Neunburger Bioladen „Radieserl“ ist zu – aber es gibt Hoffnung auf Rückkehr

Von Jan Lange · 21. Mai 2026 um 05:00

Das Textilgeschäft Ettl hat mittlerweile zu, die Buchhandlung am Tor folgt bald – neben diesen Schließungen hat ein weiteres Neunburger (Landkreis Schwandorf) Geschäft die Segel gestrichen: der Bioladen „Radieserl“. Auch das Radieserl befand sich mitten in der Altstadt an der Hauptstraße. Etwas Hoffnung auf eine Rückkehr gibt es aber.

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Bereits im vergangenen Jahr hatte der Bioladen einen Gang zurückgeschalten: Das Bistro wurde geschlossen und die Öffnungszeiten reduziert. Inhaberin Monika Geissler ist nun einen Schritt weitergegangen und hat den kompletten Laden geschlossen. „Wir wollten unser Konzept umstellen und im kleinen Stil am bisherigen Standort weitermachen“, erläutert die Neunburger Händlerin. Denn sie habe sich dort durchaus wohl gefühlt.

Wohnungen im Obergeschoss sind nur über den Laden erreichbar

Doch in der Hauptstraße 48, wo das Radieserl bisher zu finden war, hätte sie die gesamte Immobilie samt der Wohnungen im Obergeschoss anmieten müssen. Denn der Zugang zu den Wohnungen erfolgt durch das Ladengeschäft im Erdgeschoss. Das war bisher kein Problem, weil ihr Mann in der oberen Etage ein Büro hatte und die Schwiegermutter dort wohnte. Die war aber inzwischen ausgezogen und eine Fremdvermietung problematisch.

Vonseiten des Vermieters habe es aber, so Geissler, kein Angebot gegeben, nur das Erdgeschoss anmieten zu können. Die gesamte Miete durch den Bioladen zu erwirtschaften sei andererseits auch nicht möglich gewesen, da er nicht so viel abwerfe, meint die Inhaberin. Und so entschied sie sich schweren Herzens, das Radieserl zu schließen.

Das Schild vom „Radieserl“ hängt zwar noch an der Fassade der Hauptstraße 48, aber Bio-Produkte sind dort schon seit einigen Wochen nicht mehr erhältlich. - Foto: Jan Lange

Aber Liebhaber von Bioprodukten können ein bisschen Hoffnung schöpfen, denn Monika Geissler würde das Radieserl gern im kleinen Stil weiterführen – eben an einem anderen Standort. In den vergangenen Wochen habe sie sich einige Immobilien angesehen. Der Großteil sei aber nicht infrage gekommen, weil der Investitionsbedarf zu groß war. Sie habe schon viel Geld in den alten Laden gesteckt, das sie nicht zurückbekommen habe, meint Geissler. Aus diesem Grund sei sie nun etwas vorsichtiger und wolle nicht wieder viel Geld in einem neuen Laden stecken. Auch, weil der Umsatz des Bioladens dies gar nicht hergebe.

Nur noch einen oder zwei Tage öffnen

Ein Laden würde ihr aber zusagen. Dort stehe aber noch die Antwort des Vermieters aus. In diesen Räumlichkeiten, die sich ebenfalls in der Neunburger Altstadt befinden, gab es laut Geissler einen Wasserschaden, der noch behoben werden müsste. Die Kosten dafür könnten über die Versicherung geregelt werden – und würden ihren Neustart nicht belasten.

Sollte das Radieserl an einem anderen Standort wieder eröffnet werden, will Monika Geissler die Öffnungszeiten nochmals reduzieren. Denkbar sei nach ihren Worten eine Öffnung an einen oder zwei Tagen. Sie will damit vor allem ihren bisherigen Stammkunden Bio-Produkte anbieten, die sonst nicht so einfach in Neunburg erhältlich seien. Dass dies gewünscht sei, höre sie immer mal wieder.