Rückenwind für Regensburger Krankenhaus St. Josef: Freistaat will Generalsanierung fördern

Ein gutes Zeichen in schwierigen Zeiten: So sieht Prof. Dr. Sylvia Pemmerl, medizinisch-ärztliche Direktorin und Mitglied der Geschäftsleitung am Caritas-Krankenhaus St. Josef, eine Entscheidung des Krankenhausplanungsausschusses des Freistaates Bayern, welche die Generalsanierung des Krankenhauses betrifft.
Laut einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention habe man „den Bedarf für Baumaßnahmen“ für insgesamt neun Kliniken im Freistaat anerkannt – darunter auch für das Caritas-Krankenhaus St. Josef. Für das Regensburger Krankenhaus wurde dabei ein Bedarf auf Grundlage von 380 Betten festgestellt. „Das Ministerium gewährt uns glücklicherweise mehr Betten“, sagt Pemmerl. „Wir brauchen diese Kapazitäten tatsächlich auch dringend.“ Gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Regensburg sei man ein onkologischer Schwerpunktversorger in der Region. „Es ist leider so, dass immer mehr Menschen an Krebs erkranken und eine Behandlung benötigen.“
Regensburger Krankenhaus-Chefin froh über „Signal aus Bayern“
Nachdem Pemmerl jüngst gemeinsam mit weiteren Klinikchefs aus der Region wegen der geplanten Sparmaßnahmen des Bundes Alarm geschlagen hatte und davor warnte, dass das Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken letztlich die Patienten treffe, sei man nun „froh über dieses Signal aus Bayern“.
Konkret bedeutet die Entscheidung des Krankenhausplanungsausschusses des Freistaates, mit der laut Gesundheitsministerium „Weichen für wichtige strukturelle Verbesserungen“ gestellt werden, dass die geplanten Baumaßnahmen des Caritas-Krankenhauses im Osten der Stadt finanziell unterstützt werden können.
In welcher Höhe diese Unterstützung ausfallen wird, lasse sich derzeit aber noch nicht sagen. „Die Zahlen lassen sich aktuell noch nicht genau benennen“, so Pemmerl. „Generell ist es so, dass wir Förderbedarf nur anmelden können, wenn dieser Bedarf vom Staatsministerium anerkannt worden ist.“
Spatenstich für den ersten Bauabschnitt von St. Josef steht fest
Geplant ist die Generalsanierung von St. Josef in vier Bauabschnitten. Insgesamt werden die Kosten für das Mammutprojekt, das voraussichtlich im Jahr 2040 fertiggestellt werden soll, bei mehr als 300 Millionen Euro liegen. „Realistisch gesehen werden die Preise noch steigen. Wir planen schließlich mit einer langen Zeitschiene.“
Anspruchsvoll sei das Bauprojekt auch wegen der besonderen Rahmenbedingungen: Die Generalsanierung soll während des laufenden Betriebs stattfinden. Im ersten Bauabschnitt ist davon etwa die Notaufnahme betroffen, die erweitert werden soll. „So etwas in einer funktionierenden Notaufnahme durchzuführen, ist eine Herausforderung.“
Trotz drohender Einschnitte durch die Gesundheitsreform habe sich am Fahrplan für die Generalsanierung bislang wenig geändert, betont Pemmerl. Die Maßnahme sei notwendig, um auch in Zukunft die Versorgung der Patienten zu sichern. Fest steht inzwischen außerdem, wann es mit dem ersten Bauabschnitt in die heiße Phase geht: Der Spatenstich soll Mitte Oktober erfolgen.