Trotz Warnschild: An Weinlände-Baustelle in Regensburg sammelt sich wieder Altglas

Von Philip Hell · 9. Juni 2026 um 20:00

Vor einigen Wochen musste die Stadt eingreifen, weil an der Baustelle in Regensburg an der Weinlände immer mehr Glasflaschen abgestellt wurden. Ein Warnschild sollte Abhilfe schaffen – mit überschaubarem Erfolg. Nun sind die Flaschen zurück und werfen eine Frage auf, die weit über Altglas hinausgeht: Was sagt das eigentlich über den Menschen aus? Eine neue Ausgabe unserer täglichen Glossen-Reihe „Rengschburg mit allem“ von MZ-Autor Philip Hell.

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Der Mensch heiße Mensch, weil er vergesse und weil er verdränge. Das dichtete einst Herbert Grönemeyer. Was für die gruselig-große Welt der Gefühle gilt, kann in Bezug auf Glasflaschen nicht falsch sein.

Das kommt einem zumindest in den Sinn, wenn man sich gestern Morgen an den Zäunen der Baustelle an der Weinlände vorbeigedrückt hat, während man zwei Radfahrern ausgewichen ist. Dort sammelten sich vor einigen Wochen derart viele Glasflaschen an, dass sich die Stadt dazu gezwungen sah, zu reagieren. Seither tauchten keine Flaschen mehr auf – bis jetzt!

Sammlung doch einiges über den Menschen aus

Einem Warnschild zum Trotz haben Menschen dort allerlei Altglas abgestellt. Zugegebenermaßen deutlich weniger, als noch vor ein paar Wochen. Und trotzdem sagt die Sammlung doch einiges über den Menschen – nur was?

Man könnte einwenden, es handle sich womöglich um das Werk von Anarchisten, denen Regeln – auch und gerade was Altglas angeht – völlig egal sind. Das scheint mir aber nicht der Fall zu sein. Eine kurze Recherche im Internet zeigt: Der Wein war recht preiswert. Und, das steht fest, wenn ein Anarchist einkaufen geht, klaut er – und zwar das gute Zeug.

Also, was sagt uns die Sammlung? Fragen wir Grönemeyer. „Nichts ist wirklich wichtig, nach der Ebbe kommt die Flut.“ Das gilt wohl sowohl für Gefühle als auch Glasflaschen.