Fibres-Gelände, Windräder, Hund Pauli: Diese Themen beschäftigen Kelheims neuen Bürgermeister

Der Terminkalender ist voll, erste Entscheidungen sind gefallen: Der neue Kelheimer Bürgermeister Dennis Diermeier (FW) gibt Einblicke in seinen neuen Arbeitsalltag. Das hat sich in den ersten zwei Monaten getan - von BLG bis Bürgerbüro, von Niedrigwasser bis Städtepartnerschaft.
Seit zwei Monaten ist Dennis Diermeier im Amt. Im Gespräch berichtet Kelheims neuer Bürgermeister, wie er sich eingerichtet hat, was er verändert hat oder noch ändern will und welche Themen er angeht.
Die Couch, die sein Vorgänger gegenüber des Schreibtischs stehen hatte, hat Diermeier durch einen Besprechungstisch mit sechs Stühlen ersetzt. Zum Bilder-Aufhängen sei er noch nicht gekommen, sagt der 35-Jährige. Aber einige lehnen bereits in der Ecke. Ein Geschenk von Freunden und ein Kleinformat, das ihm die Mitarbeiter im Rathaus zum Einstand schenkten, etwa. Es zeigt ihn mit Hund Pauli, gemalt von einer Kollegin.
Apropos Hund: Wie vom Vorgänger eingeführt, seien Vierbeiner weiter im Rathaus willkommen. Wenn Mitarbeiter ihre Hunde mitbringen wollten, sei er da offen, so Diermeier. Beagle Pauli sei aber (noch) nicht dabei. Er solle nicht mit auf Termine. Und davon hat Diermeier aktuell sehr viele.

Er zeigt seinen Terminkalender am PC. Seine Tage sind lang, eng durchgetaktet und vieles sei „fremdbestimmt“, so der neue Bürgermeister. Mit 40-Stunden-Job und Ehrenämtern sei der auch bislang täglich lange unterwegs gewesen. Doch die Themen waren größtenteils eingespielt. Nun ist vieles neu, die Themen ändern sich mitunter im Halbstunden- bis Stundentakt. Vom Mitarbeitergespräch geht es zum Wald, von da zum Kindergarten oder Gewerbegebiet, von der Straßensanierung zur Sparkasse. Dazwischen gratuliert der Bürgermeister zu Geburtstagen.
Von Fibres-Parkplatz bis Werkfeuerwehr
Zum von der Stadtbau gekauften Fibres-Mitarbeiter-Parkplatz gibt es Neuigkeiten. Bis die Stadt die Bauleitplanung für ein neues Gewerbegebiet in Affecking abgeschlossen habe und die Ergebnisse des überarbeiteten Einzelhandelskonzepts für das gesamte Stadtgebiet vorliegen, werde das Gelände an den Hafen-Zweckverband vermietet. Konkret zum 1. Juli. Dies sei eine Win-Win-Situation für Stadt und BLG. Die Stadt(-Bau) generiere bis dahin jährlich eine hohe fünfstellige Summe an Einnahmen, die BLG habe eine weitere Fläche zur Verfügung, während das Freigelände mit PV-Carports bebaut werde.

