Schierlinger Paar will Kinderparadies in Langquaid schaffen – Traum droht zu platzen

Von Martin Rutrecht · 30. Juni 2026 um 19:00

Ein Indoor-Spielparadies für Kinder: Diese Idee verfolgt das Ehepaar Mihai und Catalina Lixandru aus Schierling (Landkreis Regensburg) seit knapp einem Jahr. In einer Halle in Langquaid (Landkreis Kelheim) fand man einen Standort und investierte in Spielgeräte und Umbau. Doch nun steht das Vorhaben still. Das steckt dahinter.

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„In unserem Umfeld wurde immer wieder gesagt, dass es zu wenige Angebote für Kinder gibt“, erklärt das Paar aus Schierling. Das war Anstoß für die 44-Jährige und den 45-Jährigen, beide als Ingenieure in der Automobilindustrie tätig, sich Mitte 2025 an die Planungen für ein Spielland zu machen. „Es soll Trampolin, Rutschen, Bällebad, Klettertunnel und vieles andere für kleine Gäste bis zwölf Jahre geben“, sagen sie. Auch Kindergeburtstage wolle man ausrichten.

Auf der Suche nach einem Standort stießen die Lixandrus auf eine Halle von Jochen Maun, einem Unternehmer in Langquaid. Das Gebäude liegt im Gewerbegebiet „Handwerkerhof“. Über eine Anmietung wurde man sich rasch einig und die Betreiber aus Schierling suchten mit Finanzierungs- und Businessplan das Gespräch mit Langquaids Bürgermeister Herbert Blascheck.

Betreiber vertrauten auf „positive Signale“

Das Treffen fand am 4. September 2025 statt, bestätigt auch Blascheck. Da das „AndiParadies“ , so der Name des geplanten Kinderlandes, in einem Gewerbegebiet entstehen soll, ist eine Baugenehmigung in Form einer Nutzungsänderung erforderlich. „Darauf habe ich die Familie Lixandru hingewiesen“, sagt der Bürgermeister auf Anfrage. Das Schierlinger Paar war laut eigener Aussage – auch durch „positive Signale“ Blaschecks – zuversichtlich, grünes Licht zu bekommen.

Ende November wurde der Antrag auf „Nutzungsänderung einer bestehenden Produktionshalle zu einer Indoorspielhalle für Kinder“ beim Landratsamt Kelheim eingereicht. Nahezu zeitgleich bestellten die Lixandrus bereits Spielgeräte für das Kinderland. „Die kosteten in etwa 80.000 Euro“, sagt Mihai Lixandru. In der Halle begannen die Betreiber, die auch ein Ingenieurbüro beauftragt hatten, Auflagen entsprechend mit Umbauten für Brandschutz und Fluchtwege.

Rutschenröhren warten auf den Zusammenbau. - Foto: Rutrecht

Mitte Januar befasste sich der Bauausschuss der Gemeinde mit dem Bauantrag – und lehnte ihn mit 8:0 Stimmen ab. „Der Antragsteller hatte für sein Vorhaben lediglich acht Stellplätze auf dem Grundstück nachgewiesen, was die Mitglieder des Bauausschusses für den Betrieb einer Indoorspielhalle als viel zu wenig eingestuft haben“, erklärt der Bürgermeister. Durch das Parkverhalten seien Nachteile für die anderen Betriebe zu befürchten, ergänzt er.

Laut Blascheck hätte der Planer der Familie Lixandru in der Folge auf dem Areal 20 Stellplätze eingezeichnet. In seiner Sitzung am 26. März kam der Bauausschuss dennoch zu keiner anderen Einschätzung. Es blieb beim „Nein“.

Das Paar aus Schierling beklagt mangelnde Information über diese Vorgänge. „Erst eine Woche vor Ostern haben wir auf eigenen Anruf von einer möglichen Ablehnung erfahren“, so Mihai Lixandru. Zwischenzeitlich waren die Spielgeräte in der Halle eingetroffen. „Wir haben die Wände ausgemalt, die gesamte Elektrik wurde installiert, Räume für Küche und Feiern, Behinderten-Toilette und Wickelraum wurden geschaffen“, zählen die Betreiber auf.

Auch Geräte wie Kühlschrank oder Pizzaofen sind schon da. „Wir liegen bei knapp 100.000 Euro an Investitionen – ohne die Spielgeräte“, erklären die Lixandrus.

„Hilfeschrei“ an IHK und Landes- und Kreispolitiker

Seit zwei Monaten herrscht nun Stillstand. „Wir hatten schon Anfragen für Kindergeburtstage.“ Die verhinderten Betreiber wandten sich an die IHK und auch an Kelheimer Landes- und Kreispolitiker. „Es ist eine Hilfeschrei. Wir möchten eine Lösung finden.“

Doch das scheint schwierig. Denn das Landratsamt als Genehmigungsbehörde teilte den Antragstellern Mitte April mit, dass keine Baugenehmigung für das Vorhaben erteilt wird. Die Halle liege im Bebauungsplan „Handwerkerhof“ und dieses Gewerbegebiet dürfe ausschließlich für handwerkliche Betriebe genutzt werden, gibt Blascheck die Begründung wieder. Das Landratsamt äußert sich nicht „zu einzelnen Bauvorhaben“.

Die Lixandrus reagieren mit Kopfschütteln. „In diesem Gewerbegebiet stehen Wohnhäuser – sind das handwerkliche Betriebe?“, weisen sie auf benachbarte Grundstücke. Die beiden Schierlinger, selbst Eltern eines vierjährigen Sohnes, hoffen auf weitere Gespräche. „Im schlimmsten Fall“, so Mihai Lixandru, „müssen wir uns eine andere Halle suchen.“

Dass die Familie im Vertrauen auf eine positive Entscheidung in Vorleistung ging, ändert laut Bürgermeister Blascheck nichts an der Rechtslage. „Ein Bauherr oder Investor hat erst dann Rechtssicherheit, ob sein Bauvorhaben möglich ist, wenn eine entsprechende Baugenehmigung vorliegt. Bis zu diesem Zeitpunkt dürfen deshalb auch keine Baumaßnahmen oder baulichen Veränderungen am jeweiligen Gebäude vorgenommen werden.“