Drei Penzkofer-Betriebe zeigen Tradition und Wirtschaftskraft in Eschlkam

Von Maria Frisch · 15. Juni 2026 um 15:00

Eine große Anzahl Mitglieder erschien kürzlich bei der Sommerveranstaltung des Aktionskreises Lebens- und Wirtschaftsraum Cham bei den drei Familienunternehmen Penzkofer, die sich aus dem Familienbetrieb des Großvaters Josef Penzkofer (geboren 1906, verstorben 1979), der eine Mühle, ein Sägewerk und eine Landwirtschaft auf der Penzenmühle 1 in Eschlkam betrieb, entwickelten. Die drei Familien Penzkofer stehen für unternehmerisches Engagement, gelebte Tradition und regionale Verbundenheit. Mit ihren Betrieben – vom Holzbau über den Getränkefachhandel bis zur Gastwirtschaft – sind sie seit Generationen am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben in Eschlkam beteiligt.

Bettina und Josef Penzkofer hießen zum Auftakt auf der Penzenmühle willkommen.Josef Penzkofer begrüßte insbesondere Landrat Christian Schindler, Eschlkams Bürgermeister Florian Adam sowie Isabella Bauer und Manuela Wutz vom Landratsamt.

1590 ist Georg Penzkofer aus Pentling in der Nähe von Cham nach Eschlkam gezogen. Etliche Generationen lebten in der Folge u. a. vom Müllerhandwerk. 1968 hat der Vater des jetzigen Inhabers Josef Penzkofer die Geschäfte übernommen und den unrentablen Mühlenbetrieb relativ schnell eingestellt. Er hat das Sägewerk ausgebaut und zusammen mit der Landwirtschaft betrieben. Josef und Bettina Penzkofer setzten die Chronologie 1997 fort, hielten zunächst noch am Sägewerk fest, gründeten aber zudem einen erfolgreichen Holzbaubetrieb.

Bürgermeister Florian Adam (l.) zapfte ein Fass Festbier an. - Foto: Maria Frisch

2015 ist das Sägewerk abgebrannt und wurde aus Rentabilitätsgründen nicht mehr aufgebaut. Die Holzbaufirma besteht mittlerweile aus zwei großen Hallen, in denen zugeschnitten, abgebunden, vormontiert und gelagert wird sowie einem 2017 errichteten Anbau für Büro und Sozialräume in Holzrahmenbauweise. Die Gebäude verfügen über unterschiedliche Fassaden, um den Bauherren zu zeigen, was möglich ist. „Ich bin ein Freund der Tanne“, ließ Penzkofer durchblicken.

Mitarbeiter sind wichtigstes Kapital

Firmeninhaber Josef Penzkofer ist Diplom-Ingenieur, der zunächst Zimmerer gelernt, und dann an der Fachhochschule Rosenheim Holztechnik studiert hat. Sohn Paul sei inzwischen ebenso in den Betrieb eingestiegen. „Das wichtigste Kapital sind unsere Mitarbeiter“, betonte Bettina Penzkofer. Die Firma zeige auch soziales Engagement. Eigentlich stelle das Unternehmen alles her, was mit Holz generell zu tun hat.

Ich fand es immer schon wichtig, mich nicht nur auf eine Sparte zu spezialisieren, sondern eine größere Bandbreite abzudecken.Josef Penzkofer, Firmeninhaber

„Ich fand es immer schon wichtig, mich nicht nur auf eine Sparte zu spezialisieren, sondern eine größere Bandbreite abzudecken“, unterstrich der Redner, der etliche Referenzgebäude zeigte, unter anderem den Regionalpavillon und die Parkarena auf der Landesgartenschau, durch die er vermutlich in die Geschichte der Stadt Furth eingehe. Thorsten Glauber sagte dazu: „Vom Olympiastadion inspiriert und in Holz weitergebaut.“ Die 550 Festmeter Rundholz hierzu entstammten in Winterfällung 2024/25 aus dem Stiftungswald Voithenberg. Das Ehepaar Penzkofer beschenkte Christian Schindler mit einem hölzernen Miniaturhäuschen und einem Weißtannensetzling.

Weiter ging es zum Gasthof und Getränkehandel

Die nächste Station waren die Gewerbehallen mit dem Getränkehandel von Xaver Penzkofer, dem Cousin von Josef Penzkofer. 1995 lagerte Xaver Penzkofer junior den Betrieb aus und ließ außerhalb eine Halle in Holzrahmenbauweise mit regionaler Lärchenverschalung errichten. Mit dem jüngsten Anbau der zweiten Halle habe man als Kleinod auch „ein Bierplätzchen“ geschaffen, um die unglaubliche Biergeschichte von Eschlkam darzustellen.

Der Landrat war auch von Xaver Penzkofers Getränkehandel sehr angetan. - Foto: Maria Frisch

Mittlerweile braue man nicht mehr selber, sondern lasse das Waldschmidt-Bier in einer heimischen Brauerei herstellen und füllen. „Wir sind ein Getränkehändler und gerade jetzt im Sommer sehr aktiv bei Veranstaltungen. Anders ausgedrückt sind wir das Bindeglied zwischen Hersteller und Verbraucher“, führte Penzkofer aus. „Wir haben ein kleines Vertriebsgebiet und sind in 20 Kilometer Umkreis aktiv“, informierte er.

Lesen Sie außerdem: Lucki Maurers Band „Seasons in Black“ feiert Open-Air in Cham mit Dreiviertelblut & Co.

Der Getränkehändler beschäftigt sechs Vollzeit- und sechs Teilzeitkräfte. Durch den Anbau einer weiteren Halle ist er in der Lage, logistisch, kostengünstig und effektiv zu arbeiten. Der Familienbetrieb möchte die Eigenmarke und Brautradition „Waldschmidtbier“ weiterführen.

Christian Schindler freute sich über das Miniaturhäuschen und den Weißtannensetzling. - Foto: Maria Frisch

Der dritte Abstecher galt dem Gasthof Zur Post, wo Maria Penzkofer das Braugewölbe vorstellte. Insgesamt finden in dem geräumigen Gasthof viele Veranstaltungen statt. Das Haus war früher ein Gutshof mit Landwirtschaft und Gastwirtschaft. Das Braugewölbe war einst als Rossstall erbaut worden. Es gab schon früh Gästezimmer für Reisende. Eschlkam hatte eine Bedeutung als Grenzort an der Handelsstraße nach Böhmen. Maria Penzkofer hat 2019 den Betrieb übernommen. Pläne der Brauerei befinden sich noch im Familienbesitz. In den 1950er Jahren war Josef Obermeier der Besitzer.

Auch lesenswert: Deutsch-tschechischer Wettkampf: Per Drachenboot über den See von Babylon

1955 hat dann Opa Josef Penzkofer von der Penzenmühle den abgewirtschafteten Gutsbetrieb mit Brauerei gekauft und einen Getränkevertrieb daraus gemacht. 1964 wurde die Verantwortung an Xaver Penzkofer und seine Frau Inge übertragen. Sie haben umfangreiche Renovierungen getätigt. 1979 hat Xaver Penzkofer einen Anbau mit Saal und einem Vereinsheim im Untergeschoß für die Schützengesellschaft und Kegelbahnen veranlasst. Ein Meilenstein war die Umwidmung des Bierkellers zum Veranstaltungsraum im Jahre 1999. Damals feierte man das erste Eschlkamer Oktoberfest. „Wir sind nach wie vor ein bayerisches Wirtshaus und wollen auch in Zukunft ein Ort der Geselligkeit bleiben“, konstatierte die Inhaberin.