Streik bei Autozulieferer Mahle beendet – Trauer über Werksschließung in Neustadt

Von Jochen Dannenberg · 2. Juni 2026 um 16:19

Der Streik beim Autozulieferer Mahle gegen die geplante Schließung des Werks in Neustadt a.d. Donau (Landkreis Kelheim) ist beendet. Die Schließung des Werks konnte nicht verhindert werden, doch die rund 400 Beschäftigten erhalten hohe Abfindungen.

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„Die Mitglieder der IG Metall bei Mahle in Neustadt haben mit deutlicher Mehrheit dem Verhandlungsergebnis über einen Sozialtarifvertrag zugestimmt und zugleich die Beendigung ihres Streiks beschlossen“, teilte die IG Metall am Dienstag nachmittag mit. Damit kann der am Freitag zwischen IG Metall und Mahle vereinbarte Tarifvertrag in Kraft treten, der das Ergebnis eines achttägigen Erzwingungsstreiks ist.

„Im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen des Unternehmens konnte die IG Metall ein Vielfaches an finanzieller Absicherung durchsetzen“, betont die Gewerkschaft. „Der Sozialtarifvertrag umfasst deutlich verbesserte Abfindungsregelungen mit altersabhängigen Faktoren, Mindestbeträgen und einer hohen Deckelung bei 250.000 Euro.“ Zusätzliche Zahlungen gibt es für Beschäftigte mit unterhaltspflichtigen Kindern sowie für schwerbehinderte und gleichgestellte Beschäftigte.

3,25 Millionen Euro für IG-Metall-Mitglieder

Hinzu kommt ein Mitgliederbonus von 3,25 Millionen Euro für IG Metall-Mitglieder. Die Höhe der Auszahlung richtet sich nach der Dauer der Mitgliedschaft und bringt insbesondere organisierten Beschäftigten mit langen Mitgliedschaften deutlich mehr Abfindung ein. Darüber hinaus wurden ein Härtefallfonds sowie eine Transfergesellschaft mit Rechtsanspruch vereinbart.

Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg, erklärte: „Die Schließung dieses wirtschaftlich erfolgreichen Standorts ist und bleibt falsch. Aber wir haben sie für Mahle teuer gemacht – und das ist richtig so. Wer Arbeitsplätze vernichtet, darf damit nicht billig davonkommen.“

Peter Meier, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, hebt den Zusammenhalt der Belegschaft beim Arbeitskampf hervor: „Die enorme Geschlossenheit war unser größter Trumpf. Die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb haben zusammengehalten und konnten sich auf eine breite Solidarität weit über den Standort hinaus verlassen. Umso bitterer ist es, dass die Schließung nicht verhindert werden konnte.“

Auch Bayerns IG Metall-Bezirksleiter Horst Ott würdigt den Einsatz der Beschäftigten: „Insbesondere der Mitgliederbonus ist eine Anerkennung für alle IG Metall-Mitglieder, die mit ihrer Solidarität und ihrem Mut dieses starke Ergebnis erst möglich gemacht haben.“ Zugleich kritisiert Ott das Vorgehen des Unternehmens: „Dass Mahle die Schließung eines funktionierenden Standorts gegen alle Argumente durchdrückt, ist verantwortungslos. Die Menschen hier haben über Jahre geliefert.“