Autozulieferer Mahle in Neustadt wird ganztägig bestreikt

Von Jochen Dannenberg · 11. Mai 2026 um 15:46

Nach drei aus Sicht der IG Metall ergebnislosen Verhandlungen und zwei kürzeren Warnstreiks in allen Schichten erhöht die IG Metall den Druck auf den Mahle-Konzern deutlich. Die Beschäftigten am Standort Neustadt im Landkreis Kelheim werden die Arbeit für 24 Stunden niederlegen.

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Der Ausstand soll am Dienstag, 12. Mai, um 14.15 Uhr beginnen. Der Betrieb soll vollständig lahmgelegt und der Druck auf das Management in Stuttgart massiv erhöht werden.

Hintergrund der Eskalation sind die bislang erfolglosen Verhandlungen zur Zukunft des Standorts und seiner 420 Mitarbeiter. „Auch in der dritten Verhandlungsrunde am 6. Mai 2026 hat der Arbeitgeber weder Zusagen zur Standortsicherung gemacht noch eigene Lösungsvorschläge vorgelegt“, sagt Rico Irmischer, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. Trotz detaillierter Konzepte der Gewerkschaft, wie der Standort Neustadt wettbewerbsfähig – auch im Vergleich zum Werk in Senica (Slowakei) – aufgestellt werden kann, zeige der Arbeitgeber keinerlei Bewegung. Ein neuer Verhandlungstermin wurde bislang nicht vereinbart.

„Wir haben alles auf den Tisch gelegt, was es für eine wirtschaftlich sinnvolle Zukunft in Neustadt braucht“, erklärt Irmischer. „Nach drei Verhandlungsrunden ohne Ergebnis, nach mehreren Warnstreiks und ohne einen neuen Verhandlungstermin ist klar: Diese Eskalation ist nicht unser Wunsch, sondern die direkte Folge der Blockadehaltung des Arbeitgebers. Die Verantwortung dafür trägt allein das Management.“

„Die Beschäftigten haben mehrfach gezeigt, dass sie bereit sind, für ihre Zukunft zu kämpfen“, sagt Christian Neumeier, Betriebsratsvorsitzender und Mitglied der Verhandlungskommission. Bereits die jüngsten Warnstreiks – zunächst einstündig, zuletzt vierstündig in allen Schichten – hatten zu deutlichen Produktionsausfällen geführt. Eine Reaktion des Arbeitgebers sei jedoch ausgeblieben. „Dass selbst nach einem vierstündigen Warnstreik in allen Schichten keinerlei Bewegung erkennbar ist, lässt uns keine andere Wahl, als den Druck jetzt deutlich zu erhöhen.“

Auch der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Peter Meier sieht die Verantwortung klar beim Arbeitgeber: „Wir würden viel lieber verhandeln als streiken“, betont Meier, ebenfalls Mitglied der Verhandlungskommission. „Aber wer keine Zusagen macht, keine Perspektive aufzeigt und sich nicht einmal auf neue Gespräche einlässt, zwingt die Belegschaft förmlich zu diesem Schritt.“