Kneitinger Keller: Droht Regensburger Traditionsgaststätte Enttäuschung wie im Vorjahr?

Der Mai war als Startzeitpunkt angepeilt worden. Doch der ist vorbei. Droht im Kneitinger Keller in Regensburg wieder eine Enttäuschung wie im Vorjahr? Nein, denn bald soll es losgehen.
Ein Minijobber am Bratwurstgrill, zwei Minijobber am Getränkeausschank, ein- bis zweimal täglich eine Reinigung des Toilettencontainers – und fertig ist das Vergnügen in einem Interims-Biergarten. So stellt sich das der Laie vor. Und zwar nicht aus purer Laienhaftigkeit, sondern weil er das in etlichen anderen deutschen Städten bereits x-mal so gesehen hat. Sogar in Regensburg schon. Im Prüfeninger Schlossgarten funktioniert auf diese Weise seit Anfang Mai die Saison, die demnächst ins (kostenpflichtige) Public Viewing zur Fußball-WM und ins Open-Air-Festival mit neun Großveranstaltungen übergeht.
Küche, Ausschank und Rampe des Wirtshauses sind startklar
An einem anderen Ort in der Stadt lässt das neue Leben im Biergarten derweil weiterhin auf sich warten: im Kneitinger Keller an der Galgenbergstraße. Und das, obwohl Brauerei-Geschäftsführer Leonhard Resch vor sechs Wochen Mitte Mai als Zieltermin für die Teilöffnung auf der derzeitigen Baustelle genannt hatte.
Es geht nur noch um den Feinschliff.Leonhard Resch, Geschäftsführer Kneitinger
Jetzt, Anfang Juni, sagt er: „Es ist alles nicht so einfach.“ Bei diesen Worten werden Erinnerungen ans letzte Jahr wach, als ebenfalls ein reduzierter Sommerbetrieb geplant war, letztlich aber ins Wasser fiel. Doch Resch beruhigt: „Dieses Mal sind wir weiter, es geht nur noch um den Feinschliff.“
Die letzten offenen Fragen sollen unter anderem heute einer Lösung zugeführt werden. Da trifft sich der Geschäftsführer auf der Baustelle mit Markus Stahl, dem künftigen Wirt. Der hat mittlerweile die meisten Voraussetzungen vorliegen, um vor der großen, im Spätherbst geplanten Neueröffnung der runderneuerten Traditionsgaststätte mit dem Interims-Biergarten loszulegen. So ist der seit über einem Jahr ungenutzt unter den Kastanien stehende Container nun mit dem nötigen Equipment zum Kochen und Ausschenken ausgestattet.
Für alle sichtbar hat sich auch außen an diesem mobilen Quader etwas getan: Eine hölzerne Balustrade wurde angebracht. Diese kann nur den einen Sinn und Zweck haben, dass sich die bald erwarteten Kunden beim Bestellen und Wegtragen richtig einreihen. Eine weitere wesentliche Einrichtung für die Gäste ist seit vergangenem Montag dieser Woche da: ein zweiter Container mit Toiletten.
Bereits am Freitag davor war die neue Rampe zum künftigen Parkplatz endgültig fertig geworden. „Diese Zufahrt ist der neuralgische Punkt bei der Frage, wann wir mit der Teilöffnung loslegen können“, hatte Resch bereits im April erklärt. Um nämlich dem weiter laufenden Baustellenbetrieb an den neuen Anbauten des Wirtshauses nicht in die Quere zu kommen, fungiert die Rampe für Fußgänger und Radler als vorläufiger Eingang in den Biergarten. Dazu muss sie gefahrlos begehbar sein – und das ist jetzt der Fall.
Ein „Soft Opening“ zum Einspielen der Abläufe
Dies merken seit Kurzem auch die Passanten auf der Galgenbergstraße. Die monatelang bestehende Engstelle ist weg, Bürgersteig und Fahrbahn sind wieder in voller Breite nutzbar. Die Bordsteinabsenkung an der künftigen Zufahrt wurde passend dazu vom städtischen Tiefbauamt abgenommen, wie Resch über ein Detail aus der vorhin genannten Kategorie „Es ist alles nicht so einfach“ berichtet.
Und wann öffnet der Interims-Biergarten nun seine Tore? Auf einen genauen Termin will sich der Brauerei-Chef nach den gemachten Erfahrungen zwar nicht festlegen, aber immerhin auf einen überschaubaren Zeithorizont: „In einer oder in zwei Wochen.“
Vor einer offiziellen Eröffnung werde es auf jeden Fall ein „Soft Opening“ geben, um die Abläufe ohne großes Getöse einspielen zu können. Für einen Test mit Bratwürsten an Fronleichnam wird es nicht mehr reichen, aber danach dürfte es nicht mehr lange dauern.