Mit der Drohne im Einsatz: Ehrenamtliche aus dem Raum Nittenau haben ein Herz für Rehkitze

Eine arbeitsreiche Zeit liegt hinter den Aktiven des Kitzrettungsvereins Fischbach: Seit Mitte Mai haben sie im Raum Nittenau (Landkreis Schwandorf) und darüber hinaus 16 kleine Rehe vor dem sicheren Mähtod bewahrt. Mittlerweile arbeitet der Verein mit zwei Drohnen, um die schutzlosen Tiere frühmorgens aufzuspüren – und weitere Unterstützung ist willkommen.
Gegründet wurde der Kitzrettungsverein im November 2022, und zwar mit dem in der Satzung offiziell genannten Ziel, den Tierschutz und die Rettung aus Lebensgefahr zu fördern. Das ist auch dringend nötig, denn mit dem Start der Mähsaison im Frühling beginnt alljährlich eine gefährliche Zeit für Junghasen und Bodenbrüter, aber besonders für Rehkitze.
Denn wenn ein Landwirt mit seinem Mähwerk anrückt, machen sich die neu geborenen Kitze nicht aus dem Staub: In den ersten Lebenswochen haben sie noch keinen Fluchtinstinkt, sondern ducken sich bei drohender Gefahr instinktiv flach und regungslos ins hohe Gras. Weil die Tiere in dieser Zeit noch nahezu geruchlos und durch ihr getupftes Fell gut getarnt sind, werden sie durch dieses Verhalten für Fressfeinde wie Füchse unsichtbar.
Heuer wurden 16 Rehkitze vor dem Mähtod gerettet
Doch das Ausharren im Gras, wenn ein Mähwerk näher kommt, wird den Kitzen zum Verhängnis – vor allem im Zeitraum von Mai bis Juni, wenn die meisten von ihnen geboren werden. Damit sie eine Überlebenschance haben, waren die Ehrenamtlichen des Fischbacher Vereins in den vergangenen Wochen häufig in der Region im Einsatz – und haben nun eine erfreuliche Bilanz präsentiert: Laut ihrer vereinsinternen Statistik haben sie 16 Rehkitze rechtzeitig vor der Mahd aufgespürt und aus der Wiese entfernt.
Für die Kitze selbst sei das Eingreifen des Menschen kein Problem, sagt Hans-Peter Nerl, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Man nehme sie kurz auf, setze sie in eine Box und lasse sie bald darauf an einer sicheren Stelle wieder frei, sodass sie von der Mutter schnell wiedergefunden werden können.
Bei Landwirten hat sich der Service herumgesprochen
Mittlerweile verfügt der Verein über zwei Drohnen mit Infrarotkamera und über fünf ausgebildete Drohnenpiloten. Sie lassen die kleinen leistungsstarken Fluggeräte über den Wiesen aufsteigen und suchen so das Gelände von oben ab. Bei den Landwirten in der Gegend habe sich dieser wichtige Service herumgesprochen und man werde von vielen kontaktiert, wenn eine Mahd anstehe, sagt Nerl.
Dann rücken die Ehrenamtlichen auch relativ kurzfristig aus. Der Einsatz startet in der Regel morgens gegen 6 Uhr, weil es hier noch kühl genug ist, um in der Wiese versteckte Tiere auf den Aufnahmen der Wärmebildkamera zu entdecken. Im Lauf des Tages bei steigenden Temperaturen sind die Kitze nur noch schwer auszumachen. „Alles nach sieben Uhr ist schwierig“, sagt Nerl.
Verein freut sich über neue Mitglieder
Nun ist die aktuelle Rehkitzsaison vorbei – und beim Rettungsverein ist man froh, auch heuer wieder einige Kitze gerettet zu haben. Mit der aktuellen Ausstattung des Vereins, den beiden Drohnen, komme man gut über die Runden, sagt Nerl. Dennoch: Um diese Geräte und ihre Akkus langfristig in Schuss zu halten, sei man beim Verein über jede Unterstützung dankbar.
Man freue sich über jedes neue Mitglied oder Spenden, sagt Nerl. Die Drohnen selbst hätten jeweils rund 6500 Euro gekostet, doch glücklicherweise habe man für die Anschaffung eine Förderung in Höhe von 60 Prozent durch den Freistaat erhalten. Auch die Stadt Nittenau setzt sich für den Tierschutz ein und hat die Kitzretter mit einem Zuschuss unterstützt.
Landwirte entrichten eine freiwillige Spende
Der Kitzrettungsverein stellt den Einsatz seiner Helfer und der Wärmebildkameradrohnen den Landwirten nicht in Rechnung, sondern freut sich über eine freiwillige Spende. Bei idealen Witterungsverhältnissen erreichen den Verein oft mehrere Anfragen für denselben Tag, weshalb um eine Anmeldung mindestens 24 Stunden vor dem geplanten Mahdtermin sinnvoll ist.
Damit am Einsatztag möglichst wenige Tiere in der Wiese sind, sollte sie vorsorglich ein bis zwei Tage vor der geplanten Mahd mit geeigneten Vergrämungsmitteln bestückt werden. Mehr Infos und Kontaktmöglichkeiten gibt es im Netz unter www.krv-fischbach.de.