senken, beschloss der Stadtrat im vergangenen Herbst, dass für die Feuerwehren Dachelhofen und Ettmannsdorf ein solches anstelle eines LF 20 beschafft werden soll. Laut Beschlussvorlage wollen die Feuerwehren jedoch nicht an der Sammelbestellung teilnehmen und stattdessen nach individuellen Vorgaben bestellen. Dem Wunsch folgte der Stadtrat einstimmig.

Zuschüsse an Sportvereine: Bewilligt wurde auch die Sportförderung für Vereine in Höhe rund 202.000 Euro. Den größten Teil – nämlich 153.000 Euro – machen die direkten Zuschüsse an die Vereine aus. Der Rest verteilt sich an den Stadtverband für Sport oder auf die Verrechnung von Benutzungsgebühren.

Betreuungsplätze: Der AWO Schülerhort an der Lindenschule wird künftig 25 Betreuungsplätze mehr anbieten. Damit sollen bald 100 Plätze zur Verfügung stehen. Die Stadt will so dem hohen Bedarf gerecht werden.

Klimaschutzprogramm: Der Stadtrat beschloss die Einführung eines Energiesparmodells, das auch vom Bund gefördert wird. Kinder und Jugendliche sollen motiviert und fachlich begleitet werden, aktiv zum Klimaschutz beizutragen. Die Grundschulen Fronberg und Ettmannsdorf sowie die Kreuzbergschule haben laut Verwaltung bereits Interesse am Projekt bekundet.