Zehntausende feiern friedlich beim Bürgerfest in der Schwandorfer Innenstadt

Von Hubert Heinzl · 14. Juli 2025 um 05:00

Zehntausende von Besuchern verwandelten beim 23. Bürgerfest die Schwandorfer Innenstadt in eine große Partymeile. Von Freitag bis Sonntag feierten die Menschen friedlich und in bester Stimmung sich selbst und ihre Stadt. Kulinarisch und musikalisch war Vielfalt angesagt.

Video ansehen

Mehr als 70 Musikgruppen machten mit bei der 23. Auflage des Bürgerfests. Oberbürgermeister Andreas Feller sprach am Freitagabend bei der offiziellen Eröffnung sogar von 80 Bands und Kapellen. Am Schlesierplatz, der vor zwei Jahren wegen des Umbaus nicht zur Verfügung gestanden hatte, zapfte der OB das erste Fass Bier an. Gefeiert wurde aber auch an sieben weiteren Festplätzen – vom Stadtpark an der Naab bis zum Blasturm oben.

Wer da angesichts des dicht gepackten Programms den Überblick behalten wollte, musste weite Wege gehen. Etwa 28 000 Schritte zählte die digitale Uhr des Video-Kollegen – und das allein am Samstag. Musik gab es an den drei Tagen wirklich für alle und jeden – französische Chansons oder Akustik-Rock, Techno und Blasmusik, Chorgesang beim Sängerbund oder Rock’n’Roll.

Regen beendete die Party mit DJ Ely Oaks am Freitagabend

Den zelebrierten die inzwischen schon etwas ergrauten Lokalmatadoren von der Rattle Gang am Samstag beim Blasturm mit hinreißendem Elan. Angesichts der zahlreichen Fangemeinde war hoch über den Dächern der Stadt schon bald kein Durchkommen mehr. Auch Bluesrock-Urgestein Joe Brandl hat offenbar nichts von seiner Fingerfertigkeit und Virtuosität verloren. Mit seiner Band Nez Perce rockte er den Wendelinplatz – unterstützt unter anderem von Thomas Elgass, dem Sozialpädagogen vom Jugendtreff K3.

Zu den Höhepunkten des Bürgerfests gehörte aber auch der Auftritt des Berliner Star-DJs Ely Oaks, der mit seinen wummernden Techno-Beats den Adolf-Kolping-Platz am späten Freitagabend in eine große Freiluft-Disco verwandelte. Für die Fans gab es kein Halten mehr, alle klatschten, sangen und tanzten mit.

Die DJs Länzo und Blancko hatten das Partyvolk zuvor in Stimmung gebracht. Erst ein heftiger Regenschauer in der Nacht setzte dem Spektakel dann ein abruptes Ende.

Am Adolf-Kolping-Platz ging die Post ab. - Foto: Dietmar Zwick

Beim 23. Bürgerfest sollten auch Schwandorfer Nachwuchsbands sich einem großen Publikum präsentieren können – und sie nutzten diese Chance. Vor allem Road Crue, die schon beim Bürgerfest vor zwei Jahren aufgetreten waren, überzeugten beim Festplatz an der Kirchengasse mit Covers und eigenen Songs der härteren Sorte. Aber auch die Grave Divers und die Bon Jovi-Coverband One Wild Night beherrschen ihr Handwerkszeug.

Kocherlball zog am Samstag etwa 100 Tänzer an

Und auch eine zweite Neuerung hat sich bewährt. Der Kocherlball, den der Kirwaverein Fronberg erstmals beim Nordgautag 2022 in Schwandorf veranstaltet hatte, lockte bei seiner Bürgerfest-Premiere etwa 100 Teilnehmer an. Schon in aller Herrgottsfrühe, ab 6 Uhr, drehten die ersten Paare im Schwandorfer Stadtpark ihre Runden.

