Erfolgreicher Kampf gegen Leukämie: Gebürtige Viechtacherin ist wieder krebsfrei

Im Dezember vergangenen Jahres hat Anna Laqua, die in Viechtach (Landkreis Regen) aufgewachsen ist und nun mit ihrer Familie in Zandt im Nachbarlandkreis Cham lebt, die Diagnose Leukämie erhalten. Seither kämpfte sie gegen die Krankheit – mit Erfolg. Nach sieben Monaten Behandlung und Chemotherapie ist die 37-Jährige wieder daheim bei ihrer Familie. Und krebsfrei.
Am 12. Juni hatte die zweifache Mutter zuletzt einen Kontrolltermin im Krankenhaus. Langsam kehrt wieder Ruhe in ihrem Leben ein, nachdem sich sieben Monate lang alles um Blut- und Thrombozytenwerte, Transfusionen und Chemo-Gaben drehte. „Das größte Geschenk ist für mich, wieder zu Hause zu sein bei meiner Familie, bei meinem Mann Roman und meinen Kindern Marla und Levi“, erzählt Anna Laqua. Mit ihnen will sie nun „unvergessliche Momente“ erleben, nichts mehr auf später verschieben.
Wieder daheim bei ihren Lieben
„Im Hier und Jetzt zu leben, das lernt man durch so eine Krankheit“, betont die 37-Jährige, die sich erst nach und nach von der letzten Behandlung erholt hat und nun langsam wieder ins „normale Leben“ und in einen Familienalltag zurückfindet. Es werde aber noch länger dauern, bis sie alles verarbeitet habe, was in den letzten Monaten passiert ist, und auch körperlich wieder fit und belastbar ist. Zumal der Krebs erst nach fünf Jahren als geheilt gilt. Bis dahin muss Anna Laqua regelmäßig zur Kontrolle, alle drei Monate steht aktuell eine Knochenmarkspunktion an.
Im Hier und Jetzt zu leben, das lernt man durch so eine Krankheit.Anna Laqua
Dass sie überhaupt krank ist, hatte die zweifache Mutter im Herbst 2025 per Zufallsbefund erfahren. Anna Laqua hatte ihre Schilddrüsen- und Vitamin-D-Werte bei ihrer Ärztin in Viechtach überprüfen lassen. Dabei kam heraus, dass die Zahl der Leukozyten, also der weißen Blutkörperchen, in ihrem Blut zu niedrig ist. Die Ursache: akute Leukämie. Eine Diagnose, die das Leben der junge Frau komplett auf den Kopf stellte.
Suche nach möglichem Stammzellen-Spender
Von heute auf morgen wurde sie aus ihrem Familienalltag gerissen, kam ins Krankenhaus und bekam gleich die erste Chemo, hochdosiert. Ihr Immunsystem wurde heruntergefahren. Sie brauchte Blutkonserven. Bekam eine Aufbauspritze, um das eigene Knochenmark zu aktivieren, wieder gesunde Zellen zu produzieren. Die Behandlung schlug an, der Krebs war danach weg. Doch dann der Rückschlag. Es schien nur eine Lösung zu geben: eine Stammzellspende.
Die Zeit war körperlich extrem herausfordernd. Die Chemotherapie hat mir unglaublich viel abverlangt.Anna Laqua
Über eine Online-Aktion unter dem Motto „Für Anna und viele mehr – gemeinsam Hoffnung schenken“ machten Familie und Freunde auf Anna Laquas Erkrankung aufmerksam. Gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) mit Sitz in Köln wurde bei einer Typisierungsaktion in Miltach und überregional, darunter bei einer Veranstaltung der Basketballer des FC Bayern, ein passender Spender gesucht. Das Schicksal der jungen Mutter hat die Menschen weit über den Bayerischen Wald hinaus berührt.
Überraschende Wende
Parallel lief die Chemo-Therapie weiter. Und da geschah das Unfassbare: „Meine Werte haben sich überraschenderweise stabilisiert“, berichtet Anna Laqua. Und das in einem Maß, dass die wurde die Behandlung mit regelmäßigen Chemo-Gaben fortgesetzt werden konnte. Selbst für ihre Ärzte sei dies eine „unglaubliche Wende“ gewesen, erinnert sich die Wahl-Zandterin, die aber auch nicht verschweigt, welch extrem herausfordernde Situation die Behandlung für sie selbst, aber auch für ihre Lieben gewesen ist.
Von Dezember bis Juni lag Anna Laqua immer wieder stationär im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg. Sie musste mehrere Chemo-Zyklen durchstehen samt extremer Übelkeit und zahlreicher Nebenkriegsschauplätze wie einer Lungenentzündung, brauchte Blut- und Thrombozytentransfusionen. „Die Zeit war körperlich extrem herausfordernd. Die Chemotherapie hat mir unglaublich viel abverlangt“, erzählt die 37-Jährige. Hinzu kamen die Ungewissheit und die Angst, nicht mehr gesund zu werden.
Welle der Hilfsbereitschaft und Unterstützung
Eine große Hilfe waren ihr in dieser Zeit ihre Familie und Freunde. Aber auch Menschen, die die 37-Jährige gar nicht persönlich kennen. Die ihre Geschichte publik gemacht haben über die verschiedensten Kanäle, zu Typisierungen aufriefen oder für sie und ihre Lieben da waren. Besonders positiv in Erinnerung ist ihr das Team von Station 8 im Krankenhaus in Regensburg geblieben, der empathische und liebevolle Umgang mit ihr als Patientin.
„Ich bin unheimlich dankbar für all die Hilfe und Unterstützung“, sagt Anna Laqua. Danken will sie auch allen, die sich selbst daheim oder bei einer der organisierten Aktionen typisieren ließen, „weil sie dadurch potenziell zu Lebensrettern werden können“.