So erlebt Wolfgang Kürzinger seinen ersten Tag als Bürgermeister in Waldmünchen

Von Martin Hladik · 5. Mai 2026 um 05:00

So beginnt der erste Arbeitstag des neuen Bürgermeisters Wolfgang Kürzinger: „Ich bin voller Euphorie und gut gelaunt aufgestanden, habe die Kühe von der Weide geholt, mich geduscht und war dann dank kürzerer Fahrzeit schon vor 8 Uhr im Rathaus“, erzählt Kürzinger. Seine erste Amtshandlung: ein Treffen mit der Rathausbelegschaft. Doch ganz richtig sei das nicht, sagt er. Eigentlich sei er schon beim Treffen in Grafenried am Samstag als Bürgermeister tätig gewesen.

Und sein nächster Termin nach dem Gespräch mit der Presse ist auch schon vorgegeben: um 11 Uhr die Einweihung der neuen Räume von Biancas Futterstube. Am Nachmittag werde dann sein Computer für ihn eingerichtet . Danach gibt es ein Treffen mit den Fraktionen im Stadtrat.

Ein durchaus wichtiges Treffen, auch wenn es Kürzinger nicht deutlich macht. Denn hier wird in interner Abstimmung wahrscheinlich schon geklärt werden, ob es zwei oder drei Bürgermeister geben und wer diese Posten besetzen soll.

Beschlossen wird das alles natürlich erst in der heutigen konstituierenden Stadtratsitzung. Die direkte Frage, ob er schon was zu diesen Entscheidungen sagen will, beantwortet Kürzinger jedenfalls mit einem Beckenbauerischen „Schaun mer mal “.

Gemeinsame Entschlüsse für ein gutes Ergebnis

Eins will Kürzinger von Vorgänger Markus Ackermann auf jeden Fall übernehmen: die Art, mit Gemeinsamkeit die Stadt zu führen. Er wolle auf die Vielfalt der Meinungen setzen, auch wenn dies Kraft koste. „Das bringt ein gutes Ergebnis.“

Auch wenn er sich nicht mit Ackermann vergleichen lassen will, weil jeder Mensch einfach einen andern Fußabdruck hinterlasse, betont er, dass er eins ändern will, nämlich „dass ich auch in den Ortsteilen Bürgerversammlungen halten will und zwei in der Stadt“. Er wolle dabei Transparenz zeigen, obwohl dies ein „schwieriges Thema“ sei. „Auch wenn der Wille da ist, stößt Transparenz schnell an Grenzen.“ Die Übergabe zwischen Ackermann und ihm sei über Wochen und „sehr angenehm und freundschaftlich“ verlaufen, betonte Kürzinger. Da er bereits 3. Bürgermeister war, sei es ein gleitender Übergang gewesen.

Die wichtigsten Themen der nächsten Jahre blieben die Sanierung der Jugendbildungsstätte und die Veranstaltungshalle. Beide seien zusammen mit den vielen weiteren wichtigen Aufgaben eine nicht nur finanzielle Herausforderung für die Stadt. Bei den 15 Millionen Euro für die Sanierung der Jugendbildungsstätte sei eine gewisse Baukostensteigerung mit eingerechnet. Trotzdem bestehe die Möglichkeit, dass Projekt sukzessive in Teilabschnitten voranzubringen. Den Beschluss im alten Stadtrat zu fällen, sei allein schon deswegen richtig gewesen, weil der Landkreis bereits einen entsprechenden Beschluss getroffen habe. Bei der Veranstaltungshalle erwarte die Bevölkerung ebenfalls bald eine Entscheidung.

Stadt wird wieder höhere Schulden haben

Da diese Projekte die Stadt längerfristig binden, sucht Kürzinger nach einem Weg, der finanziellen Belastung auszuweichen. „Ein paar Ideen habe ich schon, aber die sind noch nicht spruchreif!“ Genauer wollte der neue Bürgermeister an seinem ersten Amtstag noch nicht werden. Vielleicht finde er eine „alternative Lösung“.

Deutlich macht Kürzinger aber auch, dass die Stadt und der Stadtrat angesichts der anstehenden Projekte „wieder in die Verschuldung gehen muss“. „Etwas anderes zu sagen, wäre unehrlich“, sagte Kürzinger.

Die nächsten Wochen will Kürzinger nutzen, um sich alle städtischen Bereiche vom Bauhof bis zum AquaFit anzusehen und sich bekannt zu machen. Natürlich sei jetzt auch die Zeit, mit den Mitarbeitern die ersten Einzelgespräche zu führen.