Mit Landrat Christian Nerb und weiteren „Playern“ wie dem Hafen-Zweckverband will Diermeier Gespräche über eine mögliche Zukunft des 20 Hektar großen Fibres-Standorts angehen, sagt er. Stichwörter gibt es bekanntlich einige: Kraftwerk, Müllverbrennungsanlage... Ein erster Termin stehe. Von Auswärtigen Interessenten am Gelände habe er bislang „nichts gehört“. Zudem habe die Stadt Interesse am Gebäude der Fibres-Werkfeuerwehr, das privaten Investoren gehöre. Diermeier kann sich hier einen Standort für die Kelheimer Feuerwehren vorstellen. Eines der großen Themen für das Diermeier seit eineinhalb Jahren steht, ist seine Kritik an möglichen Windrädern bei Kapfelberg. Kommen sie? „Ich glaube nicht“, sagt er.
Windräder, Niedrigwasser und Stadt-Personal
Auch mit Blick auf den Kreis Cham. Dort hatten noch Kreis und Gemeinden Regionalwerke gegründet, um aus der Region für die Region grünen Strom zu erzeugen. Nun werden diese wegen voraussichtlicher Unwirtschaftlichkeit aufgelöst, der Großteil der geplanten Windräder wird nicht gebaut. Zum einen sind da die stetig sinkenden Vergütungen für erneuerbare Energie, zum anderen waren Windverhältnisse teils nicht wie erhofft. Demnächst stehe ein Termin mit Projektierer Bögl an, sagt Diermeier. Seit Amtsantritt beschäftigt ihn auch das Niedrigwasser der Donau. Dass dann weniger Touristen auch in der Stadt unterwegs seien, spüre man.
Mir kommt es wie ein halbes Jahr vor, aber es sind nur zwei Monate, die ich bislang im Amt bin.Dennis Diermeier, Kelheimer Bürgermeister
Mit Landrat, Schifffahrt, Umweltministerium, Staatskanzlei und weiteren Akteuren habe man bereits einige Gespräche geführt. Landrat Nerb habe im Mai die Wendefahrten genehmigt. Aber mit Blick auf viele Tage mit niedrigem Pegel werde nun darum gerungen, ob es eine mögliche langfristige Lösung geben könne, um der Schifffahrt eine Perspektive zu geben.

Im Wahlkampf träumte Diermeier davon, die Landes-Gartenschau nach Kelheim zu holen. Demnächst wolle er die Voraussetzungen eruieren und sich mit den Beteiligten in Furth im Wald treffen, dort hatte 2025 die LaGa stattgefunden.
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Auch im Rathaus hat sich einiges geändert. Vor zwei Wochen trennte sich die Stadt von der Stadtbaumeisterin, so Diermeier auf Nachfrage. Der Bauhof sei nun ein eigener Fachbereich und direkt bei ihm angesiedelt. Bis Herbst will Diermeier mit dem Leiter der Bautechnik, Hannes Zitzelsberger, und dem Leiter der Bauverwaltung, Benjamin Plantsch, arbeiten und sehen, wie es läuft, sagt er. Dann müsse eine Entscheidung her. Vorläufig soll die Stadtbaumeister-Stelle nicht neu ausgeschrieben werden. Geht es nach Diermeier, dann soll „lieber noch mehr Man-Power in die Abteilungen“ wandern.
Generell will er noch am Stadt-Organigramm feilen, „um noch effizienter zu werden“. Zudem sei Hauptamtsleiterin Jennifer Jöns wieder für das Personal zuständig. Im August und September will der neue Bürgermeister in allen Abteilungen hospitieren und da etwa auch im Bauhof mitarbeiten oder Schulflure putzen.

Im Bürgerbüro sollen die Zeiten noch arbeitnehmerfreundlicher werden, so dass morgens etwa noch früher geöffnet werde und man nicht zwangsläufig einen Termin benötige. Details würden noch besprochen, sagt der Bürgermeister.
Wichtig sei ihm auch die Pflege der Städtepartnerschaften, sagt Diermeier. Diesmal werde je ein großer Bus nach Soave und Sulzfeld fahren. Zum Volksfest kommen die Bürgermeister aus Soave und Ambarès.
Am 6. und 7. November will Diermeier mit dem Stadtrat in Klausur gehen. Seine ersten zwei Monate waren „intensiv“ und durchgetaktet. „Mir kommt es wie ein halbes Jahr vor“, sagt er.
Termine vor Ort
• Sprechstunden: Ab Juli soll es wieder Bürgersprechstunden geben – mit und ohne Termin. Die konkreten Tage werden noch bekanntgegeben.
• Ortsbegehungen: Im September und Oktober soll es die versprochenen Ortsbegehungen geben. Mit je einem Vertreter des Stadtrats, einem Fachbereichs-Leiter, den drei Bürgermeistern und „handelnden Personen vor Ort“. Vorab sollen Bürger wichtige Themen einbringen können, so Diermeier.
• Stadtrat: Im Oktober soll erstmals der Stadtrat in einem Ortsteil tagen.