Remix Menta, Matcha oder Pistazie: Damit begeistern Schwandorfer Eismacher heuer

Von Selina Schaefer · 6. Mai 2026 um 05:00

Während die Eiskugel in Regensburg häufig schon die Zwei-Euro-Marke knackt, können Schwandorfer Schleckermäuler aufatmen: Die Kugeln sind hier noch günstiger. Die Eismacher in der Region haben sich auch für diese Saison wieder kreativ-kulinarisch ausgetobt. Auf diese Sorten dürfen sich Gelato-Liebhaber freuen – und diese Kugeln sind die Favoriten der Kundschaft.

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Seit kurzem gibt es „Remix Menta“, erzählt Mariafiore Bittus im Eisladen Il Gelato in der Friedrich-Ebert-Straße. Das Eis vereine Lakritze, Minze und Karamell. Ihr Mann, der Inhaber Aldo Raccanelli, experimentiere viel bei den Sorten. Auch „Ricotta Fichi Pecani“ mit Feigen und Pekanüssen sowie „Sette Veli“ – ein Haselnusseis mit Cornflakes und Schokosoße – sind unter den diesjährigen Neuzugängen.

Gleich geblieben ist der Preis: 1,80 Euro kostet die Kugel. Seit dem 20. Februar haben sie wieder offen. „Leider geht unsere Arbeit nach dem Wetter“, sagt Bittus mit Hinblick auf den Sonne-Kälte-Mix der vergangenen Wochen. Anfang März habe es diesbezüglich schon einmal sehr gut ausgesehen. „Wenn es warm ist, dann geht erfrischendes Eis“, erklärt Bittus. „Sonst geht in Schwandorf alles, was Nuss ist.“ Für den Frauentag am 8. Mai kann sie wieder das „Mimosa“-Eis versprechen, eine Crema Pasticcera mit Ananas. Und auch für den Vatertag tüftle ihre Mann an einer besonderen Kreation.

Dubai-Eis ist im Sortiment geblieben, Matcha kommt dazu

Am Schwandorfer Marktplatz teilt Liliane Mazzucco , Geschäftsführerin von Da Claudio, die Einschätzung, dass es wegen des Wetters noch ein bisschen langsam anlaufe. Auch hier ist der Preis noch derselbe. „Wir sind eine Kette“, erklärt Mazzucco dazu. Die Ware würden sie in großer Menge beziehen. „Deswegen haben wir es geschafft, die Kugel noch bei 1,70 Euro zu halten.“

Fabio Decosta und Liliane Mazzucco vom Eiscafé Da Claudio am Schwandorfer Marktplatz - Foto: Selina Schaefer

„Die neue Eissorte ist Matcha“, sagt die Geschäftsführerin. Das Eis werde in den Varianten Matcha-Himbeere und Matcha-Kokos-Mango angeboten, erklärt ihr Mann und zugleich der zuständige „Eismann“, Fabio Decosta. Für die Kinder gibt es zudem neu „Happy-Hippo“ und „Stitch“, das nach Kaugummi schmecke. Auch Walnuss mit Feigensoße sei ein Neuzugang.

Außerdem habe man den Renner aus dem Vorjahr, das Dubai-Eis, beibehalten, sagt Decosta. Die Nachfrage nach dem Trend-Geschmack sei noch immer ungebrochen, erklärt Mazzucco. Allgemein sei Pistazie so gefragt, dass das Café heuer eine extra Karte mit Eiskreationen rund um die grüne Steinfrucht habe. Darauf stehen unter anderem eine Cassata Pistacchio mit hausgemachtem Pistazien-Likör.

Zimt, Tonka oder Sanddorn-Orange bei der „Eiskugel“

Im Nachbarort Wackersdorf freut man sich an der „Eiskugel“ schon über viel Kundschaft. „Wir sind beim gleichen Preis geblieben“, sagt Inhaberin Anna Bauer. Die Kugel in der „Kugel“ gibt es für 1,60 Euro. Den Preis finde Bauer noch gerecht. Gerade bei einkommensschwachen Familien merke sie, dass diese sich seltener ein Eis oder nur weniger Kugeln leisten können. „Ich will, dass es für alle passt“, betont sie.

Anna Bauer betreibt in Wackersdorf die Eiskugel. - Foto: Selina Schaefer

Beliebt sei bei ihr generell Fruchteis, auf das sie wegen des hohen verwendeten Fruchtanteils stolz ist. Und ein Klassiker gehe häufig über die Theke: das Spaghetti-Eis. „Wir sind bei den Bewährten geblieben“, sagt Bauer über das diesjährige Sortiment. Neuer sei das Tiramisu-Eis, das 2025 dazukam.

