Chams Ex-Landrat Franz Löffler beschirmt Neunburgs Festspiel – Vorfreude auf Premiere

Von Jan Lange · 27. Mai 2026 um 17:00

Während die Proben für die diesjährigen Aufführungen des Neunburger Festspiels auf Hochtouren laufen, hatten die Festspieler am Freitag noch eine zusätzliche Aufgabe zu erledigen: das traditionelle Schirmherrenbitten. Ausgewählt wurde kein Geringer als der Bezirkstagspräsident und frühere Chamer Landrat Franz Löffler (CSU). Für den 64-Jährigen ist das Open-Air-Spektakel im Neunburger Burghof nicht unbekannt.

Der Bezirk Oberpfalz fördert das Neunburger Festspiel seit 1983 regelmäßig. Im vergangenen Jahr gab es eine Förderung in Höhe von 7000 Euro. „Der Bezirk Oberpfalz hat das Neunburger Festspiel von Anfang an sehr gerne gefördert, weil hier vorbildlich vier Gesichtspunkte zusammentreffen, die ich in der Kulturarbeit des Bezirks für wichtig halte“, betonte Bezirkstagspräsident Franz Löffler.

So lag es nahe, Löffler heuer die Übernahme der Schirmherrschaft anzutragen. „Das wäre doch mal eine große Sache“, fand Neunburgs Bürgermeister Martin Birner (CSU). Er schrieb einen Brief an seinen Parteikollegen und erhielt schon kurz darauf die Zusage.

Birner: Franz Löffler ist ein besonders würdiger Schirmherr

In historische Kostüme gekleidet, war eine Abordnung des Neunburger Festspielvereins samt dem Rathauschef sowie dem Neunburger Landtagsabgeordneten Martin Scharf (FW) am vergangenen Freitag in die Geschäftsstelle des Bezirks Oberpfalz nach Regensburg gefahren. „Mit echter Begeisterung übernehme ich die diesjährige Schirmherrschaft“, erklärte Löffler den Festspielern.

Darüber freute sich auch Martin Birner: „Ihre Verbundenheit mit unserer Region, ihr Einsatz für Kultur und Brauchtum sowie ihre langjährige Unterstützung für die Menschen im Bezirk machen Sie zu einem besonders würdigen Schirmherren“, sagte der Rathauschef.

Die Amtsinsignien des Schirmherren, ein schwarzer Umhang und ein hussitischer Streitkolben, wurden ihm aber nicht nur überreicht, zuvor musste der Bezirkstagspräsident – wie seine zahlreichen prominenten Vorgänger auch – mehrere Aufgaben erfüllen. Dazu gehörte beispielsweise, eine etwa dreiminütige Rede zu halten, in der er Werbung für das Neunburger Festspiel machte, ohne Begriffe wie Tradition, Heimat, Ehrenamt, Kultur oder Schirmherr zu verwenden. Er musste auch zwei Symbole erkennen, die mit den Hussiten in Verbindung stehen. Löffler meisterte die drei Aufgaben erfolgreich.

Eine Abordnung des Festspielvereins samt Bürgermeister Martin Birner (6. v. r.), MdL Martin Scharf (3. v. r.) und Neunburgs Ehrenbürger Theo Männer (r.) war zum Bezirk Oberpfalz gekommen. - Foto: Jan Lange

Neben den Amtsinsignien erhielt der 64-Jährige auch kleine Präsente – von den Festspielern zum Beispiel jeweils eine Flasche Hussitenblut (Wildkirschlikör) und Hussitenkümmel (Kümmellikör). „Wenn Sie bei uns sind, können wir noch für Nachschub sorgen“, erklärte Manuel Winkler, Vorsitzender des Festspielvereins. Angesichts der Geschenke meinte Löffler: „Das ist ja bald wie Weihnachten.“

Für den langjährigen Chamer Landrat ist es nicht die erste Schirmherrschaft für ein Festspiel. Er habe, so Löffler, schon viele Veranstaltungen dieser Art „beschirmt“ – darunter 2024 die Trenckfestspiele in Waldmünchen und die Burghofspiele Falkenstein, die in diesem Jahr übrigens ihr 50. Jubiläum feiern. Löffler ist über seine Schirmherrschaft hinaus auch mit den Trenckfestspielen in seiner Heimatstadt verbunden. Von 2004 bis 2010 stand er an der Spitze des dortigen Festspielvereins, zuvor war er bereits 16 Jahre lang stellvertretender Vorsitzender. In diesen Funktionen habe er auch die Neunburger Festspieler gekannt und sie mehrmals bei Festumzügen oder anderen Auftritten gesehen.

Festspiel schon mehrere Male gesehen – Letzter Besuch vor gut 15 Jahren

Das Festspiel „Vom Hussenkrieg“ habe er selbst auch mehrere Male gesehen. Der letzte Besuch liege aber schon etwa 15 Jahre zurück, erklärte Löffler. Deshalb sei er auf die aktuelle Inszenierung gespannt. „Besonders neugierig macht mich ja die Ankündigung in der Presse, dass das Stück in einer von Mitgliedern des Festspielvereins neu geschriebenen Fassung ,von links auf rechts gedreht wurde'. Es soll in diesem Jahr neue Szenen geben, die vor allem die Verständigung der Menschen vor dem Hintergrund des Krieges noch mehr Gewicht geben“, so der Bezirkstagspräsident.

Er werde bei der Premiere 2026 am 4. Juli dabei sein, kündigte der frühere Chamer Landrat an. Ob er zuvor vielleicht auch eine Probe des Festspiels besuchen könne, wolle er noch schauen. Löfflers Vorgänger als Schirmherr, der Schwandorfer Sparkassenvorstand Bernd Rees, hatte im Vorjahr eine „besondere, geradezu familiäre Vertrautheit“ zu den Festspielern entwickelt.

Löffler versprach, die Aktivität der Festspieler bestmöglichst beschirmen zu wollen. Denn das Festspiel stärke laut dem Bezirkstagspräsidenten die Zusammengehörigkeit und sei „hochmotiviertes ehrenamtliches Engagement“. Er wünschte den Neunburgern das Beste für die diesjährige Spielzeit.

Alles rund um „Vom Hussenkrieg“

• Premiere: 4. Juli

• Weitere Aufführungen: 10., 18., 24. und 25. Juli

• Zeit: ab 19 Uhr Einlass, Beginn jeweils um 20.30 Uhr

• Preise: Erwachsene 20 Euro (VVK: 19 Euro), Kinder bis 17 Jahre zwölf Euro (VVK: elf Euro)

• Abendkasse: jeweils ab 19 Uhr geöffnet