Wahl zur Bierkönigin: Neunburgerin Franziska Hoffmann schrammt knapp am Titel vorbei

Von Jan Lange · 22. Mai 2026 um 17:12

Der Traum von Franziska Hoffmann aus Neunburg (Landkreis Schwandorf), Bayerische Bierkönigin zu werden, hat sich am Donnerstagabend nicht erfüllt. Publikum und Jury entschieden sich mehrheitlich für Katharina Kastenmüller aus Ascholding (Oberbayern). Über ihr Abschneiden war die 23-jährige Neunburgerin dennoch nicht traurig.

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Das Finale fand am Donnerstagabend im Löwenbräukeller in München statt, wo sich die vier Finalistinnen der Jury und dem Publikum präsentieren mussten. Neben einem kurzen Film, der die einzelnen Kandidatinnen etwas näher vorstellte, mussten sie Fragen des Moderators und der Jury beantworten. Die Finalistinnen zogen dabei einen blauen Umschlag, in dem der Name des jeweiligen Juroren stand, der ihr Fachwissen testete.

Trachtenmode-Expertin testete Franziska Hoffmanns Fachwissen

Bei Franziska Hoffmann fiel die Wahl auf Elisa Berzaghi-Freymann, Chefdesignerin von Trachtenmode Spieth und Wensky. Die Jurorin fragte unter anderem nach dem Unterschied von unter- und obergärigem Bier. Als gelernte Bierbrauerin konnte die Neunburgerin diese Frage problemlos beantworten.

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Dass sie für ihren Beruf brennt, hatten ihr bereits Freunde und Kollegen in dem kurzen Film attestiert. „Für sie ist es nicht nur ein Job, sondern Leidenschaft“, meinte beispielsweise der 1. Braumeister Martin Spießl. Ihre Freundin Laura erzählte, dass sich die 23-Jährige seit Jahren immer nur Accessoires zum Thema Bier besorge.

Bei der Dirndl-Expertin durfte natürlich auch eine Dirndl-Frage nicht fehlen. Welche Dirndl sie denn mag, wollte die Trachtendesignerin von Franziska Hoffmann wissen. Sie möge es schlicht und einfach, meinte die 23-Jährige.

Auch die Bierverkostung meisterte die Neunburgerin souverän. Sie musste Schaum, Farbe und Geschmack bewerten und ein passendes Gericht vorschlagen. Die zu testende Sorte musste sie selbst auswählen – wobei die verschiedenen Biermarken nicht zu erkennen waren. Ausgewählt hatte sie letztlich ein Augustiner alkoholfrei.

Neben Franziskas Eltern Petra und Markus Hoffmann (links) waren auch viele weitere Familienmitglieder mit nach München gekommen, um die 23-Jährige zu unterstützen. - Foto: Jan Lange
Auch Franziskas Chef, Marcus Jacob von der Familienbrauerei Jacob in Bodenwöhr, und Neunburgs Bürgermeister Martin Birner sowie Altstadtbräu-Chef Matthias Meier verfolgten die Veranstaltung im Löwenbräukeller in München (v. r.). - Foto: Jan Lange
Der Neunburger Stadtrat Maximilian Baumgärtner (FW) gehörte zu den vielen Familienangehörigen, die mit in die Landeshauptstadt gereist waren. - Foto: Jan Lange
Die ehemalige Bierkönigin Sarah Jäger aus Schwandorf war ebenfalls zur Wahl der neuen Titelträgerin gekommen. - Foto: Jan Lange

Von Marcus Jacob, ihrem Chef von der Familienbrauerei Jacob in Bodenwöhr, gab es dann auch viel Lob für die Präsentation. „Sie hat sich fachlich toll dargestellt“, fand der Brauerei-Geschäftsführer. Es sei eine „runde Geschichte“ gewesen. Allerdings musste Jacob vor der Bekanntgabe des Ergebnisses auch anerkennen, dass die Neunburgerin „drei harte Mitbewerberinnen“ hatte. Ähnlich sah es der Neunburger Landtagsabgeordnete Martin Scharf (FW): „Die Konkurrentinnen sind gut. Das wird ein spannendes Rennen.“ Das sollte sich um 23 Uhr bewahrheiten.

