Lebensgefahr durch Angelschnur: Nittenaus Storchenvater rettet verletzten Schwan

Gunther Stangl aus Nittenau (Landkreis Schwandorf) ist als großer Tierfreund und Storchenbeauftragter der Stadt bekannt. Doch der FW-Stadtrat hat auch ein großes Herz für andere Wildtiere: Stangl hat nun einem schwer verletzten Schwan das Leben gerettet. Der Vogel kämpfte offenbar schon seit Wochen mit einer Angelschnur, die sich um sein dadurch stark entzündetes Bein gewickelt hatte.
Der Schwan hatte bis zum Zeitpunkt seiner Rettung wohl schon eine längere Leidenszeit hinter sich: Zunächst bemerkten ihn Passanten in Wernberg, denen auffiel, dass er das Bein in einer ungewöhnlichen Position hielt. Bald darauf wurden auch an der Naab in Pfreimd Bürger auf ihn aufmerksam. Ein Jagdpächter habe schließlich die Untere Naturschutzbehörde am Schwandorfer Landratsamt informiert, weil er dem Schwan habe helfen wollen, sagt Stangl.
Das war für den Schwan absolut lebensbedrohlich.Zeno Bäumler, Tierpfleger in der Vogelauffangstation Regenstauf
Die Nachricht, dass ein Schwan nahe Nabburg in Not sei, drang bald auch zu dem Nittenauer Storchenvater durch, der für den Landkreis Schwandorf als stellvertretender Jagdberater im Einsatz ist: Er wurde gefragt, ob er das Tier einfangen könne. Für ihn sei das kein Problem gewesen, sagt Stangl. Denn der 58-Jährige hat nicht nur mit Störchen, sondern auch mit Schwänen Erfahrungen – zum Beispiel, als er an der B16 bei Nittenau ein orientierungsloses Exemplar eingefangen habe, erzählt er.
Gunther Stangl hatte den Schwan bei Perschen schnell gesichert
In Perschen ging die Einfangaktion glücklicherweise zügig über die Bühne. Er habe dem deutlich geschwächten Tier Futter hingeworfen, sich durchs Schilf angeschlichen, ihm den Weg versperrt, ihn zunächst mit Hilfe eines Keschers und schließlich mit den Händen an den Flügelansätzen gesichert, berichtet Stangl. Anschließend transportierte er den Vogel nach Rücksprache mit der Jagdbehörde zur Vogelauffangstation des LBV in Regenstauf.

Dort erhält das Tier nun ein Antibiotikum und eine Wundsalbe, um die Entzündung am verletzten Bein zu heilen. Hier hatten sich zuletzt Geschwüre gebildet. „Das war für den Schwan absolut lebensbedrohlich“, sagt Tierpfleger Zeno Bäumler vom LBV. Wäre der Schwan nicht von der Schnur befreit worden, wäre der Fuß laut Aussage des Experten abgestorben – mit fatalen Folgen für den Vogel: Mit einem solchen Handicap könne er nicht mehr starten – was ihm wohl spätestens im Winter bei eisigen Temperaturen in der Naab den sicheren Tod gebracht hätte, sagt Bäumler.
Dem Schwan geht es mittlerweile schon wieder besser
Doch nun befinde sich der Vogel auf dem Weg der Besserung, fresse bereits gut und lebe in einer großen Voliere friedlich mit Störchen und Kranichen zusammen. Voraussichtlich Ende kommender Woche kann der Schwan wieder in die Freiheit entlassen werden. Bis dahin ist bei den Tierpflegern bei der täglichen Wundbehandlung Vorsicht gefragt. Er toleriere die Salbenbehandlung zwar mittlerweile, bleibe aber dennoch eine Gefahr. „Ein Schwan kann einem erwachsenen Mann den Arm brechen“, sagt Bäumler.
Bleibt zu hoffen, dass der Vogel vor einem weiteren Missgeschick mit einer Angelschnur verschont bleibt. Stangl ist selbst Angler und weiß, wie schnell eine solche Schnur reißen und im Wasser landen kann. Dennoch appelliert er an alle Petrijünger, in solchen Fällen schnell zu reagieren und die Schnur nicht in der Natur zurückzulassen. Dankbar zeigt sich Stangl gegenüber allen, die bei der Rettung des Tieres mitgeholfen haben. Auch das Landratsamt habe richtig gehandelt, lobt der Tierfreund.