Alexandra Riedl von den Freien Wählern soll Vize-Landrätin sein - die CSU stellt drei Stellvertreter

Von Johannes Schiedermeier · 4. Mai 2026 um 17:00

Die Würfel sind gefallen. Freie Wähler und CSU haben sich festgelegt, wer als Landratsstellvertreter ins Rennen gehen soll. In der konstituierenden Sitzung am 22. Mai wird Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl als Vize-Landrätin kandidieren. Für die weiteren drei Stellvertreterposten gab es bei der CSU eine Kampfabstimmung mit positivem Ausgang für Sandro Bauer, Michael Multerer und Martin Stoiber.

Die Vizelandrätin Alexandra Riedl ist die erste Wahl des neuen Landrats Christian Schindler. Damit hat er sich erstmals mit einer Personalie auch in der eigenen Partei behauptet. Glaubt man den Augenzeugen, dann war die Zustimmung flächendeckend.

Nach ersten Verwerfungen zwischen der CSU, die 28 von 60 Kreisräten stellt, und den Freien Wählern (17 Kreisräte plus Landrat) hatte die CSU zunächst versucht, die drei SPDler auf ihre Seite zu ziehen. Der Versuch war jedoch gescheitert, weil die Sozialdemokraten sich weigerten, zwischen den beiden Platzhirschen das Zünglein an der Waage zu spielen (wir berichteten). Der Rundinger Bürgermeister und Kreisrat Franz Kopp hatte die Gespräche bestätigt und stellte fest: „Die sollen sich einigen.“

Die Rodinger Bürgermeisterin Alexandra Riedl soll Vize-Landrätin werden. - Foto: Natalia Nirschl

Sechs Kandidaten stellten sich bei der CSU zur Wahl

Landrat Christian Schindler hatte im Vorfeld eine rote Linie gezogen: „Den Vizelandrat als meinen ständigen Stellvertreter will ich mir selbst aussuchen.“ In den Sondierungsgesprächen mit der CSU-Führung hatte Schindler im Gegenzug angeboten, die Wahl von drei CSUlern als weiteren Stellvertretern zu unterstützen. Letztlich hatte er in einem weiteren Gespräch auch die Freien Wähler von dieser Idee überzeugt.

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Die CSU hat das schließlich akzeptiert. Am Sonntagabend stand dann das Treffen der CSU-Kreistagsfraktion an. 27 der 28 Kreisräte waren gekommen. Der bisherige Vizelandrat Markus Müller fehlte. Klar war, dass es zu Kampfkandidaturen kommen würde. Bisher war es bei der CSU Usus, die Kandidaten nach dem Regionalproporz aufzustellen. Diese Methode kam diesmal nicht zum Zug.

Sechs Kandidaten stellten sich zu Wahl: Sandro Bauer (Furth), Michael Multerer (Arnschwang), Barbara Haimerl (Wald), Stephan Thomas (Schönthal), Stefan Baumgartner (Chamerau) und Martin Stoiber (Cham).

Stoiber gegen Baumgartner in der Stichwahl

Letztlich ergab die Wahl zunächst zwei Gewinner, die der Kreisvorstand der CSU von vorneherein vorgeschlagen hatte: Sandro Bauer und Michael Multerer. Dann kamen zwei der Gegenkandidaten, auf die mit jeweils 13 Stimmen fast die Hälfte der 27 vorhandenen Fraktionsstimmen entfielen: Stefan Baumgartner und Martin Stoiber. In der Stichwahl setzte sich der Chamer Bürgermeister Martin Stoiber dann mit 16:11 Stimmen durch und geht damit am 22. Mai mit Bauer und Multerer in die Wahlen.

Die Personalie des Chamer Bürgermeisters Martin Stoiber als Kandidat für den Stellvertreterposten läuft eigentlich dem Regionalproporz zuwider. Schließlich ist Landrat Schindler auch schon ein Chamer. Stoiber sagt dazu auf Anfrage unserer Zeitung: „Regionalproporz ist für mich kein Problem. Als Landratsstellvertreter ist man für den ganzen Landkreis zuständig. Für Regionaldenken ist da kein Platz.“ Ist der Chamer Bürgermeister nun auch ein Rebell? Stoiber lacht: „Nein, ich bin ein Freund der Demokratie. Und ich freu mich wegen der Wahl. Das ist nochmal was Besonderes.“

Gemeinsame Pressemitteilung von CSU und Freien Wählern

Auf Anfrage bedauerte der Chamerauer Bürgermeister Stefan Baumgartner, dass es so ausgegangen ist: „Damit geht Bad Kötzting diesmal leer aus. Wenn man weiß, dass ich mit 94 Prozent zum vierten Mal wiedergewählt worden bin, dann entspricht das wohl auch nicht ganz dem Wählerwillen. Aber ich bin Demokrat genug, das Ergebnis zu akzeptieren. Ich wollte kein zweites Mal zurückziehen und habe kandidiert. Und das Ergebnis ist in Ordnung. Beim ersten Mal wollten sie mich ja als Landratskandidat im Kreisvorstand alle nicht haben.“ Wird Baumgartner aus der CSU austreten, wie er schon einmal angedeutet hat? In gehobenen Parteikreisen gilt der Mann mit der stabilen Eigenmeinung vorsichtig ausgedrückt als Rebell. Der Chamerauer Bürgermeister legt sich nicht fest: „Momentan nicht. Ich lasse das jetzt erst einmal alles sacken.“

Freie Wähler und CSU haben sich im Vorfeld auf eine gemeinsame Pressemitteilung geeinigt. CSU-Kreisvorsitzender MdL Dr. Gerhard Hopp spricht von einer stabilen Basis für die weitere Zusammenarbeit im Kreistag und bestätigt die drei CSU-Kandidaten Stoiber, Multerer und Bauer. Er kündigt an: „Wir tragen den Vorschlag der Freien Wähler mit.“ Und auch Landrat Schindler stellt fest: „Ich bin zufrieden.“

In der Mitteilung heißt es unter anderem: Die Kreisräte der Gesamtfraktion CSU sowie die Freien Wähler haben nach Abstimmung in ihren Fraktionen einen gemeinsamen Vorschlag für Kandidaten als stellvertretende Landräte beraten und beschlossen. Dabei muss die Vize-Landrätin vom Kreistag geheim gewählt werden. Die weiteren Stellvertreter werden in offener Abstimmung bestellt. Landrat Schindler zeigt sich überzeugt: „Alexandra Riedl wäre als Stellvertretende Landrätin ein großer Gewinn für den Landkreis. Neben ihrer sympathischen Art bringt sie als Kreisrätin und Bürgermeisterin der Stadt Roding seit 2020 auch die erforderliche Erfahrung für dieses wichtige Amt mit. Ich würde mich freuen, wenn der Kreistag diesem parteiübergreifenden Vorschlag zustimmt."

Einigung zeigt: Konstruktive Gespräche sind möglich

CSU Fraktionsvorsitzender Karl Holmeier bestätigt den gemeinsamen Beschluss. Der stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Jonas Strasser unterstreicht, dass mit Vizelandrätin Riedl und den drei Stellvertretenden Landräten aus den Reihen der CSU-Fraktion (Stoiber, Multerer und Bauer ) eine gute Lösung gefunden worden sei. „Damit machen wir dem Kreistag ein überzeugendes Angebot mit einem guten Team für den Landkreis“, sagt Dr. Hopp. „Die einvernehmliche Einigung zeigt, dass im neuen Kreistag konstruktive Gespräche möglich sind“, so die Beteiligten gemeinsam.