Ex-Hoteldirektorin heuert im Kelheimer Rathaus an – Fachbereich ist wieder besetzt

Von Beate Weigert · 2. Juli 2026 um 05:00

Claudia Winklhofer ist die Neue bei der Stadtverwaltung. Sie will Kelheims (touristische) Schokoladen-Seiten noch mehr herausstellen. Sie ist gelernte Hotelfachfrau und sie hat Tourismus in Salzburg studiert. Früher leitete Claudia Winklhofer ein bekanntes Hotel in Regensburg.

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Seit einem Monat ist mit der 33-Jährigen der Fachbereich „Tourismus, Wirtschaft, Marketing, Kultur“ bei der Stadt Kelheim wieder besetzt.

Fast ein halbes Jahr war die Stelle im Rathaus nach Lena Plapperers Weggang vakant. Beim Neujahrsempfang war sie verabschiedet worden. Wenig später trat sie ein Jahr „Work & Travel“ in Kanada an.

Sünchingerin lernt Aufgaben und Ansprechpartner kennen

Vor vier Wochen hat Claudia Winklhofer, die in Sünching (Kreis Regensburg) wohnt, das Büro ihrer Vorgängerin im Ettnerhaus und die zahlreichen Aufgaben übernommen. Seither hat sie sich vielen Menschen in der Kreisstadt vorgestellt und auch sonst erste Kontakte geknüpft. Noch „sauge sie alles auf“ und lerne alles kennen.

Rad-Touristen zählen zu den Zielgruppen, die in der Region Kelheim Urlaub machen. - Foto: Beate Weigert

Acht unterschiedliche Aufgabenfelder gehören zu Winklhofers neuem Tätigkeitsbereich – die bekannteren sind die Tourist-Info, das Veranstaltungsmanagement und die Wirtschaftsförderung. Aber auch Archäologisches Museum, Musikschule und Stadtbücherei sind hier angesiedelt, ebenso die Geschäftsstelle „Zukunft Kelheim e.V.“. Erst kürzlich wurde der Vorstand des Stadtmarketingvereins neu gewählt, so dass hier ebenfalls ein Neustart ansteht.

Als gebürtige Regensburgerin kennt Winklhofer Kelheim als Ausflugsziel am Wochenende. Wanderungen zum Kloster Weltenburg, die Schifffahrt zurück und einiges mehr. Nun sieht die 33-Jährige die Kreisstadt mit den Augen der Touristikerin – und die Kollegen haben ihr auch bereits erste private Ausflugstipps mit an die Hand gegeben, sagt Winklhofer. Darauf komme sie mit ihrem Mann und der vierjährigen Tochter gerne zurück, auch wenn manches hinter der Stadtgrenze liegt. Die Fähre in Eining etwa.

Lange Jahre war Claudia Winklhofer in der Hotellerie zuhause. Von 2020 bis 2024 war sie Hoteldirektorin im Sorat in Regensburg. Dieses war unter anderem beliebter Ort für freie Trauungen mit Blick auf die Steinerne Brücke, Regensburger Kliniken und andere Kunden luden dort auch zu kleineren Kongressen. In den vergangenen eineinhalb Jahren kümmerte sich Winklhofer um das Personal eines Straubinger Mittelständlers. Doch sie vermisste das fachübergreifende Arbeiten, sagt sie. Dies sei mit ein Grund für ihre Bewerbung um die Kelheimer Stelle gewesen.

„Ich bin eine klassische Generalistin“, sagt Winklhofer über sich selbst. Als Hotel-Direktorin hatte sie im Sorat alle Abteilungen im Blick. Bei ihr liefen die Fäden zusammen. Sie sorgte dafür, dass „alles gut zusammenspielte“. Zudem stehe sie dafür, Projekte mit Plan anzugehen. Auf all das freue sich sich, in ihrem neuen Job.

Von Stadtpolitik bis Niedrigwasser

Im Regensburger 160-Betten-Haus hätten die 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschätzt, „dass ich ein Team-Player bin“. Dass sie Lösungen fand, alle an einen Tisch brachte und Dinge von allen Seiten betrachtete. „Und dass ich offen für Neues bin“, so Winklhofer.

Touristisch habe die Kreisstadt viel zu bieten. Oftmals stehe sie „im Schatten Regensburgs“. Die Vorzüge und Angebote will sie noch besser bekannt machen, sagt Winklhofer. „Etwa wie toll das Archäologische Museum ist und was es zu bieten hat.“ Aktuell erlebt die neue Fachbereichsleiterin, wie das „Zugpferd“ des Kelheimer Tourismus, die Schifffahrt (durch die Weltenburger Enge) wegen Niedrigwassers ausfällt. Demnächst will sie Ziele formulieren und idealerweise neue Zielgruppen für Urlaub in Kelheim begeistern. Noch mehr Familien etwa. Ins Auge fallen ihr vom Büro mit Blick auf den Ludwigsplatz vor allem viele (E-)Bike-Urlauber, Ü50.

Zudem sieht sie einige Leerstände. Hier will sie erfahren, was dahinter steckt, ob es schon Zukunftspläne gibt oder warum dies nicht so ist. Dabei arbeite ihre Abteilung eng mit Altstadtmanagerin Brigitte Haslach zusammen. Im Weiteren will sich Winklhofer in die Sicht der Stadtpolitik zu diversen Themen einarbeiten, etwa wie es sich in Kelheim mit dem Autoverkehr in der Altstadt verhält und warum das so ist.

Und wohin zieht es Kelheims oberste Touristikerin selbst im Urlaub? „Hauptsache, nicht an einen Ort, an dem ich schon gewesen bin. Dafür gibt es zu viele schöne Ziele“, sagt Claudia Winklhofer. Aktuell verreist sie mit Mann und Töchterchen „kindgerecht mit dem Auto“. Zuletzt waren sie in Holland oder Italien. Urlaub steht für sie nach dem Antritt der neuen Aufgabe nicht an. Claudia Winklhofer freut sich zunächst einmal darauf, eine große Kelheimer Veranstaltung zu erleben, sagt sie. Freitag und Samstag wird Kreisstadtfest gefeiert.

Von Tourist-Info bis Musikschule

• Fachbereiche: Die Verwaltung im Kelheimer Rathaus ist in sechs Fachbereiche gegliedert: Geschäftsleitung, Allg. Verwaltung, Finanzen, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Planen und Bauen sowie Tourismus, Wirtschaft, Marketing und Kultur

• TWMK: Der Fachbereich „Tourismus, Wirtschaft, Marketing und Kultur gliedert sich in acht Aufgabenfelder – Tourist-Info, Wirtschaftsförderung, Marketing, Geschäftsstelle „Zukunft Kelheim e.V.“, Archäologisches Museum, Veranstaltungsmanagement, Städtische Sing- und Musikschule, Stadtbücherei.

• Mitarbeitende: 30 Frauen und Männer arbeiten im Fachbereich „Tourismus, Wirtschaft, Marketing und Kultur“. Drei Ehrenamtliche unterstützen die Arbeit in der Bücherei, sagt Claudia Winklhofer.