Patisserie und Drinks: Mit Café Madeleine wird für Regensburger Betreiber ein Traum wahr

Nicht zu viel nachdenken, sondern einfach machen: So lässt sich wohl die Haltung beschreiben, mit der Dagobert Nguyen sich einen lang gehegten Traum erfüllt hat. Seit vergangener Woche betreibt der 31-Jährige das Café Madeleine in der Regensburger Altstadt. Dafür hat er einige Hürden auf sich genommen.
Nun steht der hauptberufliche Projektmanager hinter der markanten Edelstahltheke seines Cafés und bereitet Kaffee, Matcha oder Drinks zu. Eine „schöne Mischung aus klassisch und modern“ sei ihm sowohl bei der Einrichtung als auch beim Angebot wichtig gewesen.
Vor dem sonnengelb verputzten Haus sitzen bereits zahlreiche Gäste auf orangenen Hockern in der Sonne. Alle Tische sind besetzt. „Wir haben einfach aufgemacht, erstmal ohne große Werbung“, sagt Nguyen. Stattdessen habe er zunächst vor allem Freunde eingeladen. „Umso mehr freut es mich, dass jetzt schon die ersten Gäste ein zweites Mal kommen.“
Schwarzwälder Kirschtorte aus der offenen Backstube
Neben seinem betriebswirtschaftlichen Hintergrund bringt Nguyen auch Gastroerfahrung mit. „Ich liebe es, Leute zu bewirten“, sagt er. „Außerdem ist Kaffee übelst mein Ding.“ In seinem eigenen Café kommt zu „gutem Kaffee“, wie auf einem großen Aufsteller vor dem Eingang zu lesen ist, noch eine Besonderheit dazu: Der zweite Punkt, der dort steht, ist „mega Torten“ – und die macht der Betreiber selbst.
Um die offene Backstube im Laden betreiben zu können, hat er allerdings einige Hürden auf sich nehmen müssen – denn normalerweise braucht es dazu eine Konditorausbildung. „Ich habe eine meisterähnliche Prüfung abgelegt“, erzählt er über die Ausnahmebewilligung, mit der er nun selbst Kuchen und Torten backen und verkaufen darf. „Wir wollen einen Mix aus französischer Patisserie und klassischen Kuchen anbieten.“
Verbindung zwischen klassischem Handwerk und ausgewählten Getränken
Während sich Nguyen in nächster Zeit zudem vor allem um den wirtschaftlichen Betrieb des Cafés kümmern wird, entwickelt Mitarbeiter Fabian Baumgartner, der als selbstständiger Fotograf bereits mehrere Betriebe in Regensburg wie die Barockbar unterstützt hat, das Konzept mit.
Auch er hebt als Erkennungszeichen des Cafés die Verbindung zwischen klassischem Handwerk in Form der Patisserie und ausgewählten Getränken hervor. „Ältere Gäste loben die Schwarzwälder Kirschtorte“, sagt er. „Wir sprechen aber auch ein junges Publikum an, etwa mit modernen Weinen aus einem Berliner Weinhandel.“
„Ohne viel Chichi“ – aber die Qualität muss stimmen
Dass die Gastroszene in Regensburg gerade in der Altstadt schon groß ist – laut eines kürzlich erschienenen Rankings gehört die Domstadt zu denen mit der höchsten Café-Dichte in Deutschland – sieht er dabei nicht als Nachteil. „Ich finde es eigentlich sehr positiv, wenn es in einer Stadt viel Gastronomie gibt“, sagt Baumgartner. „Die Gäste entwickeln dadurch ein Bewusstsein für Qualität – und irgendwie pusht man sich auch gegenseitig.“
„Regensburg ist ja auch eine Stadt mit viel touristischem Zulauf“, fügt Nguyen hinzu. Für Besucher, aber auch für Einheimische will er einen Ort schaffen, der „für Geschmack steht, aber nicht groß erklärungsbedürftig ist und ohne viel Chichi auskommt“. Die „Seele“ des Cafés werde ohnehin erst nach und nach durch die Mitarbeiter entstehen, ist er überzeugt.
Beim Namen kam es ihm ebenfalls auf „Bodenständigkeit“ an – auch wenn darin ein gutes Stück Herzblut steckt. „Ich habe immer schon gesagt, dass ich den Namen schön finde, wenn ich mal eine Tochter habe“, sagt er.