Wie bei der Musik war auch kulinarisch für jeden Geschmack etwas geboten. Es gab Langos und Bratwurstsemmeln, Pizza und Döner, Pasta aus dem Parmesan-Laib, Burger und Cevapcici, Sau am Spieß und Steckerlfisch, Schupfnudeln und Braten, dazu indische, thailändische oder vietnamesische Spezialitäten.

Wer sich zwischendrin Bewegung verschaffen wollte, hatte dazu im Stadtpark Gelegenheit. Am Samstagnachmittag taten zahlreiche Zumba-Fans beim gemeinsamen Training etwas für ihre Fitness. Gleich nebenan hatte der hiesige SV Schwandorf-Ettmannsdorf einen Spieleparcours aufgebaut, wo Eltern und Kinder unter anderem ihr Ballgefühl testen konnten. Und auch in der Spielstraße der Arge Jugend an der Breite Straße gab es für die jüngsten Bürgerfest-Besucher die unterschiedlichsten Möglichkeiten, sich körperlich oder kreativ auszutoben.

Bunt wie das Programm war auch die Dekoration im Stadtpark. - Foto: Dietmar Zwick

Sogar für Ruhesuchende war beim Bürgerfest gesorgt – etwa bei der Musik zur Marktzeit am Samstagmittag in der Stadtpfarrkirche, in der Weinlaube des Sängerbunds im Spitalgarten, abseits vom großen Trubel, oder in der Ruhezone beim Tanzboden. Für einen besinnlich-geistlichen Akzent sorgte auch der gut besuchte ökumenische Gottesdienst, mit dem traditionell der Bürgerfestsonntag eröffnet wird.

Nur das Wetter spielte über die drei Tage nicht so richtig mit. Besucherrekorde wurden beim 23. Bürgerfest deshalb wohl nicht gebrochen. Zum Auftakt war es teilweise regnerisch und wechselhaft, und so blieben doch etliche Bierbänke frei. Doch am Sonntag wurde es freundlicher, und schon strömten die Leute in Scharen in die Innenstadt.

Ruhige Tage für die Polizei

OB Andreas Feller und die Vertreter der Stadt zogen am Sonntag eine positive Bilanz von Schwandorfs größter Party. Feller bezeichnete das Bürgerfest als „Riesen-Highlight. Da ist für jeden etwas dabei. Die Leute sind zufrieden und tanzen auf der Straße bis spät in die Nacht“, sagte er im MZ-Interview. Der Rathauschef dankte in seinem Statement auch den Vereinen für ihr Engagement – etwa der Feuerwehr Klardorf-Zielheim, die die Bewirtschaftung des Schlesierplatzes übernommen hatte.

Schwandorfs Pressesprecher Andreas Hofmeister zog am späten Sonntagabend ebenfalls eine positives Fazit. Stadt und Kulturamt seien sehr zufrieden. „Wir können auf ein tolles Bürgerfest zurückblicken“, sagte Hofmeister. Die Stimmung sei durchgehend „super“ gewesen, beim Feiern seien alle Generationen zusammengekommen. Bei der Stadt gehe man von „mehreren zehntausend Besuchern“ aus.

Die Rettungsdienste verlebten drei ausgesprochen ruhige Tage. Die Einsatzkräfte hatten laut Christian Eilers von den Johannitern „nur wenig zu tun, auch nicht bei BRK und Wasserwacht“, sagte er auf Anfrage am späten Sonntagnachmittag.

Aus polizeilicher Sicht verlief das Schwandorfer Bürgerfest bis dahin ebenfalls unspektakulär. Die aktuellen Meldungen im Polizeibericht vom Sonntag waren wenig mehr als Randnotizen. Am Samstag um 20.45 Uhr Uhr entwendete ein etwa zwölf Jahre altes Kind einen grauen Plüschdrachen von einem Verkaufsstand. Und in der Nacht zum Samstag beleidigte laut Polizei ein 29-jähriger Schwandorfer einen Sicherheitsdienst-Mitarbeiter. Als ihm die Polizei einen Platzverweis erteilen wollte, beleidigte ein 33-Jähriger wiederum einen der eingesetzten Streifenbeamten.