An Blutkrebs erkrankt: Junge Mutter (37) aus dem Bayerwald braucht Stammzellspende

Mit ihren beiden Kindern (6 und 4) spielen, gemeinsam mit der Familie etwas unternehmen, Freunde treffen, das wünscht sich Anna Laqua. Die 37-Jährige, die in Viechtach (Landkreis Regen) aufgewachsen ist und nun mit ihrer Familie in Zandt im Nachbarlandkreis Cham lebt, liegt aber seit fünf Wochen im Krankenhaus. Anna Laqua ist an Blutkrebs (Leukämie) erkrankt und dringend auf eine Stammzellspende angewiesen, um wieder gesund zu werden.
Erkrankung wurde zufällig entdeckt
Dass sie überhaupt krank ist, hat die junge Mutter per Zufallsbefund erfahren. Im Oktober vergangenen Jahres ließ Anna Laqua ihre Schilddrüsen- und Vitamin-D-Werte bei ihrer Ärztin in Viechtach überprüfen. Dabei stellte sich heraus, dass die Zahl der Leukozyten, also der weißen Blutkörperchen, in ihrem Blut zu niedrig ist. Als Ursache wurde ein Infekt angenommen. Im Zwei-Wochen-Takt wurde ihr Blut daraufhin kontrolliert. „Der Leukozyten-Wert ist nur ganz langsam gestiegen“, erinnert sich Anna Laqua. Es wurde vermutet, dass sie Pfeiffer'sches Drüsenfieber hat. „Denn alle anderen Blutwerte haben gepasst“, berichtet die 37-Jährige.
Ich bin selbst seit Jahren in der Kartei der DKMS.Anna Laqua
Ihre Ärztin überwies sie zu einem Kollegen in Zwiesel. Der Onkologe machte weitere Untersuchungen. Er hatte einen Verdacht: akute Leukämie. Und der hat sich schließlich bestätigt. „Das hat uns den Boden unter den Füßen weggezogen“, berichtet die junge Frau. Denn: In ihrer Familie gab es bislang keinen, der je an Krebs erkrankt wäre. Anna Laqua selbst führte bis dahin ein „bewusstes, gesundes und ausgewogenes Leben“.
Nach erster Chemo kurzzeitig krebsfrei
Nach der Diagnose ging alles sehr schnell. Anna Laqua musste sofort ins Krankenhaus. „Die Prognose war gut. Es hieß, ich brauche nur eine Chemotherapie“, erzählt die Wahl-Zandterin. Gleich nach der Aufnahme startete der erste Chemo-Zyklus – hoch dosiert. Es war eine herausfordernde Zeit für die junge Mutter. Ihr Immunsystem wurde heruntergefahren. Sie brauchte Blutkonserven. Bekam eine Aufbauspritze, um das eigene Knochenmark zu aktivieren, wieder gesunde Zellen zu produzieren. Denn: Der Krebs war weg.
Doch dann kam der Rückschlag. Wenige Tage später. Der Krebs war zurück. Und dieses Mal war die Prognose eine ganz andere: „Die Ärztin erklärte mir, dass der einzige Weg zur Heilung eine Stammzellspende sei“, erklärt Anna Laqua.
Genetischer Zwilling gesucht
Ihre Familie und Freunde haben eine Online-Aktion unter dem Motto „Für Anna und viele mehr – gemeinsam Hoffnung schenken“ gestartet, um auf Annas Erkrankung und die dringend benötigte Stammzellspende aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspender-Datei (DKMS) mit Sitz in Köln wird ein passender Spender für die 37-Jährige gesucht.

Auch eine Typisierungsaktion in der Region ist geplant. Die Organisation übernehmen die Grundschule Miltach, in die Annas sechsjährige Tochter geht, und der Kindergarten Windischbergerdorf, den ihr vierjähriger Sohn besucht. Anna Laqua hofft, dass sich vielen Menschen bei der DKMS registrieren und sich typisieren lassen. Für sich und für alle anderen, die an Blutkrebs erkrankt sind. „Ich bin selbst seit Jahren in der Kartei der DKMS“, berichtet die ehemalige Schülerin des Dominicus-von-Linprun-Gymnasiums in Viechtach.
Registriert war sie noch mit ihrem Mädchennamen Eisele. Und das führte zu einem kuriosen Telefonat. „Ich wurde angerufen, weil eine Frau in meinem Alter eine Stammzellspende benötigt, und wurde gefragt, ob ich spenden könnte, weil ich passen würde.“ Das vermeintliche Match war gar keines.
Schwierige Situation für die Familie
Seit fünf Wochen ist Anna Laqua in Regensburg in der Klinik. Über Weihnachten und Silvester konnte sie keine Besuche empfangen, war wegen einer Influenza-Infektion isoliert. Ihre beiden Kinder vermissen ihre Mama sehr. Unter der Woche hält die Familie per FaceTime Kontakt. Nur am Wochenende sind wegen der Entfernung Besuche möglich. Immer wieder fragen die Kleinen dabei, wann ihre Mutter wieder nach Hause komme. Eine Antwort darauf hat die junge Frau nicht.
Ich pushe mich selbst. Die Kraft kommt langsam zurück. Ich kann wieder selbst laufen.Anna Laqua
Sie selbst weiß aktuell nicht, wie es weitergeht. Bislang ist kein passender Fremdspender gefunden worden. Dennoch wird die 37-Jährige auf eine baldige Transplantation vorbereitet. Jeden Tag wird ihr Blut kontrolliert. Sie bekommt außerdem Blutkonserven. Und auch die Chemotherapie wird fortgesetzt, um die Krebszellen zu bekämpfen.
Sie lässt sich nicht unterkriegen
Die Chemo und ihre Begleiterscheinungen, aber auch Infekte und nicht zuletzt die Influenza an den Feiertagen haben Anna Laqua zugesetzt. Sie hat schlimme Tage hinter sich. An denen sie kaum aufstehen konnte. Ihr fehlte die Kraft. Doch aufgeben ist keine Option für die 37-Jährige.
„Ich pushe mich selbst. Die Kraft kommt langsam zurück. Ich kann wieder selbst laufen“, berichtet sie. Und damit das von Tag zu Tag besser geht, trainiert sie. Steigt Treppen. Geht raus. „Ich habe einen starken Willen, weil ich weiß, es muss sein.“
Dankbar für die große Unterstützung
Aus der Ferne verfolgt Anna Laqua, wie sich ihre Mitmenschen um sie sorgen und ihr helfen wollen. „Ich bin wahnsinnig überwältigt von der Hilfsbereitschaft und dem Engagement von Leuten, die ich gar nicht persönlich kenne. Ich bin allen dankbar, die sich für mich einsetzen und dabei helfen, dass sich möglichst viele Menschen typisieren lassen.“
Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahre alt ist, kann sich registrieren lassen und dafür online unter www.dkms.de/aktiv-werden/ spender-werden ein Registrierungsset bestellen. Dieses Set enthält drei so genannte „Buccal Swabs“ – spezielle medizinische Watteträger – , mithilfe derer der Spender zu Hause einen Wangenschleimhautabstrich macht, dann das Set zurückschickt und so zum potenziellen Stammzellspender wird.