Welche Folgen hat geplantes Ärztehaus von Max Bögl in Neumarkt für den Verkehr?

„Das Projekt ist eine hervorragende Entwicklung für unsere Stadt“, kommentierte Neumarkts Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn (CSU) die Pläne des Unternehmens Max Bögl für ein Ärztehaus samt Parkhaus in der Dr.-Grundler-Straße. Die Stadträte im Bauausschuss schienen der gleichen Meinung, einige stellten aber auch kritische Nachfragen – insbesondere zur Verkehrsplanung.
Architekt Max Bögl, Enkel des Gründers des Sengenthaler Bauunternehmens, stellte die Pläne in ihrer neuesten Variante vor. Denn für den Parkplatz zwischen Flussmeisterei, Gesundheitsamt und Ostendorfer Gymnasium hatte Bögl in der Vergangenheit wechselnde Ideen. Ein Parkhaus spielte dabei immer eine Rolle, für ein zweites Gebäude änderten sich die Vorstellungen im Laufe der Zeit von Büros über möblierte Appartements hin zu einem Ärztehaus.
Die Idee, das Grundstück auf diese Weise zu nutzen, sei nach Signalen aus der Ärzteschaft gekommen, erklärte Max Bögl. Das Ärztehaus zur Nürnberger Straße hin soll vier Geschosse haben. Im Erdgeschoss seien Flächen beispielsweise für eine Apotheke, ein Sanitätshaus und ein Café angedacht. Für die Arztpraxen sind die restlichen Geschosse vorgesehen. Wobei auch eine Tagespflege denkbar sei. Der Architekt betonte, dass die Pläne nach wie vor in einem frühen Stadium seien. Aktuell gehe es darum, das Projekt vorzubereiten.
Neues Parkhaus und Tiefgarage in Neumarkt sollen 394 Parkplätze bieten
Dazu gehört es insbesondere, den Bebauungsplan zu ändern, was potenziell bis zu einem Jahr dauern kann. Allerdings hat die Stadtverwaltung bereits signalisiert, dass die baurechtlichen Voraussetzungen bestehen, ein beschleunigtes Verfahren anzuwenden. Die Stadträte beauftragten die Verwaltung einstimmig, das anzugehen.
Nichtsdestotrotz werden in einem solchen Verfahren diverse Themen zu prüfen sein. Dazu gehört allen voran der Verkehr. Der aktuelle Parkplatz deckt einen Bedarf, den Bögl auch künftig erfüllen will. Eine grobe Berechnung geht von einem aktuellen Bedarf unter anderem durch das benachbarte Landratsamt von 380 Parkplätzen aus. Geplant hat Bögl 394, wovon 65 in einer Tiefgarage unter dem Ärztehaus sein sollen. Der Rest findet Platz in einem baulich eigenständigen Parkhaus.
Auch in Zukunft werden also Autos eine Rolle an dieser Stelle spielen. Was Olaf Böttcher (Grüne) zu der Nachfrage brachte, wie Fußgänger und Radfahrer berücksichtigt werden? Schließlich ist das Ostendorfer Gymnasium mit seinen Schülern ein Anrainer.
Zweiter Kreisverkehr für Nürnberger Straße in Neumarkt vorgesehen
Max Bögl verwies in seiner Antwort auf eine Verkehrsuntersuchung eines Fachbüros für den Bereich aus dem Jahr 2016. Für Fußgänger sind Gehwege und Zebrastreifen an den Kreiseln vorgesehen. Das gewährleistet laut Stadtverwaltung „sichere Aufenthalts- und Bewegungsflächen“.
Für Radfahrer ist in der der Dr.-Grundler-Straße kein eigener Radweg geplant. Laut Verkehrsuntersuchung aufgrund der geringen Kfz-Verkehrsbelastung und der verkehrsrechtlichen Einstufung der Straße. Zu den bestehenden Radwegen am Alten Kanal und an der Nürnberger Straße sollen Verbindungen hergestellt werden.
Im Übrigen soll die Nürnberger Straße einen Kreisverkehr an der Einmündung in die Dr.-Grundler-Straße bekommen. In Letzterer käme ein kleinerer Kreisverkehr hinzu. Zudem soll die Grundler-Straße etwas breiter werden als bislang.
Seitenstreifen für 22 „Elterntaxis“ am Ostendorfer Gymnasium vorgesehen
Für den Bring-und-Hol-Verkehr („Elterntaxis“) sieht die Untersuchung auf beiden Straßenseiten der Grundler-Straße zwei Meter breite Längsparkstreifen vor, was Platz für 22 Autos biete. Damit werde die bestehende Nachfrage erfüllt, urteilt die Stadtverwaltung in einer Beschlussvorlage für die Sitzung des Stadtrats am Donnerstag.
Darin legt die Verwaltung den Stadträten zum Beschluss vor, was die Stadt alles an begleitenden Arbeiten für das Projekt tun müsste. Die Kosten, um die Verkehrsflächen und den Kanal umzugestalten, schätzt das Rathaus auf 3,12 Millionen Euro.