Schnelles Aus für Nachfolger des Café Schuierer: Caffè del Centro in Schwandorf ist zu

Nur drei Monate nach der Eröffnung ist das Caffè del Centro an der Friedrich-Ebert-Straße 10 in Schwandorf schon wieder Geschichte. Über die Gründe wurde offiziell nichts bekannt – die ehemaligen Betreiber waren nicht erreichbar. Fakt ist: Hauseigentümer Markus Schuierer, der hier Jahrzehnte lang das gleichnamige Traditionscafé betrieben hat, strebt weiter eine gastronomische Nutzung an.
Schon seit einigen Tagen hatte der Gastro-Betrieb in der Schwandorfer Innenstadt geschlossen. Verschwunden waren auch die Aushänge und Werbetafeln mit den Tagesangeboten, was inzwischen auch in den Sozialen Netzwerken für Verwunderung sorgt. „Weiß jemand, was mit dem Caffè del Centro los ist?“, postete erst vor kurzem ein Bistrogast, der sich ansonsten durchaus angetan zeigte vom bisherigen Angebot. Soviel steht fest: Die Schließung wird nicht nur vorübergehend sein.
Markus Schuierer, Hauseigentümer und jahrzehntelanger Betreiber des Café Schuierer, bestätigt das Aus für das Caffè del Centro. Etwa vor einer Woche habe er den Pachtvertrag gekündigt, sagte er auf Anfrage, ohne näher ins Detail zu gehen.
Dabei waren die Betreiber, ein sardisches Brüderpaar mit langjähriger Erfahrung in der Gastronomie, nicht ohne Vorschusslorbeeren gestartet. Am 17. Februar machten sie erstmals auf an der Friedrich-Ebert-Straße 10. Am 3. März, bei der offiziellen Eröffnung, sah Oberbürgermeister Andreas Feller (BLS) in dem neuen Lokal „ein Zeichen dafür, dass sich was tut“ in der Innenstadt.
Akzente setzen wollten die beiden Betreiber mit einem bunten Gastro-Mix: Auf der Karte fanden sich Frühstücksteller und Foccacia, Pastagerichte und Burger, Stullen und Omelettes. Die Einrichtung wurde behutsam modernisiert, und auch die Röstmaschine von Markus Schuierer nahmen die Gastronomen wieder in Betrieb. Doch so richtig mochte das Konzept eines „Bistrorante“ mit südländischem Flair nicht aufgehen.

Nun also das Ende, aber warum? Die beiden Betreiber waren für die Mittelbayerische am Dienstag weder telefonisch noch über den Instagram-Account des Caffè del Centro erreichbar. Und auch Hauseigentümer Markus Schuierer hielt sich auf die Frage nach möglichen Gründen bedeckt. „Es ist halt nicht einfach in Schwandorf“, sagte er auf Anfrage. Zum einen ist nach seinen Worten die Gastronomie nach Corona grundsätzlich zu einer schwierigen Branche geworden. Und der Standort Innenstadt, lässt Schuierer durchblicken, sei auch kein einfaches Pflaster mehr für Handel und Gastro.
Es ist halt nicht einfach in Schwandorf.Markus Schuierer, Hauseigentümer und langjähriger Gastronom
Dazu passt die Entwicklung der vergangenen Wochen und Monate, in der sich das Gastro-Karussell im Herzen von Schwandorf immer rasanter drehte. In der Pizzeria Portofino beim Schwandorfer Bahnhof etwa gingen gleich ganz die Lichter aus. Der Sushi-Spezialist „Wasabi Chef“ an der benachbarten Pesserlstraße konnte sich ebenso wenig halten wie sein Nachfolger „Erkut's Krone“. Und ein indisches Restaurant gibt es zwar auch heute noch an der Breite Straße, doch unter einem anderen Pächter.
Auch im Einzelhandel gab es viel Bewegung in der Schwandorfer Innenstadt – meist in eine Richtung. Gerade im Bereich von Marktplatz und Friedrich-Ebert-Straße machten zuletzt einige Händler zu – von H&M bis Gerry Weber, von Haushaltswaren Schreiner bis zur „Denim Lounge“ oder Hunkemöller. Zuletzt sorgte die Ankündigung, dass auch die „Street One“-Filiale an der Bahnhofstraße schließen soll, bei den Kunden für Ernüchterung. Und nicht immer gelingt es, auch einigermaßen zeitnah zu einer Nachfolgenutzung zu gelangen.
Genau das plant indes Markus Schuierer. Am Standort Friedrich-Ebert-Straße 10 soll es nach seinem Willen auch künftig ein gastronomisches Angebot geben. „Das lasse ich doch nicht leerstehen“, verspricht er. Zwischen 50 und 60 Plätze stehen drinnen zur Verfügung, dazu kommt noch der Freisitz direkt neben dem Lokal, der schon bei den Stammgästen des ehemaligen Café Schuierer beliebt war.