Gold für Pralinen aus Lappersdorf: Tanja Schnitker plant Patisserie in Regensburger Altstadt

Von Bernd Hofmann · 31. Mai 2026 um 15:00

Tanja Schnitker weiß, was schmeckt. Jetzt hat sie bei dem renommierten Branchenpreis, dem „German Chocolate Award“ teilgenommen und ordentlich abgeräumt: Dreimal Gold und einmal Silber gab es für ihre Pralinen. Nach ihrem Erfolg bei dem Wettbewerb folgt direkt der nächste Streich: Sie will in der Regensburger Altstadt eine Patisserie eröffnen.

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Für die perfektionistische Schnitker war der Erfolg beim Wettbewerb eine Erleichterung. „Ich wusste schon: Die Pralinen sind gut, aber wenn du es von einer Fachjury bestätigt bekommst, ist das doch noch mal ein Stempel oben drauf“, erzählt sie.

Ich möchte den Leuten ins Gesicht schauen, wenn sie in ein Croissant beißen, oder sich eine Praline in den Mund stecken – einfach um die Reaktion zu sehen.Tanja Schnitker, Konditor-Meisterin

Vier Pralinensorten hat sie für die Bewertung eingesendet. Bei dem Wettbewerb, ausgerichtet von der Akademie des deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim, müssen die Teilnehmer eine Teilnahmegebühr zahlen, um ihre Backwaren einzureichen. Insgesamt 250 Einsendungen aus dem deutschsprachigen Raum wurden geprüft – 71 davon wurden mit Gold ausgezeichnet.

Süße Grüße als Dank für schöne Töne

Schnitker hat mit ihren Sorten Matcha picchu, Tamtam, innamorato del caffé und highland mist teilgenommen. Die Namen geben schon erste Hinweise auf den Geschmack der süßen Halbkugeln: Matcha, Kaffee und Whiskey ist jeweils in ihnen zu finden. Der Name für die Tamtam Pralinen hat eine ganz andere Herkunft, die mit den Tagen Alter Musik zu tun hat.

Diese drei Pralinen gewannen Gold: Matcha picchu (v.l.), Innamorato del caffé und Tamtam. - Foto: Hofmann

Denn die Pralinen waren einst für die Musiker der Konzertreihe gedacht – auf kleine viereckige Pralinen hatte die Lappersdorferin das Logo mit der Abkürzung der Veranstaltung gedruckt: TAM „Dann haben die 1200 Pralinen bestellt, die alle einzeln verpackt werden mussten. Das war dann wirklich so, dass mein Mann und ich gesagt haben: Das ist wirklich viel Tamtam“, erklärt Schnitker und lacht. So entstand der Name für die Maracuja-Vanille-Praline.

Bei Schnitkers Pralinen handelt es sich um sogenannte Formpralinen. Bei deren Herstellung wird die Schokolade in Form gegossen und dabei „geschminkt“ – sie erhalten Farbe. Dafür werden die Formen vor dem Ausgießen mit Schokolade poliert und mit der Farbe „geschminkt“. In den so entstehenden Hohlkörper kommt dann eine Füllung.

Es kommt auf die perfekte Temperatur an

Aber dabei läuft nicht immer alles glatt: „Schokolade kann auch eine Bitch sein“, sagt sie. Die richtige Temperierung sei bei der Herstellung der Pralinen essenziell, sonst glänzt die Schokolade nicht.

Die Jury verköstigt Pralinen. - Foto: Bernd Siebold

Mit der Eröffnung der Patisserie würde für Schnitker ein Traum in Erfüllung gehen. „Ich wollte schon immer in die Gastro-Schiene“, erzählt sie. Bei dem Versand der Pralinen aus ihrer Backstube daheim, sehe sie die Rückmeldung der Kunden nicht – obwohl genau das ihr so sehr gefällt.

„Ich geh da total auf. Ich liebe es von meinen Produkten zu erzählen. Ich möchte den Leuten ins Gesicht schauen, wenn sie in ein Croissant beißen, oder sich eine Praline in den Mund stecken – einfach um die Reaktion zu sehen“, schwärmt sie.

Deshalb ist die Vorfreude auf ihr Geschäft groß. Schnitker hat Räumlichkeiten in guter Altstadtlage in Aussicht. Wo genau, das will sie noch nicht verraten. Wenn alles glatt läuft, möchte sie die Patisserie noch vor Weihnachten eröffnen. Ihr schwebt eine Espressobar vor, in der die Konditor-Meisterin ihre selbst gemachten Törtchen, Macarons, Croissant verkaufen will. Auch ihre geliebten Pralinen wird sie dort anbieten – und endlich ihren Kunden ins Gesicht sehen können, wenn diese von ihren Kreationen naschen.