Was ist Ube? Lila Trendgetränk aus Social Media erobert Regensburger Cafés – und die Dult

Ube Latte statt Matcha Latte: Ein neuer Trend aus Social Media hat seinen Weg in die Regensburger Cafés gefunden. Betreiber erklären, wie das lilafarbene Getränk schmeckt und wie seine auffällige Farbe entsteht – und ein Dult-Beschicker verrät, warum er Ube jetzt in seinen Crêpes-Teig mischt.
Mild und süß, wie eine Mischung aus Vanille und Kokosnuss: So beschreibt Yuchen Trilovszky das neueste Angebot auf seiner Karte, den Ube Latte. Nicht nur wegen des Geschmacks kommt die Mischung, die mit Milch oder Milchalternativen zubereitet wird, bei den Kunden gut an. Vor allem die ungewöhnliche Farbe erregt Aufmerksamkeit: Der Ube Latte ist auffällig lila und lässt viele Besucher des Cafés Seedling noch vor dem ersten Schluck ihr Handy zücken.
„Es ist auf jeden Fall ein fotogenes Getränk“, sagt Trilovszky, der das Café in der Landshuter Straße mit seiner Frau Yuhan Liang betreibt. „Wir bieten es erst seit etwa drei Wochen an, aber die Bestellungen werden immer mehr.“ Viele Kunden würden bei ihm aber erst einmal nachfragen, was genau Ube ist. Im Internet hat das Getränk, dessen Basis die vor allem auf den Philippinen angebaute violette Yamswurzel ist, dagegen bereits einen kleinen Hype ausgelöst. In sozialen Medien wird der lila Latte als Hingucker gefeiert, der sogar den schon lange anhaltenden Matcha-Hype verdrängen könnte.
Nach Matcha-Latte: Wird Ube das nächste Trendgetränk?
Doch wird das Matcha-Grün auch in Regensburg bald von leuchtendem Lila abgelöst? Noch ist das Grünteepulver aus Japan der Verkaufsschlager, sagt Trilovszky. „Zuletzt sind uns sogar die Eiswürfel für den Iced Matcha ausgegangen, weil so viel bestellt wurde.“
Obwohl sich die Getränke nicht nur farblich, sondern auch geschmacklich stark unterscheiden, empfiehlt er Matcha-Liebhabern, den Ube Latte einmal zu probieren. „Es macht ja auch einfach Spaß, ab und zu neue Dinge zu bestellen – und vielleicht wird es ein Trend.“
Ube: In Asien nichts Außergewöhnliches
Für ihn selbst ist Ube allerdings gar nichts Außergewöhnliches. „Ich komme ursprünglich aus China. Als ich klein war, haben wir die Wurzel häufig getrunken oder gegessen. Es war eher etwas Alltägliches.“
Nicht damit gerechnet hat der Café-Betreiber dagegen, wie das Pulver mit verschiedenen Milchalternativen reagiert. „Das ist eine lustige Sache. Als ein Kunde zum ersten Mal mit Hafermilch bestellt hat, hat sich die Farbe verändert – von Flieder hin zu einem bläulichen Ton.“ Mit einem Chemie-Studium im Hintergrund kann er sich den Farbwechsel jedoch leicht erklären: „Je nach pH-Wert verändert sich die Farbe – vom klassischen Lila über Blau bis hin zu Pink, wenn zum Beispiel Zitrone dazukommt.“
Lila Farbe macht Kunden neugierig
Als „erfrischenden Sommerdrink“ beschreibt Manuel Dirnberger-Ammon, Geschäftsführer von Der Dirnberger Kaffee, Ube. Im Café in der Eingangshalle des Hauptbahnhofs geht der Ube Latte seit etwa zwei Wochen über die Theke, auch als Varianten mit Espresso oder auch Matcha. „Es scheint schon der nächste Trend zu werden“, sagt Dirnberger-Ammon. „Viele Leute haben davon auf Social Media gehört oder unsere Aufsteller gesehen. Neugierig sind sie vor allem wegen der Farbe.“

Auf Ube gebracht habe ihn eine Mitarbeiterin. „Sie ist bei Essens- und Getränketrends immer up to date. Auch viele der Ideen für unsere Matcha-Varianten kamen von ihr.“ Im Gegensatz zum Café Seedling verwendet Dirnberger Kaffee die Yamswurzel nicht als Pulver, sondern als Sirupkonzentrat. „Das zu beziehen ist gar nicht so leicht. Es gibt noch nicht viele Anbieter mit wirklich guter Qualität – und die, die es gibt, bekommen aufgrund der Nachfrage Lieferprobleme.“ Der Geschäftsführer ist selbst ebenfalls schon auf den Geschmack gekommen und beschreibt ihn als „vanillig-nussig, ein bisschen wie Speiseeis, Keks oder weiße Schokolade“. Sein Fazit ist klar: „Ich selber finde das Getränk grandios.“
Ube im Crêpes-Teig auf der Regensburger Dult
Doch nicht nur in flüssiger Form ist die philippinische Yamswurzel in der Domstadt angekommen. Ube gibt es auch als Teig – zum Beispiel auf der Dult bei Feine Crêpes Ulrich. „Wir betreiben den Crêpes-Stand schon seit 1994“, sagt Geschäftsführer Patrick Ulrich. „Auch wir haben gemerkt, dass wir mit der Zeit gehen müssen. Vor zwei Jahren haben wir den Weg zu Instagram gefunden – und nachdem wir Matcha ein wenig verschlafen haben, wollten wir uns für dieses Jahr etwas einfallen lassen.“ Die Ube-Wurzel gilt als entzündungshemmend und gesund, erklärt Ulrich. „Also haben wir gesagt, wir sind dabei und kreieren einen Teig damit.“
Wird das Pulver dem Crêpes-Teig beigemischt, erhält dieser einen leicht nussigen Geschmack und eine ungewöhnlich rosa-lilane Farbe. „Nachdem wir ein wenig Werbung gemacht haben, fragen viele Leute gezielt danach – süß, etwa mit Erdbeeren und Nutella, oder auch als deftige Variante.“

Nach Ende der Regensburger Dult geht es für Ulrich weiter zur Erlanger Bergkirchweih und später nach Oberfranken. Auf der Herbstdult sowie am Christkindlmarkt kommt er mit seinen Ube-Crêpes dann wieder zurück in die Stadt. „Vielleicht ist der Hype ja dann noch größer“, sagt er. „Ältere Kunden brauchen so etwas vielleicht weniger. Aber die Instagram-Generation findet es toll.“
Info: So entsteht die lila Farbe – und so ist die Klimabilanz
• Hingucker: Lila Kuchen, Kaffee oder Eis: Nach Asien, Australien und den USA hat der Trend um die violette Yamswurzel auch Deutschland erreicht. Laut einer Pressemitteilung des Bundeszentrums für Ernährung kommt Ube hierzulande als Püree, Pulver oder Sirup in Lebensmitteln zum Einsatz. Auf Instagram wurde der Hashtag „Ube“ bereits etwa 800.000 Mal verwendet. Das intensive Lila entsteht durch Anthocyane – pflanzliche Farbstoffe, die unter anderem entzündungshemmend wirken können.
• Klimabilanz: Eine Kehrseite hat der Hype allerdings auch, wie Britta Klein vom Bundeszentrum für Ernährung erklärt: „Immer wenn von einem Lebensmittel plötzlich viel mehr gebraucht wird als vorher, zerstört das gewachsene Anbaustrukturen.“ Zudem handle es sich um ein weit gereistes Produkt mit entsprechender Klimabilanz.