Ein echter Familienbetrieb: „Café am Kirchplatz“ öffnet in Saal

Endlich, das Warten hat ein Ende. Nachdem viele Saalerinnen und Saaler traurig waren, dass ihr geliebtes Lokal auf dem Kirchplatz geschlossen hatte, ist die Leidenszeit ohne feines Essen und Trinken, und vor allem ohne einen gemütlichen Treffpunkt, demnächst vorbei: Familie Nüßle eröffnet am 3. Juli im Herzen von Saal im Landkreis Kelheim ein Café.
Es war nicht nur ein Warten, sondern auch ein Bangen, ob in die verwaisten Räume auf dem Kirchplatz im Zentrum von Saal überhaupt wieder ein Lokal einzieht. Denn die Umstände, um eine gastronomische Einrichtung zu eröffnen, werden immer schwieriger. „Die Kosten für Energie sind brutal gestiegen, auch für Lebensmittel“, so Robert Nüßle. Viele würden das Handtuch schmeißen. „Du kannst eine Gastronomie auch nicht zu zweit machen“ sagt seine Frau Heidi. Beide sprechen aus Erfahrung, denn sie sind seit vielen Jahren in der Branche tätig. Heidi Nüßle ist nach der Ausbildung als Bäckereifachverkäuferin in die Gastronomie eingestiegen, ihr Mann hat Koch gelernt, seinen Küchenmeister gemacht, und steht seitdem als Chef in der Küche.
Ein echter Familienbetrieb: Kinder und Oma packen mit an
Geboren sind beide in Regensburg, da war es donauaufwärts Richtung Bad Abbach nicht weit. Von 2002 bis 2012 hatten sie den Berghammer in Oberndorf gepachtet. 2012 kauften sie in Bad Abbach den Waldfrieden, haben das völlig marode Gebäude abgerissen und neu aufgebaut. Das Restaurant läuft gut, es zu betreiben wurde jedoch zunehmend schwieriger, vor allem, weil nicht genug Personal zu finden ist. Als die Nüßles dann hörten, dass die Immobilie in Saal frei wird, hatten sie beschlossen, noch einmal etwas Neues anzufangen – mit weniger Arbeitszeit. „Wir machen ein Tagescafé. Zunächst schauen wir, wie es sich entwickelt“, sagt die Gastronomin.
Trotzdem hilft die ganze Familie zusammen, um das „Café am Kirchplatz“ – wie es einfach, aber treffend heißen soll – betreiben zu können. Sie macht die Theke und den Service, Robert Nüßle steht in der Küche. Ihre drei Kinder helfen bei Bedarf mit, und eine Angestellte aus Bad Abbach wechselt mit ihnen nach Saal. Den Waldfrieden wird es weiter geben: Ein Pächter ist gefunden, und der Betrieb geht nahtlos weiter. „In unserem Sinne, mit derselben Karte und so wie es bisher war, das war uns wichtig“, sagt der gelernte Koch.
„Café am Kirchplatz“: Am 3. Juli ist Eröffnungsfeier
„Die trockenen Kuchen backt meine Mama, mit 83 Jahren“, so Heidi Nüßle. „Das hält sie fit“, sagt ihr Mann und lacht. Also tatsächlich ein echter Familienbetrieb, bei dem drei Generationen zusammenhelfen.
Los geht es am 3. Juli: Von 17 bis 20 Uhr gibt es eine kleine Eröffnungsfeier, bei der sich die neuen Pächter vorstellen. Ab 4. Juli kann man dann ab 8.30 Uhr zum Frühstücken kommen: Wenn es regnet im Café, bei Sonnenschein kann man den Sommer im Freien auf dem Kirchplatz genießen.