NKD verlässt Marktplatz in Schwandorf – Neue Filiale soll ein paar Meter weiter öffnen

So schnell wie in den vergangenen Monaten hat sich das Einzelhandels-Karussell in Schwandorf wohl noch nie gedreht. Haushaltswaren Schreiner, Gerry Weber, die Denim-Lounge und Hunkemöller wurden geschlossen, SB King und Hörgeräte Seifert haben Filialen eröffnet und auch einen neuen Handyladen gibt es in der Friedrich-Ebert-Straße. Und schon steht die nächste Veränderung an: NKD will den Marktplatz verlassen.
Während im ehemaligen Sadlite (Marktplatz 25) gerade erst ein prominenter Leerstand am Schwandorfer Marktplatz gefüllt wurde, werden schon bald direkt nebenan wieder Geschäftsräume leer stehen. Hier ist derzeit noch die NKD-Filiale untergebracht. Doch das soll sich schon bald ändern.
Erdgeschoss wird wieder komplett vermietet
Anders als Hunkemöller oder Gerry Weber wird der Textileinzelhändler mit Sitz im bayerischen Bindlach der Großen Kreisstadt aber nicht den Rücken kehren. Die NKD-Filiale, die seit Februar 2000 am Marktplatz bestand, soll vielmehr in ein anderes Gebäude umziehen. Nach MZ-Informationen wird das Angebot an Alltags- und Sportbekleidung, Heimtextilien und kleinere Einrichtungsgegenstände im unteren Preissegment künftig in der Friedrich-Ebert-Straße 5 erhältlich sein. Dort befand sich bis Ende Oktober 2025 Gerry Weber.
Wie Leonard Birk, einer der Eigentümer der Immobilie Friedrich-Ebert-Straße 5, der MZ bestätigt, will NKD das komplette Erdgeschoss mit einer Verkaufsfläche von rund 400 Quadratmetern anmieten. Damit werde das untere Geschoss auch wieder als eine Einheit vermietet, erklärt Birk. Gerry Weber hatte damals nur etwa die Hälfte des Erdgeschosses genutzt. Der Rest war zeitweise an Fielmann vermietet, stand aber lange Zeit leer.
Laut Birk sei es die Wunschlösung der Eigentümer gewesen, wieder das komplette Erdgeschoss als eine Einheit zu vermieten. Um dies zu ermöglichen, wurden in den vergangenen Wochen Zwischenwände entfernt und Decken erneuert worden. Auch Einbauten des vorherigen Mieters seien noch vorhanden gewesen, die laut Birk mit erheblichen Aufwand entfernt werden mussten.
Da diese Entscheidung erst kürzlich getroffen wurde, stehen noch nicht alle Details fest. Daher kann ich Ihnen zum heutigen Zeitpunkt keine abschließende Information über den Eröffnungstermin geben.Indri Kamdani-Konzack, Pressesprecherin von NKD
Die Umbauarbeiten sollen diese Woche abgeschlossen werden. Nächste Woche erfolge dann die Flächenübergabe an NKD, kündigt der Eigentümer an. Der Textileinzelhändler werde das Geschäft dann noch nach seinen eigenen Vorstellungen ausstatten, bevor die neue Filiale eröffnet werden soll. Mit Aussagen zum möglichen Eröffnungstermin hält sich die NKD-Pressestelle zurück. „Da diese Entscheidung erst kürzlich getroffen wurde, stehen noch nicht alle Details fest. Daher kann ich Ihnen zum heutigen Zeitpunkt keine abschließende Information über Verkaufsfläche oder Eröffnungstermin geben“, teilt Pressesprecherin Indri Kamdani-Konzack auf MZ-Nachfrage mit.
Flächen sollen nächste Woche an NKD übergeben werden
Bereits vor gut drei Jahren sei laut Birk der erste Kontakt zu dem Textileinzelhändler entstanden. Schon damals sei durch die ersten Insolvenzen von Gerry Weber unklar gewesen, ob deren Filiale in Schwandorf Bestand hat oder nicht. Die Eigentümer hätten deshalb zu verschiedenen Unternehmen Kontakt aufgenommen, um einen potenzieller Nachmieter zu finden.

Bei Einzelhändlern, die noch nicht in Schwandorf ansässig waren, sei das Interesse nicht ganz so groß gewesen, meint Birk. Entweder sei die Verkaufsfläche zu groß oder zu klein gewesen. Auch mit Bäckereien seien die Eigentümer im Gespräch gewesen. Ein Nachteil sei dabei die fehlende Möglichkeit für Außensitze gewesen.
Nachdem im Herbst 2025 klar war, dass das Gerry-Weber-Geschäft keine Zukunft hat, hätten die Eigentümer erneut Kontakt mit NKD aufgenommen. Es habe auch andere Interessenten – manche auch nur für die Teilfläche von Gerry Weber – gegeben. Dies habe sich aber zerschlagen. Laut Birk seien die Eigentümer sehr froh, dass ihre Geschäftsräume in der Friedrich-Ebert-Straße nicht ewig leergestanden haben. Das sei auch angesichts der aktuellen Entwicklung im Einzelhandel gar keine leichte Aufgabe gewesen.