Sorge um schwachen Steflinger Jungstorch: Feuerwehr Nittenau rückte mit Drehleiter an

Von Cornelia Lorenz · 16. Juli 2026 um 17:00

Ein einsamer Jungstorch hat in seinem Nest in Stefling (Landkreis Schwandorf) aufregenden Besuch bekommen: Weil Anwohner sich Sorgen um den Gesundheitszustand des Vogels machten, rückte die Nittenauer Feuerwehr mit der Drehleiter an, damit Storchenbeauftragter Gunther Stangl den Vogel aus nächster Nähe inspizieren konnte. Am Ende hatte er gute Nachrichten.

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So wie das Nittenauer Storchenpaar auch, haben die Steflinger Störche heuer drei Junge großgezogen. Doch während die beiden Geschwister des Steflinger Jungstorchs schon längst ihr Nest auf dem Kamin einer ehemaligen Schnapsbrennerei verlassen haben, hatte der dritte Vogel bis Mittwoch noch keinen einzigen Flugversuch unternommen.

Darüber hinaus hatten Anwohner den Storch in den vergangenen Tagen beobachtet. Sie machten sich große Sorgen, weil er ihrer Beobachtung nach kaum noch von seinen Eltern gefüttert wurde und zudem verzweifelte Rufe von sich gebe. Außerdem informierten die Anwohner Gunther Stangl, den Storchenbeauftragten der Stadt Nittenau.

Jungstorch setzte Kot ab

Um sich ein Bild vom Gesundheitszustand des Vogels zu machen, gab es nur eine Möglichkeit: Die Nittenauer Feuerwehr fackelte nicht lange und rückte mit ihrer Drehleiter an, damit Stangl das rund 20 Meter hoch gelegene Nest und seinen einsamen Insassen aus der Nähe begutachten konnte.

Gunther Stangl (r.) bestieg die Drehleiter der Nittenauer Feuerwehr, um den Jungvogel zu inspizieren. - Foto: Johannes Hartl

Eigentlich hatte der Experte vorgehabt, den Storch abzutasten, um seinen Ernährungszustand genau zu erkennen. Doch wie er anschließend erklärte, sei das gar nicht nötig gewesen. Er wiege zwar vermutlich nur rund 1,5 bis zwei Kilogramm und sei damit im Vergleich zu seinen Geschwistern deutlich zurückgeblieben. Doch er habe in dem Moment, als sich die Drehleiter dem Nest genähert habe, gekotet – und an dieser sogenannten Schmelzprobe habe man gut sehen können, dass darin ausreichend Flüssigkeit vorhanden gewesen sei – laut Stangl ein gutes Zeichen.

Jungstorch machte seinen ersten Flugversuch

Dass er keineswegs völlig entkräftet ist, demonstrierte der junge Storch dann auch gleich eindrucksvoll: Er breitete – für alle Beobachter völlig überraschend – seine Schwingen aus und wagte den ersten Flugversuch – der ihm auch gelang, da er kurze Zeit später wieder zurückkehrte und auf einem Dach in der Nähe seines Nestes Position bezog.

Die Drehleiter brachte den Storchenbeauftragten hoch zum Nest. - Foto: Cornelia Lorenz

„Es geht ihm gar nicht so schlecht. Wir haben ihm die Chance gegeben, dass er seinen ersten eigenen Start macht“, freute sich Stangl. Die Prognose für das Tier sei gut, weil es, so wie seine beiden Geschwister auch, weiter von seinen Eltern versorgt werde. In zwei bis drei Wochen, so schätzt der Experte, werde er vollkommen gesund und flugfähig sein und sich später auf den Weg zum Winterquartier machen.

Trockenheit machte den Störchen zu schaffen

Doch warum ist der Storch kleiner, leichter und schwächer als seine Geschwister? Der Experte vermutet, dass das mit der Trockenheit der vergangenen Wochen zusammenhängt. „Im April und Mai hatten die Störche große Not“, sagt Stangl. Die trockenen Wiesen seien sehr nahrungsarm gewesen und die Störche hätten deshalb kaum etwas zu fressen gefunden. „Da ist es natürlich hart, Junge aufzuziehen.“

Die benachbarten Nittenauer Störche haben sich Stangls Worten zufolge trotz der widrigen Witterung leichter getan als ihre Steflinger Kollegen. Denn der Storchenbeauftragte hat bei sich daheim am Rastberg, wo er sich um zwei verletzte Störche kümmert, Futter auch für die freilebenden Störche ausgelegt. Dieses Angebot werde von den Vögeln auch dankbar angenommen. „Deshalb haben sie heuer auch sehr früh gebrütet und die Jungen stark und gesund groß bekommen“, sagt er.

Auch wenn es für den kleinen Steflinger Storch aktuell gut aussieht: Die Anwohner werden ihn weiterhin beobachten und Stangl informieren, wenn der Vogel Probleme bekommen sollte. In dem Fall würde Stangl ihn aufnehmen und aufpäppeln, bis er wieder flugfähig ist. „Aber da hab ich im Moment fast keine Bedenken“, erklärt der Storchenbeauftragte.