Mit 18 Sorten in der Auslage sei sie immer am Jonglieren, damit für jeden etwas dabei ist. Neben den Standartsorten sind da etwa Zimt, Tonka, Sanddorn-Orange, gelegentlich mal Prosecco oder Gurkeneis. „Ich möchte gerne mehr mit Gewürzen experimentieren“, verrät Bauer. Eventuell gibt es einmal Chili- oder Thymian-Eis. Das ist vielleicht ausgefallen, aber: „Prinzipiell freuen sich die Leute über Neues.“

In der Manufaktur bleibt der Preis je Becher gleich

Auch die Lingauer Eismanufaktur an der Regensburger Straße in Schwandorf hat für Kunden die gute Nachricht: Die Preise sind unverändert. 1,80 Euro kostet eine klassische Kugel auf der Terrasse. Zum Mitnehmen aber gibt es das Eis traditionell „gespachtelt“ im kleinen Becher für 2,30 Euro. „Da ist mehr als eine Kugel drin“, erklärt Sophie Maschke, die die Eismanufaktur zusammen mit ihrem Vater Peter Lingauer betreibt. Das sei erstens die in Italien typische Darreichung und zweitens könnten Unentschlossene und Wenighungrige auf diese Weise zwei Sorten in einer Portion genießen.

Hier wird das Gelato typisch italienisch gespachtel serviert: Sophie Maschke betreibt mit ihrem Vater Peter Lingauer die Lingauer Eismanufaktur in Schwandorf. - Foto: Selina Schaefer

Neu ist Grießbrei-Kirsche, eine der vielen Kreationen Lingauers, der das Eis herstellt. Sonst seien die Klassiker und generell Nuss beliebt. Und: „Joghurt Sauerkirsche, das ist eine unserer beliebtesten Sorten.“ Außer im eigenen Laden verkauft Lingauer das Eis auf Events, beliefert Gastronomen und hat einen Automaten am Steinberger See. Die Manufaktur mache rund ein Drittel der Umsätze mittlerweile über externen Becherverkauf, sagt Maschke.

Haselnuss-Eis geht auch beim Kienerhof immer

Eis ebenfalls im Becher zum Mitnehmen, aber direkt vom Hof mit eigener Milch: Das gibt es seit 2024 bei Familie Kiener in Münchshöf. Den Hof besuchen viele nicht nur mit dem Auto, sondern auch per Rad und erfrischen sich dort. „Am besten geht Haselnuss“, sagt Martina Kiener. Zweimal in der Woche produzieren sie für die zehn Sorten, die die Familie im Hofladen anbietet. Der kleinste Becher, der ungefähr zwei Eiskugeln fasse, kostet dabei 3,20 Euro und damit so viel wie vergangenes Jahr. „Heuer haben wir den Preis noch halten können“, erklärt Kiener.

Auch der Landwirtsfamilie machen die steigenden Kosten zu schaffen. Neben Milcheis bieten sie auch zwei Sorbets an. Noch wegen Ostern können sich Gelatoliebhaber auch an der Sorte Pistazien freuen – bei besonderen Anlässen bieten sie auch anderes Eis. „Für Muttertag haben wir auch was geplant“, deutet Kiener an. Sie und ihr Mann Stefan seien auf einer Eismesse zu einer neuen Kreation inspiriert worden.

Hofeis nicht nur für eifrige Radler gibt es bei Martina Kiener im Schwandorder Ortsteil Münchshöf. - Foto: Selina Schaefer

So entsteht ein Eis

• Herstellung: Wie Eiscreme entsteht, zeigt Fabio Decosta vom Eiscafé Da Claudio am Schwandorfer Marktplatz am Beispiel von Amarena-Kirsch: Die Sahnemasse, die auch dieselbe Basis für Stracciatella ist, wird oben in eine Maschine gefüllt. Dort wird die Masse binnen Minuten auf 65 Grad erhitzt, im Falle von kakaohaltigem Eis auf rund 85 Grad. Direkt im Anschluss kühlt die Maschine die Creme rapide und unter ständigem Rühren auf -7 Grad herunter. Das ganze dauert nur wenige Minuten.

• Schockfrosten: Damit aber daraus jetzt Amarena-Eis wird, lässt Fabio Decosta die Eiscreme aus der Maschine und bringt sie mit einem Spachtel in die Metallwanne. Zwischendrin streicht er die Amarena-Kirsch-Soße in Schichten auf das Eis. Anschließend geht es für das Eis kurz auf -38 Grad zum Schockfrosten, um Form und Geschmack zu wahren, bevor es später in der Auslage landet. Mit zwei Maschinen schaffe man die Herstellung von rund 13 Eiswannen mit je ungefähr vier Litern in einer Stunde.