„30 bis 40 Säcke“: Regensburgerin schlägt Alarm wegen Müll-Chaos nahe Hauptbahnhof

Von Philip Hell · 28. Mai 2026 um 19:00

Regensburg hat ein Müll-Problem – und das nicht nur in der Altstadt: Eine Anwohnerin aus dem Bahnhofsumfeld hat sich bei der MZ gemeldet und berichtet von untragbaren Zuständen. Dort stapeln sich regelmäßig die Müllsäcke. Das ist kein Einzelfall in der Domstadt.

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Aus Furcht vor Anfeindungen möchte die Frau ihren Namen nicht in der Zeitung lesen. Nur so viel: Vor einigen Jahren zog sie in die Zollerstraße, die unweit des Bahnhofs an der Galgenbergbrücke liegt. Von Anfang an sei ihr aufgefallen, dass sich am Ende der Straße regelmäßig zahlreiche Gelbe Säcke stapeln. An diesem Dienstag war es mal wieder so weit: Ein großer Haufen der Plastikbeutel hat sich aufgetürmt. Auch eine Kiste hat jemand auf den Berg gelegt. „Manchmal sind es 30 bis 40 Säcke“, berichtet die Anwohnerin. „Die liegen da zum Teil 14 Tage lang.“ Dabei seien es bei Weitem nicht nur ihre Nachbarn, die ihren Plastikmüll dort abladen. „Ich habe in der Nacht schon Autos hinfahren gesehen.“ Wo die Leute herkommen, wisse sie nicht. „Ich notier mir ja nicht die Kennzeichen.“ Aber vielleicht aus dem Landkreis. Dort müssen die Bürger ihren Recyclingmüll nach wie vor zum Wertstoffhof bringen. Schon Ende 2024 berichtete die MZ über Fälle, in denen Landkreis-Bewohner ihren Müll in die Stadt fuhren. Ob das auch in der Zollerstraße der Fall ist: unklar.

Müll in Regensburg: Unweit des Bahnhofs stapeln sich die Gelben Säcke

Alle zwei Wochen werden die Gelben Säcke abgeholt. Das beseitige das Problem aber nur kurzfristig, berichtet die Anwohnerin. „Es dauert keine zehn Minuten, dann liegen schon wieder welche da.“ Gerade im Sommer werde das zu einem echten Problem. „Da knallt die Sonne drauf.“ Und nicht nur das. „Manche Leute pfeffern die Säcke einfach nur hin und dann platzen sie natürlich auf. Es ist ja nur eine ganz dünne Folie.“ Das Resultat: Verpackungen fliegen durch die Straße. „Es ist einfach ein Ärgernis“, sagt die Anwohnerin. Auch Ratten habe sie in der Vergangenheit schon gesehen. „Mich wundert schon, dass es nicht mehr sind.“ Mit Blick auf eine gewisse Müll-Problematik in Regensburg sagt sie: „Wir sind doch eine schöne Stadt!“

Auf Nachfrage bestätigt Juliane von Roenne-Styra, Sprecherin der Stadt Regensburg, in Bezug auf die Zollerstraße: „An diesem Ort kam es in der Vergangenheit immer wieder zu unsachgemäßen Ablagerungen.“ Grundsätzlich kümmere sich die Firma Meindl um die Entsorgung der Gelben Säcke. Der Müll werde alle zwei Wochen abgeholt. Die Anwohner dürften dabei die Säcke frühestens am Vortag rausstellen, „da ansonsten zum Beispiel Krähen und andere Vögel die Säcke aufreißen, um an Essensreste zu kommen und anschließend die leichten Kunststoffverpackungen verweht werden.“

Müll-Ansammlung in Regensburg: Stadt entsorgt illegalen Abfall – auf Kosten aller

Sollten sich Gelbe Säcke an der Stelle ansammeln, könne man dies der Firma Meindl melden, sagt von Roenne-Styra. Diese müssten dann von der Stadt entfernt werden – auf Kosten der Allgemeinheit, versteht sich. Generell setze die Verwaltung beim Thema Müll auf Aufklärung, führt die Stadtsprecherin aus und zählt einige Beispiele auf: Broschüren mit Symbolbildern und in mehreren Sprachen, Infostände, Besuche in Schulen und Kindergärten. „In Einzelfällen werden Flyer in der betroffenen Umgebung verteilt, Gespräche mit Hausverwaltungen gesucht, das Abfall-ABC sowie Entsorgungskalender weitergeleitet.“

Bei der Zollerstraße handelt es sich laut Auskunft der Stadt-Sprecherin nicht um einen Einzelfall. „Es kommt im Stadtgebiet immer wieder zu ähnlichen Ansammlungen. Die Schwerpunkte wechseln dabei.“ Und ja, es gebe auch Hinweise darauf, dass Landkreis-Bewohner Gelbe Säcke in der Stadt abladen. Allerdings werde zum 1. Januar die Gelbe Tonne im Landkreis eingeführt.

Sollte man Ablagerungen auf einen Täter zurückführen können, beispielsweise durch Zeugen, verhänge man Bußgelder. Aber, betont von Roenne-Styra: „Die Überführung ist jedoch nicht leicht, denn die Täterinnen oder Täter agieren geschickt und wechseln häufig die Standorte.“ Sollte es aber mal gelingen, droht Tätern ein Bußgeld bis zu 320 Euro.

Müll-Haufen in Regensburg: Anwohnerin sieht jeden Einzelnen in der Pflicht

Die Anwohnerin aus der Zollerstraße sieht dabei nicht nur die Behörden in der Verantwortung. „Es liegt an jedem Einzelnen“, betont sie. „Den Leuten scheint das allerdings egal zu sein.“ Es habe schon eine Eigentümerversammlung ihres Wohnhauses gegeben, es sei dabei über eine Art Korb zur Sammlung der Gelben Säcke diskutiert worden. „Das ist aber natürlich eine Kostenfrage.“ Dabei sei das alles gar nicht nötig, sagt die Frau. „Zumindest wenn jeder mal ein bissl aufpassen würde.“