Kulturexplosion mit Extra-Eissorte und Regensburg-Parfüm: Das Welterbe zeigt seine Superkraft

Von Heike Haala · 28. Mai 2026 um 16:26

Es klingt wie die Domspatzen oder auch wie der verhältnismäßig neue Mädchenchor. Es riecht nach Weihrauch, Lindenblüten oder Donauwind. Und es schmeckt zum Beispiel nach Rehorik-Kaffee oder nach dem Eis aus den Theken zu beiden Seiten der Steinernen Brücke: das Regensburger Welterbe. Am ersten Juni-Wochenende werden die Besucher der Altstadt dies alles in geballter Form erleben können. Denn dann wird der Unesco-Titel, den die Stadt seit 20 Jahren trägt, gefeiert.

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Dom, Donau, Dolce Vita: Die Highlights dessen, was die Besucher am 6. und 7. Juni im Bereich der Altstadt erwartet, strichen Lorenz Baibl, Leiter des Amts für Kulturelles Erbe, Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger, Welterbekoordinator Matthias Ripp, Kulturreferent Wolfgang Dersch, Jakob Reitinger, Chef der Regensburg Tourismus GmbH (RTG), und Janina Rummel von der Welterbekoordination am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im Salzstadel heraus. Es werde an diesem Wochenende ein regelrechter Spot auf Regensburg gerichtet sein, kündigte Oberbürgermeister Burger an. Kulturreferent Dersch sprach von einer kostenfreien Kulturexplosion.

Festakt im Reichssaal: Es gibt Tickets für Bürger

Denn beispielsweise findet wegen des Jubiläums die bundesweite Eröffnung für alle 55 deutschen Welterbestätten am 7. Juni in Regensburg statt. Dazu wird es um 11 Uhr einen Festakt im Historischen Reichssaal geben, in dem Regensburg vor 20 Jahren die Unesco-Urkunde überreicht bekam. Dafür hält die Stadt auch ein begrenztes Kontingent an Karten für interessierte Bürger vor.

Reitinger von der RTG beschrieb den für 6. Juni geplanten Markt der Welterbestätten am Haidplatz. An den Ständen können Besucher etwa mit Vertretern aus Bayreuth, Quedlinburg, Hildesheim, Bremen, Weimar, Würzburg oder Erfurt ins Gespräch kommen.

Für den Besuch

• Programm: Das vollständige Programm für den Welterbetag finden Interessierte auf der Homepage der Stadt unter www.regensburg.de.

• Bürgertickets: Die Bürgertickets für den Festakt im Historischen Reichssaal am 7. Juni um 11 Uhr können ab dem 30. Mai auf der Homepage der Stadt gebucht werden.

Baibl machte Werbung für das Rahmenprogramm auf der Bühne des Thon-Dittmer-Palais am 7. Juni ab 12 Uhr: Hagen Pätzold soll auf historischen Instrumenten spielen, Petra Stikel wird ein Speeddating der Welterbestätten leiten und nach einer musikalischen Einlage des Mädchenchors der Domspatzen soll es eine von Baibl moderierte Diskussion zum Thema Welterbe geben. Auf dem Podium wird unter anderem Erik Eschweiler-Dienerowitz vom World Heritage Center sitzen.

Besucher als Salzsammler und Strudelfahrer

Auf der Welterbemeile am Marc-Aurel-Ufer könnten Besucher am 7. Juni römischen Legionären oder mittelalterlichen Schwertkämpfern begegnen, kündigte Rummel von der Welterbekoordination an. An einem Stand, der sich mit dem Geruch Regensburgs auseinandersetzt, könnten Besucher ihr persönliches Regensburg-Parfüm kreieren, an einem anderen das Donauwasser unter dem Mikroskop untersuchen. In die Welt von Salzsammlern oder Vertretern anderer mittelalterlicher Handelsbranchen können Interessierte bei einem auf den Boden des Salzstadels projizierten Spiel eintauchen. Weiterhin kündigte Rummel eine vergünstigte Strudelfahrt für Regensburger an sowie eine Lichtinstallation am Salzstadel nach Einbruch der Dunkelheit am 5. und 6. Juni. Gezeigt werden sollen historische Bilder. Bei einer Welterbe-Rallye können Besucher in 31 Geschäften Stempel sammeln und Preise gewinnen. Die Eisdiele Stella gegenüber des Salzstadels habe zudem extra für den Tag ein Welterbe-Eis kreiert.

Welterbekoordinator Matthias Ripp erinnerte bei all dem Schönen, das seine Vorredner bei diesem Termin angekündigt hatten, an den durchaus ernsten Hintergrund. Letzten Endes sei das Welterbe ein Friedensinstrument, das nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen worden sei, um die Verantwortung für diese Stätten auf die gesamte Menschheit zu verteilen. „Vielleicht ist das ja die eigentliche Superkraft von Kultur: Dass Menschen etwas zusammen machen“, sagte Ripp und zielte damit auf das Regensburger Motto des Welterbetags ab: Geschichte, die verbindet.