Neuer Festwirt verspricht: Beim Schwandorfer Volksfest-Auftakt soll es „rumsen“

Von Jan Lange · 3. Juni 2026 um 15:00

Ab Freitag, 5. Juni, verwandelt sich der Volksfestplatz in Schwandorf wieder in eine bunte Feiermeile. Denn dann startet das 86. Volksfest, das zehn Tage dauert. Zum Auftakt soll es richtig „rumsen“, wie der neue Festwirt Bastian Schuhmann verspricht. Beim Schwandorfer Volksfest stehen – anders als bei der Erlanger Bergkirchweih – auch keine Songs auf einer Verbotsliste.

Bei der Erlanger Bergkirchweih hatte jüngst eine schwarze Liste von Songs, darunter der Nummer-Eins-Hit der Spider Murphy Gang „Skandal im Sperrbezirk“, für reichlich Ärger gesorgt. Eine Empfehlung, bestimmte Lieder beim Schwandorfer Volksfest nicht zu spielen, werde es von der Stadtverwaltung nicht geben, versicherte Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS) beim Pressetermin am Mittwochvormittag. Auch der Kult-Hit der Münchner Band um die Prostituierte Rosie dürfe natürlich gespielt werden.

Ob „Skandal im Sperrbezirk“ am Ende tatsächlich zu hören sein wird, hängt auch von den Bands ab, die an den zehn Volksfest-Tagen auf der Bühne stehen. Die Chancen stehen jedenfalls nicht schlecht. Die „Trachtenrocker“, die für den musikalischen Auftakt am Freitagabend sorgen, haben beispielsweise nach eigener Darstellung auch Songs der Neuen Deutschen Welle (NDW) im Repertoire. Und „Skandal im Sperrbezirk“ war einer der ersten NDW-Hits.

Bürgermeister aus den Partnerstädten beim Bieranstich mit dabei

Egal ob am Ende der legendäre Song der Spider Murphy Gang erklingt oder nicht, die Freude auf das 86. Schwandorfer Volksfest ist bei allem Beteiligten groß. „Das Schwandorfer Volksfest steht für Gemeinschaft, Tradition und Lebensfreude. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den Bürgern sowie unseren Gästen aus nah und fern zehn stimmungsvolle Tage voll guter Unterhaltung zu erleben“, betonte OB Feller. Zum traditionellen Bieranstich am ersten Festsamstag kann der Rathauschef die drei Amtskollegen aus den Partnerstädten Libourne (Frankreich), Sokolov (Tschechien) und Gualdo Tadino (Italien) begrüßen.

Wir wollen es nicht übertreiben.Festwirt Bastian Schuhmann auf die Kritik, warum der Fronleichnam-Feiertag nicht ins Volksfest eingebunden wurde

Am Festzug, der wie immer vor dem Bieranstich stattfindet, werden sich laut Stadt rund 1000 Menschen beteiligen. Diese Zahl könne sich noch nach oben verändern, da auch Kurzentschlossene mitmachen könnten, erklärte Dominik Fischer, Sachgebietsleiter Ordnungswesen der Stadt Schwandorf. Der Zug wird wie in der Vergangenheit in der Augustinstraße starten und bis zum Volksfestplatz führen. Nach mehreren Jahren Bauzeit führt die Strecke heuer über die neuen Naabbrücken. Die Teilnehmer am Festzug erhalten wie immer Getränke-Freimarken, die sie im Anschluss im Festzelt, aber auch an den restlichen Volksfest-Tagen einlösen können.

Die Wartezeit, zwischen der Ankunft der Festzug-Teilnehmer im Festzelt und dem Bieranstich, will Feller möglichst kurz halten. In den Vorjahren war da schon mal eine Stunde dazwischen vergangenen und das Festzelt hatte sich beim Bieranstich bereits wieder deutlich geleert. Deshalb wurde der Festbieranstich heuer um 18.30 Uhr angesetzt.

