Tatort Monsterspielplatz? Mann spricht in Regensburg ein Kind an und verletzt es

Ein Vorfall am Sonntag sorgt für Unruhe: Ein Unbekannter soll in einer Parkanlage im Regensburger Stadtteil Neuprüll ein Kind angesprochen und es am Arm gepackt haben, als es flüchtet. Die Polizei nimmt den Vorfall ernst und sucht dringend Zeugen – gefahndet wird nach dem Mann und einem blauen Auto.
„Komm, steig ins Auto!“ Ein Unbekannter spricht am Sonntagnachmittag in Regensburg ein Kind an, packt und verfolgt es, als es auf dem Cityroller flüchtet. Das Kind entkommt bis auf Kratzspuren am Arm unbeschadet. Der Vorfall im Stadtteil Neuprüll wird äußerst ernst genommen. Mit einem Zeugenaufruf geht die Polizei an die Öffentlichkeit: Gesucht wird ein Mann, dessen blaues Auto in der Parkanlage nahe des Monsterspielplatzes stand.
Wie Corinna Wild, Sprecherin beim Polizeipräsidium Oberpfalz, bestätigt, hat der Unbekannte um 16.15 Uhr das Kind angesprochen und sogar körperlich bedrängt. Tatort war demnach die Parkanlage unweit vom „Monsterspielplatz“ in der Mörikestraße. Ermittler gingen derzeit davon aus, dass der etwa 40 Jahre alte Mann „mit einem auffälligen Ziegenbart“ gezielt das Kind ansprochen habe. Dieses habe „wirklich sehr gut reagiert“. Es habe deutlich abgelehnt und sich abgewandt. Doch der Täter habe versucht, das Kind am Arm festzuhalten und er habe es dabei auch gekratzt, wie die Spurensicherung zeige.
Handzettel der Eltern hängen bereits am Monsterspielplatz
Mehr noch: Als das Kind mit seinem Cityroller bergab flüchtete, verfolgte der Mann es zu Fuß, gab aber nach kurzer Strecke auf. „Völlig aufgelöst“ sei das Kind heimgekommen, sagte der Vater auf Nachfrage. Handzettel mit Zeugenaufrufen zu dieser „versuchten Kindesentführung“ hängen im gesamten Umfeld des Spielplatzes aus. Sie stammen von den Eltern. Der Vorfall hinterlasse Spuren, erklärte der Vater. Man erziehe Kinder, „dass die Welt nicht schlecht ist und man Menschen nicht per se misstrauen sollte – sowas ist ja katastrophal“, so der Vater.
Laut Wild hat die Polizeiinspektion Regensburg Süd noch am Sonntag die Ermittlungen aufgenommen. Eine umfangreiche Spurensicherung sei erfolgt und erste intensive Fahndungsmaßnahmen seien eingeleitet worden. „Wir verfolgen den Fall mit Nachdruck“, betonte die Polizeisprecherin am frühen Nachmittag.

Daher werden Zeugen aufgerufen, sich zeitnah zu melden: Wer am Sonntag (26. April) im Bereich der Parkanlage am Monsterspielplatz zur Tatzeit gegen 16.15 Uhr verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder auch Hinweise zum Täter oder zu dem blauen Pkw geben kann, wird gebeten, sich umgehend bei der Polizei zu melden.
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Es soll sich um einen etwa 40 Jahre alten Mann mit schlanker Statur und einer Körpergröße von etwa 180 Zentimetern handeln. Er trug laut Polizei einen auffälligen Ziegenbart, sprach wohl mit heiserer Stimme Deutsch ohne einen erkennbaren Akzent. Bekleidet war er demnach ganz dunkel, vermutlich in Schwarz. Er war mit einem blauen Auto unterwegs. Näheres sei zum Fahrzeug derzeit aber nicht bekannt.
Ermittler warnen vor Spekulationen – Hinweise an Polizei
Dringend bittet die Polizei zudem darum, keine Spekulationen oder unbestätigte Informationen zu verbreiten – insbesondere nicht über Soziale Medien. „So etwas erschwert die Ermittlungen der Kollegen“, so Wild, und führe zu unnötiger Verunsicherung. Hinweise, „selbst wenn sie noch so nebensächlich erscheinen mögen“, nimmt die PI Regensburg Süd, Telefon 0941/5062121, und jede andere Dienststelle entgegen.

Wie bereitet man Kinder auf so etwas vor? Das rät die Polizei
„Nicht Jeder, der ein Kind anspricht, hat böses im Sinn“, heißt es auf der Internetseite bayern-schützt-kinder.de. Vermitteln sollte man Kindern grundlegend, laut um Hilfe zu schreien, denn Täterinnen und Täter wollen möglichst unauffällig bleiben. Hilfreich sei auch, deutliches Rufen zu trainieren, wie „Nein – das will ich nicht!“ oder „Lassen Sie mich in Ruhe!“
Empfohlen wird, dass man Kinder klarmacht, in solchen Fällen wegzurennen oder dahin laufen, wo andere Menschen sind. Zudem solle man vermitteln, Hilfe einzufordern sowie niemals zu nahe an ein Fahrzeug zu treten, wenn jemand etwas fragt oder anbietet. „Am besten ist, weiter zu gehen und sich nicht auf Gespräche einzulassen“, rät die Polizei in solchen Fällen. Und: Selbstvertrauen sei ein wirksamer Schutz.
Weitere hilfreiche Tipps zum Umgang finden sich auf der Beratungseite von Polizei und Staatsregierung.