„Komm, steig ins Auto!“: Ermittlungen im „Fall Monsterspielplatz“ in Regensburg sind eingestellt

Mann mit Ziegenbart wollte in Regensburg am helllichten Tag ein Kind in ein blaues Auto zerren: Alle Zeugenhinweise und Spuren in dem Fall sind von den Ermittlern abgearbeitet. Täter könnte keiner identifiziert werden, bestätigt nun die Staatsanwaltschaft.
Ende April sorgt ein Vorfall nahe dem Monsterspielplatz im Stadtteil Neuprüll für Aufregung. Ein unbekannter Mann soll am helllichten Tag ein Kind angesprochen und versucht haben, es in ein Auto zu zerren. Als es sich losreißt, wird es sogar zu Fuß verfolgt, doch ihm gelingt die Flucht. Die Unsicherheit bei Anwohnern und Nutzern des äußerst beliebten Spielplatzes war und ist groß. Gefunden wurde der Täter bis heute nicht – die Ermittlungen sind mittlerweile eingestellt.
Was an jenem Sonntag unweit der Mörickestraße passierte, nahmen die Behörden sehr ernst. Gegen 16.15 Uhr war laut einer Polizeisprecherin ein Kind angesprochen und körperlich bedrängt worden. Kratzspuren am Arm zeugten von dem Vorfall, der auf den 26. April datiert. Als das Kind sich losreißt und mit seinem Cityroller davon fährt, läuft der Unbekannte ihm noch einige Meter nach, gibt dann aber wohl auf.
Auto von Verdächtigem stand nahe dem Pavillon
Tags darauf wendet sich die Regensburger Polizei an die Bevölkerung und bittet um Hinweise. Der gesuchte Mann soll etwa 40 Jahre alt, etwa 180 Zentimetern groß und von schlanker Statur sein. Auffällig nannten Ermittler der PI Regensburg Süd den Ziegenbart des vermutlich ganz in Schwarz gekleideten Verdächtigen. Gesprochen habe der Deutsch mit einer heiser wirkenden Stimme und ohne erkennbaren Akzent. Und gesucht wurde auch nach dem blauen Auto, das er wohl an einem Pavillon geparkt hatte.
Zahlreiche Handzettel zu dieser „versuchten Kindesentführung“ am 26. April hängten die Eltern des Kindes öffentlich aus. Im gesamten Umfeld des Monsterspielplatzes fanden sich die Aufrufe samt einer Handynummer, wo sich mögliche Zeugen melden sollten. Der Vorfall hinterlasse Spuren, sagte der Vater des Kindes der MZ. Man erziehe seine Kinder, „dass die Welt nicht schlecht ist und man Menschen nicht per se misstrauen sollte – sowas ist katastrophal“.

Wie Staatsanwalt Thomas Schug auf eine Nachfrage mitteilte, sei mehreren Bürgerhinweisen zu der Personenbeschreibung nachgegangen worden. Was „jedoch nicht zu einer Identifizierung des Täters geführt habe“, so der stellvertretende Sprecher der Staatsanwaltschaft in Regensburg weiter. Schon die an jenem Sonntagnachmittag sofort eingeleiteten laut Polizei „intensiven Fahndungsmaßnahmen“ rund um den Monsterspielplatz und den Stadtteil Neuprüll liefen damals ins Leere. Man verfolge den Fall „mit Nachdruck“.
Spurensicherung noch am Tattag, 26. April 2026
Auch eine noch am Tattag erfolgte umfangreiche Spurensicherung blieb am Ende offenbar erfolglos. Nähere Details in dem Fall geben allerdings weder die Anklagebehörde noch die Polizei preis. Sollte dabei etwas Verwertbares gefunden worden sein, bleibt das in der DAD, der DNA-Analyse-Datei, die Landeskriminalämter und auch das BKA führen. Heißt: Sollte jemals in einem anderen Fall eine passende Spur gesichert werden, würden Parallelen sichtbar und natürlich zuordenbar.
Das könnte Sie ebenfalls interessieren: 433 Tage auf der Flucht – Hielt sich ein Reichsbürger-Pärchen in Mainburg versteckt?
Formell aber ist „das Verfahren gegen Unbekannt geführt und zwischenzeitlich eingestellt“ worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft in Regensburg. „Ein Täter konnte nicht ermittelt werden.“ Der bei Eltern besorgniserregende „Fall Monsterspielplatz“ bleibt also – zumindest vorerst – ungeklärt. Denn eine solche Verfahrenseinstellung bedeutet nicht, dass die Sache „ad acta“ gelegt wird und erledigt ist. Sollten in naher oder ferner Zukunft neue Erkenntnisse oder eben Spurentreffer auftauchen, würden die Ermittlungen sofort wieder aufgenommen.