Festwirt hat sich gegen Lasershow entschieden

Das Schwandorfer Volksfest startet aber bereits am Freitag, 5. Juni. Und am ersten Tag müsse es richtig „rumsen“, findet der neue Festwirt Bastian Schuhmann. Aus diesem Grund habe er sich am Eröffnungstag auch gegen eine Lasershow und für ein Brillantfeuerwerk entschieden. Am späten Freitagnachmittag, von 16 bis 17 Uhr, gibt es das Festbier und alkoholfreie Getränke zum Preis von jeweils 2,50 Euro. Der Preis beim Bier beziehe sich aber nicht auf die Maß, sondern auf ein 0,3-Liter-Glas, wie Schuhmann auf Nachfrage deutlich macht.

Die Schausteller sorgen ihrerseits für einen besonderen Auftakt: Zwischen 16 und 17 Uhr kosten alle Fahrgeschäfte nur 1,50 Euro pro Person, weist Ulrike Sachs von Uebel und Sachs hin. Diese Aktion gelte aber nur für Fahrgeschäfte wie Breakdancer oder Autoscooter, betont Sachs. Beim Laufgeschäften wie dem 20 Meter langen und 13 Meter hohen „Spaßstadl“, das erstmals beim Schwandorfer Volksfest zu Gast sein wird, seien die Preise anders. Der Breakdancer wird nach zwei Jahren Pause heuer wieder in die Große Kreisstadt kommen, freut sich Sachs.

Neunburger Musiker spielen am Dienstag auf

Auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Festwirt Bastian Schuhmann angesprochen, lobt Ulrike Sachs diese als gut. Aber auch mit seinem Vorgänger, Gerhard Böckl, sei die Zusammenarbeit gut gewesen, fügt sie hinzu. „Wir kochen auch nur mit Wasser“, meint Schuhmann mit Blick auf die Erwartungen an ihn als neuen Festwirt. Man versuche aber, den Staub, der sich in den vergangenen Jahren etwas angesetzt habe, abzuklopfen. Dazu gehört auch, beim Schwandorfer Volksfest heuer keine Ruhetage mehr einzulegen, sondern zehn Tage durchzufeiern. Nun müsse man abwarten, wie die Schwandorfer das Programm am Montag, Dienstag und Mittwoch – an diesen drei Tagen ruhte 2025 der Volksfest-Betrieb – annehmen, meinte OB Feller.

Für diese drei Tage hat sich der Festwirt jedenfalls einige Höhepunkte überlegt. So gibt es am Montag einen Seniorennachmittag, bei dem nicht so genau hingeschaut werde, wie alt jemand tatsächlich ist. Am Dienstag folgt der Tag der Nachbarschaft mit Blasmusik und Comedy. Für den konnte Schuhmann den Neunburger Andreas Königsberger und seine Musikanten gewinnen.

In der Vergangenheit war immer wieder der Wunsch aufgekommen, mehr Musiker aus der Region einzubinden. Das sei gar nicht so einfach, wie Schuhmann einräumt. Von den ortsansässigen Kapellen habe er mehr Ab- als Zusagen erhalten. Der Grund sei vor allem Personalmangel gewesen. Mit der Blasmusik Bubach (Samstag, 6. Juni) und der Neukirchner Blaskapelle (Sonntag, 7. Juni) sind aber immerhin zwei bekannte Formationen aus der Großen Kreisstadt ins Programm eingebunden.

Interessantes zum 86. Schwandorfer Volksfest

• Termin: 5. bis 14. Juni

• Bierpreis: Die Maß kostet 11,40 Euro, die Halbe 5,90 Euro.

• Parken: Rund um den Volksfestplatz gibt es umfangreiche Parkverbote. Parken können die Besucher aber entlang der Amberger Straße und auf der Freifläche hinter der Krondorfer Feuerwehr sowie in den städtischen Parkhäusern.

• Feuerwerke: Freitag, 5. Juni, um 22.30 Uhr sowie Sonntag, 14. Juni, um 22 Uhr

• Aktionen: Happy Hour an allen Fahrgeschäften am Samstag, 13. Juni, von 14 bis 18 Uhr