Brauerei Jacob aus Bodenwöhr hatte eigenen Fanbus eingesetzt

Von ihren mitgereisten Fans wurde Franziska Hoffmann bei jedem ihrer Auftritte frenetisch bejubelt. Und Fans der Neunburgerin waren jede Menge im Saal des Löwenbräukellers. Die Familienbrauerei Jacob hatte einen kleinen Bus organisiert, um die junge Neunburgerin vor Ort zu unterstützen. Mehrere Kollegen aus der Brauerei sowie Neunburgs Bürgermeister Martin Birner und Altstadtbräu-Inhaber Matthias Meier waren in die bayerische Landeshauptstadt gereist.

Darüber hinaus hatte Franziskas Familie einen eigenen Bus gechartert und war mit gut 50 Personen zum Finale gekommen. Um an die entsprechenden Karten zu kommen, hatte sich die Familie zum Vorverkaufsstart an mehreren Computern eingeloggt und Tickets gebucht. Das war auch notwendig, denn die frei erhältlichen Karten für die Veranstaltung waren innerhalb von fünf Minuten ausverkauft.

Der Saal im Löwenbräukeller in München war rappelvoll. Die Karten für die festliche Veranstaltung waren innerhalb von fünf Minuten ausverkauft. - Foto: Jan Lange

Eine ganze Reihe von Stimmen aus dem Publikum waren Franziska Hoffmann also sicher. Das Publikum bewertete zum einen die Persönlichkeit und zum anderen das Fachwissen der Finalistinnen. „Am liebsten hätte ich ihr zehn Stimmen gegeben, aber es waren nur zwei“, meinte Marcus Jacob nach dem Publikums-Voting. Daneben gab eine fünfköpfige Jury ihre Stimmen ab.

Am liebsten hätte ich ihr zehn Stimmen gegeben, aber es waren nur zwei.Marcus Jacob, Chef der Familienbrauerei Jacob nach dem Publikums-Voting

Trotz der riesigen Unterstützung durch Familie, Freunde und Kollegen reichte es für die Neunburgerin am Ende nicht zum Titel. Mit 51,37 Prozent der Gesamtstimmen wurde die 33-jährige Katharina Kastenmüller zur Bayerischen Bierkönigin 2026/27 gekürt. Beim Online-Voting vor dem Finale hatte Franziska Hoffmann mit knapp 36 Prozent der Stimmen noch deutlich vor ihren Mitbewerberinnen Lea Hopfensberger (24,1 Prozent), Katharina Kastenmüller (22,96 Prozent) und Alana Grimminger (8,53 Prozent) gelegen.

Die 23-jährige Neunburgerin musste sich auch den Fragen des Moderators und der Jury stellen. - Foto: Jan Lange

Franziska Hoffmann sah das Ergebnis am späten Donnerstagabend entspannt: „Ich bin nicht wirklich traurig“, sagte sie zur MZ. Jede der Finalistinnen hätte aus ihrer Sicht den Titel verdient. Sie sei froh, dass sie es bis ins Finale geschafft habe. Auf die Frage, ob sie in ein paar Jahren nochmals antreten würde, meinte sie: „Aktuell würde ich sagen, dass ich das nicht noch mal machen würde.“ Es sei schon ein großer Zeitaufwand damit verbunden.

Aller guten Dinge sind drei Kandidatinnen aus der Familienbrauerei Jacob

Auch Franziskas Eltern, Petra und Markus Hoffmann, zeigten sich nach dem verpassten Titel nicht enttäuscht. Sie seien vielmehr stolz, dass ihre Tochter bis ins Finale gekommen sei. Viele aufmunternde Worte gab es auch von den mitgereisten Freunden und Kollegen. „Ich hätte es ihr so gegönnt, dass sie Bierkönigin wird, aber die Jury hat anders entschieden“, sagte Marcus Jacob. Es gebe aus seiner Sicht keine Verlierer.

Der Landkreis Schwandorf wird aber vorerst weiter ohne eine zweite Bayerische Bierkönigin bleiben. Vor einigen Jahren hatte die Schwandorferin Sarah Jäger, die am Donnerstag ebenfalls in München war, den Titel gewonnen. Jäger und Hoffmann arbeiten beide in der Familienbrauerei Jacob in Bodenwöhr. Und so unkten die Kollegen schon beim Festabend, dass es nun an Marcus Jacob liege, eine weitere Kandidatin fürs nächste Mal zu finden.