Einigung in letzter Minute: Küblböck-Standort und 30 Beschäftigte bleiben in Burglengenfeld

Von Hubert Heinzl · 3. Juni 2026 um 17:00

Zumindest ein Teil der Beschäftigten bei Küblböck in Burglengenfeld (Landkreis Schwandorf) kann jetzt aufatmen: Kurz vor Ablauf des vorläufigen Insolvenzverfahrens gibt es eine Nachfolgelösung für wichtige Geschäftsbereiche.

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Wie berichtet, hatten die Ludwig Küblnöck Baukeramik, die Küblböck Kachelofenbau und die Besitzgesellschaft Winkelmann GmbH im März Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Die Ursachen für die wirtschaftliche Schieflage waren komplex: Die allgemeinen Zurückhaltung auf dem Bausektor wurde durch die Kürzung von Kreditlinien seitens zweier Banken noch verschärft. Auf der anderen Seite hatten Investitionen in der Vergangenheit nicht den gewünschten Effekt.

In den vergangenen drei Monaten konnte der Geschäftsbetrieb bei der Küblböck-Gruppe aber in vollem Umfang aufrechterhalten werden, und die etwa 50 Mitarbeiter in Burglengenfeld erhielten weiter ihre Bezüge. Unterdessen bemühte sich Insolvenzverwalter Dr. Jochen Zaremba von der SRI Rechtsanwaltsgesellschaft mbH im Rahmen des vorläufigen Insolvenzverfahrens um eine Nachfolgelösung für den Küblböck-Standort an der Hopfenröthe. Doch die Verhandlungen und Gespräche mit verschiedenen Interessenten erwiesen sich als zäh.

Für den Fliesen- und Natursteinhandel erfolgte die Einigung wirklich in letzter Minute.Dr. Jochen Zaremba, Insolvenzverwalter

Erst Ende Mai meldete sich nach Angaben des Insolvenzverwalters ein Investor für die Ofenbau-Sparte. Und für den Fliesen- und Natursteinhandel erfolgte „die Einigung wirklich in letzter Minute“, wie es Zaremba am MZ-Telefon formulierte. Nur wenig später – und es hätte tatsächlich das Insolvenzverfahren eröffnet werden müssen.

Doch nun meldet Zaremba bei der Sanierung der Küblböck-Unternehmensgruppe Vollzug. Am Dienstag erreichte die Mittelbayerische eine E-Mail der SRI Rechtsanwaltsgesellschaft, wonach es ihm gelungen sei, „für die Teilbetriebe Ofenhandel sowie Naturstein- und Fliesenhandel nachhaltige Fortführungslösungen zu erarbeiten und damit rund 30 der ursprünglich etwa 50 Arbeitsplätze zu sichern und den Standort in Burglengenfeld zu erhalten“. Nicht übernommen würden rund 20 Beschäftigte aus den Bereichen Natursteinbearbeitung und Verwaltung, so der Insolvenzverwalter auf Nachfrage.

Wie aus der Mitteilung der Insolvenzverwaltung hervorgeht, waren die Rahmenbedingungen für die Investorensuche alles andere als einfach. Weil die Küblböck-Gruppe am Standort in Burglengenfeld nur eingemietet war, musste die Übernahme nicht nur mit potenziellen Interessenten, sondern laut E-Mail „zugleich mit der Vermieterin der Immobilie, einer der weltgrößten US-amerikanischen Investmentgesellschaften, abgestimmt werden. Dies stellte alle Beteiligten vor große Herausforderungen“.

Eine Einigung, heißt es weiter, sei erst kurz vor Torschluss erzielt worden, nach „äußerst intensiven Verhandlungen, welche regelmäßig bis tief in die Nacht und an Wochenenden geführt wurden“. Das Ergebnis: Der Teilbetrieb Ofenhandel wurde laut Zaremba von einem Unternehmen aus Oberbayern übernommen, das bereits „seit vielen Jahren in der Branche tätig ist“, der Fliesen- und Natursteinhandel durch „ein Familienunternehmen im Baugewerbe und Baustoffhandel“.

Wesentliche Geschäftsbereiche übernommen

Die Investoren haben sich inzwischen ebenfalls zu Wort gemeldet. In einer Presseerklärung vom Mittwoch teilt die Martin Meier Baukeramik GmbH mit, dass das Unternehmen zusammen mit einer neu gegründeten Küblböck 1961 GmbH „wesentliche Geschäftsbereiche“ der Küblböck-Gruppe am Standort Burglengenfeld weiterführen werde. Die Martin Meier Baukeramik hat laut Pressemitteilung den Bereich Naturstein- und Keramikhandel „nahtlos in unser Familienunternehmen übernommen“.

Die GmbH ist Teil der Martin Meier AG mit Hauptsitz im oberbayerischen Eichstätt, das auch als „Martin Meier DIE BAUFAMILIE“ firmiert. 450 Beschäftigte arbeiten nach Unternehmensangaben an mehreren Standorten unter anderem in den Bereichen Bau, Fachhandel für Baustoffe und Bauelemente sowie Projektentwicklung.

Ein Einstieg im Zeichen der Expansion

Zuletzt wurde im Jahr 2020 die Natursteinpark Neumeyer GmbH in Abensberg-Offenstetten (Kreis Kelheim) übernommen. Auch der Einstieg in Burglengenfeld steht im Zeichen der Expansion – diesmal nach Ostbayern. Das bestätigte Markus Meier, Vorstand der Martin Meier AG, auf Anfrage. „Wir sind in den gleichen Geschäftsfeldern tätig. Das macht Sinn“, sagte er.

„Gemeinsam schaffen wir die Voraussetzungen, um die erfolgreiche Marktposition von Küblböck zu erhalten und gleichzeitig neue Entwicklungsmöglichkeiten für Kunden, Beschäftigte und den Standort zu eröffnen“, verspricht das Unternehmen in der Pressemitteilung. Geplant seien ein Ausbau des Sortiments, eine verbesserte Warenverfügbarkeit sowie zusätzliche Serviceangebote für Handwerker und private Bauherren.

Auf über 2000 Quadratmetern Ausstellungsfläche sollen auch in Zukunft Keramik, Natursteine und Öfen in Burglengenfeld präsentiert werden. - Foto: Martin Meier Baukeramik GmbH

Auch der Geschäftsbereich Kamin- und Kachelofenbau soll laut Presseerklärung eine Zukunft haben – unter der Verantwortung einer eigenständigen neuen Küblböck 1961 GmbH. Deren geschäftsführender Gesellschafter Christoph Vogel ist in Burglengenfeld kein Unbekannter. Denn vor 15 Jahren begann er als Auszubildender bei Küblböck seine berufliche Laufbahn. „Dem Unternehmen und den Menschen am Standort war ich immer eng verbunden. Umso mehr freue ich mich darauf, gemeinsam mit dem Team die erfolgreiche Tradition fortzuführen und gleichzeitig neue Impulse für die Zukunft zu setzen“, wird er in der Mitteilung zitiert.

Burglengenfelds Bürgermeister Martin Antretter (SPD) zeigte sich erleichtert über den Erhalt des Standorts. „Auch wenn die Reduzierung um 20 Arbeitsplätze zu bedauern ist, ist das alles in allem ein erfreuliches Ergebnis und ein wichtiges Signal“, sagte er auf Anfrage. Ein möglicher Leerstand in einer so großen Immobilie im Gewerbegebiet hätte sich nur schwer wieder füllen lassen. Den neuen Betreibern wünschte der Rathauschef eine glückliche Hand für die Fortführung der beiden Geschäftsbereiche.