Schalke-Fan aus Döfering in den ARD-Tagesthemen – Mitarbeiter von Rötzer Wertstoffhof interviewt

Aufstiegswahnsinn auf Schalke: Die Königsblauen haben es am Samstag mit ihrem Sieg gegen Fortuna Düsseldorf in die Bundesliga geschafft. Mittendrin: Franz-Josef Wiedenbusch aus Schönthal-Döfering (Landkreis Cham). Er war aber nicht nur in seinen Lieblingsfarben Blau und Weiß auf der Schalker Meile zu sehen, sondern auch im Fernsehen in den ARD-Tagesthemen.
Franz-Josef Wiedenbusch ist am Wertstoffhof in Rötz beschäftigt und vielen wohl eher bekannt als „der Schalker Jupp“. 2002 zog er vom Ruhrgebiet nach Bayern. Wie er erzählt, war er unter anderem mit seinen Töchtern Carina und Jennifer beim Top-Spiel in Gelsenkirchen. Nach dem Marsch auf der Schalker Meile – inmitten von tausenden von Fans – haben sie eine Kneipe aufgesucht. „Alles ist Blau und Weiß – Fenster, Garagen, Fassaden. Stimmung, Musik, Live-Fernsehen – da ist immer richtig viel los“, beschreibt Wiedenbusch die Schalker Meile.

Dort sei ein Fernsehteam des WDR auf der Suche nach gesprächigen Fans gewesen. So hätten die Reporter Franz-Josefs Neffen gefragt, ob er für ein Interview bereit stehe. Der habe stattdessen mit den Worten „Mein Onkel ist ein echter Ruhrpottler“ auf den 67-Jährigen verwiesen. Einen Augenblick später sei er schon vor der Kamera gestanden, das Interview ist nach wie vor auf der ARD-Internetseite zu finden.
In dem Beitrag geht es neben dem Aufstieg des Fußballvereins auch um die Stadt Gelsenkirchen und deren „Strukturwandel“. Die Rede ist unter anderem von fehlenden Jobs und Perspektiven. Dies wurde auch in den Interviews mit etlichen Fans thematisiert. Franz-Josef Wiedenbusch sagte dazu: „Durch viele Zuschauer, die nach Gelsenkirchen kommen, die die Hotels besuchen, Fremdenzimmer dies und das; das bringt ja Geld rein, wo man dann wieder sagen kann: Jetzt können wir dies aufbauen, das aufbauen, das renovieren.“ Als ehemaliger Bergbauarbeiter habe er selbst erlebt, wie es war, als unter anderem Bergwerke geschlossen wurden und somit auch keine Gelder mehr geflossen sind – zum Leidwesen der Stadt und ihrer Bevölkerung.
„Meine Kinder wollten unbedingt mal sehen, wo ich gearbeitet habe, wo ich gewohnt habe. Aber da bin ich ungern vorbeigefahren. Wenn ich an der Zeche vorbeifahre, habe ich Tränen in den Augen“, sagt Wiedenbusch. Nicht nur das lasse ihn emotional werden, sondern auch der Aufstieg seines Vereins. „Ich bin seit 60 Jahren Schalker. Der Aufstieg ist ein Wahnsinn. Man freut sich, man ist fertig. Wenn ich davon spreche, bekomme ich Gänsehaut und habe wieder Tränen in den Augen.“
Dass der Beitrag mit ihm in den ARD-Tagesthemen auch ausgestrahlt wird, habe er nicht gewusst. Als er später auf sein Handy schaute, habe er unzählige Nachrichten von Freunden, Verwandten und Bekannten erhalten, die ihn live im Fernsehen gesehen hatten. Auch seine Frau Irmgard hatte nicht gerechnet, abends ihren Mann auf dem Bildschirm zu sehen, sagt sie und lacht. „Ich bin direkt erschrocken: Plötzlich kommt mein Mann! Ich habe mir gedacht: Oh leck! Die, die ihn kennen, sehen ihn jetzt alle im Fernsehen. Die werden schauen, wenn sie plötzlich den ,Jupp sehen.“
