Stadt Schwandorf will weitere geförderte Wohnungen auf dem Weinberg bauen

An der Gebrüder-Grimm-Straße in Schwandorf sollen weitere zwölf geförderte Wohnungen entstehen. Die Stadt will dafür rund 3,6 Millionen Euro investieren, kann aber wie beim benachbarten Gebäude mit einer öffentlichen Förderung rechnen. Der Bauausschuss gab am Donnerstag einstimmig grünes Licht für das Vorhaben, das für 29 Menschen eine preiswerte Unterkunft schaffen könnte.
Der geplante Neubau soll in direkter Nachbarschaft eines Gebäudekomplexes entstehen, der Ende Januar 2024 eingeweiht wurde. Hier entstanden bereits zwölf Wohneinheiten von 65 bis 90 Quadratmetern Fläche für Zwei- bis Vierpersonen-Haushalte. 34 Bewohner haben in dem zwei- und dreistöckigen Gebäudekomplex ein Zuhause gefunden. Das Wohnhaus mit seinen zwei Baukörpern gilt nicht nur in Fachkreisen als Vorzeigeobjekt. Im Mai vor zwei Jahren besichtigte sogar Bayerns Bauminister Christian Bernreiter den Wohnkomplex und fand lobende Worte. Alle Wohnungen sind barrierefrei erreichbar, es gibt Grün und eine PV-Anlage auf dem Dach, Fernwärme und eine praktisch wartungsfreie Fassade aus geflammtem Lärchenholz. Der gesamte Komplex erfüllt den KfW 55-Standard, verbraucht also kaum fossile Energie.
Alte Wohnbaracke soll abgerissen werden
Daran will die Stadt Schwandorf nun anknüpfen – und das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn gleich nebenan soll eine Art Pendant zum Bestandsgebäude errichtet werden. Das Grundstück befindet sich im Eigentum der Stadt, eine alte Wohnbaracke, die seit langem leer steht, soll für das neue Gebäude weichen.
Wie schon beim ersten Wohnkomplex hat auch bei Bauabschnitt zwei das Rodinger Architekturbüro Quadrat45° die Planungen übernommen. Den Entwurf stellte nun Architekt Florian Brunner im Bauausschuss vor. Bei der Fassadengestaltung will man sich nach seinen Worten am Bestandsgebäude orientieren, um ein einheitliches Gesamtbild zu erreichen. Vorgesehen ist ein zwei- bis dreigeschossiger Baukörper, der sich wie ein großes „L“ an die bereits existierende Bebauung anschließt. Auf rund 720 Quadratmetern Wohnfläche könnten darin bis zu 29 Personen untergebracht werden – in zwölf Wohneinheiten unterschiedlicher Größe.

Anders als beim ersten Wohngebäude ist diesmal auch eine große Einheit von rund 105 Quadratmetern für eine bis zu fünfköpfige Familie geplant. Dazu kommen laut Brunner jeweils drei Ein- und Zweizimmer-Wohnungen sowie fünf Wohneinheiten für drei Personen. Diese Aufteilung sei mit der Stadt Schwandorf abgestimmt und entspreche dem Bedarf, so der Architekt.
Auch im geplanten Neubau sollen nach seinen Worten sämtliche Wohneinheiten barrierefrei erreichbar sein. Auf eine nachhaltige Bauweise und Energieversorgung werde ebenfalls Wert gelegt. Die erforderlichen sechs zusätzlichen Stellplätze seien auf dem Grundstück vorhanden, „und auch zwei oder drei Autos mehr sind auf der befestigten Fläche kein Problem“. Die geschätzten Kosten für das Projekt bezifferte der Architekt auf rund 3,64 Millionen Euro. Über die Förderung machte er noch keine abschließenden Aussagen. Beim Vorgängerprojekt hatte die Stadt Schwandorf öffentliche Zuschüsse in Höhe von 1,7 Millionen Euro aus drei Fördertöpfen erhalten. Die restlichen 1,9 Millionen Euro waren über ein zinsgünstiges Darlehen finanziert worden.
Am Ende ein einstimmiger Beschluss
Im Bau- und Verkehrsausschuss wurde das Projekt einhellig begrüßt. Für die CSU signalisierte Stadtrat Hans Sieß Zustimmung: „Wer A sagt, muss auch B sagen.“ SPD-Sprecher Matthias Kuhn sprach von einer „tollen Sache“. Man begrüße ausdrücklich die Anstrengungen für den sozialen Wohnungsbau, bitte allerdings auch, bei künftigen Vorhaben das Einsparpotenzial zu prüfen. Am Ende gab der Ausschuss einstimmig grünes Licht für das Vorhaben. Die endgültige Entscheidung fällt bei der Stadtratssitzung am kommenden Montag, wo das Thema erneut auf der Tagesordnung steht.