Neunburger Golfclub hat neuen Präsidenten: Das sind die Ziele der Vorstandschaft

In den vergangenen Jahren hat der Golfclub Oberpfälzer Wald in Neunburg ordentlich investiert – unter anderem in einen zweiten Hochspeicher, eine Photovoltaikanlage, eine Hackschnitzelheizung und einen Mähroboter. Die vor Kurzem neu gewählte Vorstandschaft will den Fokus nun etwas verschieben.
Die Investitionen seien notwendig und richtig gewesen, meint der neue Präsident Jochen Bösl. Und sie würden sich bereits auszahlen, fügt er hinzu. Auch für den Golfclub seien zuletzt die Energiekosten deutlich gestiegen. Aufgrund der nachhaltigen Investitionen könnten die Mehrkosten nun etwas abgefedert werden. So wichtig die Investitionen gewesen seien, so wichtig sei es, dass sie auch genutzt werden. Deshalb sieht Bösl mit seinen Vorstandskollegen den Schwerpunkt ihrer Arbeit bei der Gewinnung von Mitgliedern, Werbepartner und Gastspielern. In jüngerer Vergangenheit hätte die Mitgliederzahl laut Bösl bei circa 450 stagniert.
Zusammen mit weiteren Partner-Hotels Pakete für Gäste anbieten
Seit Jahren arbeitet der Golfclub Oberpfälzer Wald bereits eng mit dem Birkenhof im benachbarten Hofenstetten zusammen. Viele Gäste des Fünf-Sterne-Resorts nutzen ihren Aufenthalt, um auch ein paar Bälle auf dem Areal des Golfclubs zu schlagen. „Wir wollen auch gern mit anderen Hotels aus der Region spezielle Pakete für die Gäste anbieten“, erklärt Bösl. Es gebe schon zahlreiche Partnerhotels aus den vergangenen Jahren, die für den Neunburger Golfclub werben. Diese Zusammenarbeit soll in Zukunft vertieft werden.
Es ist die Kunst eines Golfclubs, die gesunde Mitte zu finden.Werner Dietrich, Leiter des Neunburger Tourismusbüros über die parallelen Angebote von Handicap-relevanten und Spaß-Turnieren
Die Gäste der Hotels würden dabei nicht unbedingt jeden Tag auf dem gleichen Platz spielen wollen. Deshalb sieht Bösl, der seit zehn Jahren Mitglied des Neunburger Golfclubs ist, benachbarte Golfclubs im Oberpfälzer Seenland, wie zum Beispiel den Golfclub Eixendorfer See, nicht als Konkurrenz. Das gelte auch für weiter entfernte Golfplätze in der Region. Vielmehr ergänze man sich gegenseitig und biete damit Golfurlaubern ein erweitertes Angebot.
Über lockere Spielformen auch Anfänger begeistern
Um mehr Gastspieler für eine Golf-Partie auf dem eigenen Gelände zu begeistern, will die Vorstandschaft in Zukunft neben Handicap-relevanten Turnieren auch weiterhin, aber verstärkt Turniere anbieten, bei denen der gesellige Aspekt im Vordergrund steht. Man habe gemerkt, so Bösl, dass zu solchen Turnieren mehr Leute kommen. Und nach den Turnieren kann man auf der Sonnenterrasse des öffentlichen Restaurants bei der Siegerehrung oder auch noch später den Tag ausklingen lassen. Zwei derartige Turniere mit jeweils rund 70 Teilnehmern wurden bereits durchgeführt.
„Es ist die Kunst eines Golfclubs, die gesunde Mitte zu finden“, ist Werner Dietrich vom Neunburger Tourismusbüro überzeugt. Dietrich gehört auch dem erweiterten Vorstand des Golfclubs an.
Über die lockeren Spielformen hofft die Vorstandschaft auch Anfänger begeistern zu können, die so schneller in das Clubleben integriert werden könnten. Denn nach dem ersten Schritt, einer kostenlosen Schnupperstunde, die jeden Samstag von 14 bis 15 Uhr angeboten wird und bei der das gesamte Equipment gestellt wird, erfolgt bei vielen der Platzreifekurs. Denn wenn der Golfneuling einmal den Ball so richtig fliegen sieht, spätestens dann hat einen die Golfleidenschaft gepackt, erklärt der Präsident.
Golf habe aber leider oft den Ruf eines elitären Sports. Dass dem nicht so ist, wollen Bösl und seine Vorstandskollegen deutlich machen. Es ist mittlerweile ein Freizeitsport, der bezahlbar sei und vor allem ein generationenübergreifender Sport, auch für junge Familien, die ein gemeinsames Hobby haben können. Und ja, es gebe zwar eine bestimmte Etikette, aber die sei auch nicht mehr so streng wie vor 20 Jahren, erklärt der Präsident. „Benimm-Regeln gibt es in jeder Sportart. Aber das hat nichts mit Elitärem zu tun. Oft wird es aber leider so verstanden“, so Bösl.
Lukas Hofmann soll sich verstärkt um die Jugend kümmern
Das Schöne am Golfspiel sei auch, dass sich die Golfer vier bis fünf Stunden in der Natur bewegen würden, findet der Präsident. Er ist überzeugt, dass jeder, der einmal auf dem Golfplatz in Ödengrub gespielt habe, gerne wiederkomme.
Neben Florian Bänsch gibt es seit dieser Saison einen weiteren Trainer: Lukas Hofmann. Als Mitglied der erweiterten Vorstandschaft soll er sich vor allem um die Jugend und die Kinder kümmern. Denn wachsen wolle der Golfclub, so Bösl, auch in diesem Bereich. Knapp 50 Kinder sind derzeit im Training. Mit dem Nachwuchs soll Hofmann nicht nur Golf spielen, sondern auch andere Aktivitäten neben dem Golfplatz anbieten, beispielsweise ein Ausflug auf die Kartbahn oder die Wakeboardanlage sowie ein Zeltlager.
Der Golfclub Oberpfälzer Wald versteht sich als Golfplatz für jedermann – einschließlich Menschen mit Behinderungen. Auch sie können auf dem Areal in Ödengrub trainieren und sind willkommen.