Seine Erdbeeren haben Sonnenbrand: Hitze macht Schwandorfer Landwirt zu schaffen

An eine derartige Bullenhitze zum Auftakt der Erdbeerernte kann sich Johannes Rester nicht erinnern. Der 37-jährige Landwirt aus dem Schwandorfer Ortsteil Grain hat sich zusammen mit seiner Familie der süßen Frucht verschrieben. Doch heuer sind die Wetterbedingungen extrem. Unzähligen Erdbeeren macht die starke Sonneneinstrahlung zu schaffen. Ob man es glaubt oder nicht: Auch Erdbeeren können einen Sonnenbrand bekommen.
Eigentlich ist alles angerichtet für eine perfekte Erdbeersaison: Die Pflanzen rund um den Resterhof tragen pünktlich Ende Mai schöne, große Früchte – und die Aussicht bis ins Naabtal ist eigentlich unbezahlbar. Doch ganz unbeschwert kann Landwirt Johannes Rester derzeit nicht durch die Pflanzreihen auf der etwa 3,5 Hektar großen Anbaufläche gehen. Viele seiner Früchte am Südhang haben durch die starke Sonneneinstrahlung der vergangenen Tage einen Sonnenbrand erlitten.

Gerade Pflanzen, die erst ein Jahr alt sind, hätten zu wenig Blätter, um ihre Früchte zu schützen. „Die Erdbeere ist ein Nachtschattengewächs. Sie mag diese Hitze nicht“, erklärt der Landwirt.
Erdbeersaison am Resterhof in Schwandorf geht heuer bis Ende Juni
Rester rechnet daher mit einer „eher durchschnittlichen Ernte“ in diesem Jahr. Auf die regionalen Erdbeeren verzichten muss dennoch niemand. An den Pflanzen am Resterhof hängen die süßen Früchte trotzdem in großer Zahl und warten auf die Pflücker. Wegen Nachreife könne es auf den Feldern aber immer wieder zu Einschränkungen kommen, sagt Johannes Rester. Im Hofladen gibt es zudem Erdbeermarmelade oder Kuchen. Die Erdbeersaison dürfte laut Rester heuer bis Ende Juni gehen. Spätsorten wie Marieka oder Malwina stünden gerade in der Blüte.
Die Preise mussten leicht angepasst werden. „Wir versuchen, diese vernünftig zu halten“, sagt Landwirt Rester. Doch aufgrund steigender Lohnkosten, höherer Preise für Düngemittel und Energie habe man handeln müssen.
Heidelbeeren und Himbeeren am Mulzerhof sind in ein paar Wochen reif
Auch im Nachbarort Naabsiegenhofen hat sich eine Landwirtsfamilie der Beerenernte verschrieben. Der Mulzerhof ist bekannt für Heidelbeeren und Himbeeren. Peter Mulzer (63) ist „guter Dinge“, dass man bei den Heidelbeeren Ende Juni, spätestens Anfang Juli die ersten Frühsorten ernten könne. Bei den Himbeeren dürfte es dagegen Mitte Juli werden.

Auch am Mulzerhof macht sich die frühe Hitzewelle bemerkbar. „Die Früchte sind schon im Stress“, beobachtet der Hofchef zusammen mit seinem 21 Jahre alten Sohn Simon. Man müsse entsprechend bewässern.