Benedikt und Romy werden an Pfingsten in Bad Kötzting im Mittelpunkt stehen

Von Christina Hainzinger-Feigl · 5. Mai 2026 um 03:00

„So etwas gab’s noch nie“ – oder: „Das ist total selten“ – oder aber auch: „Planen lässt sich das nicht – das ist absoluter Zufall“. Sätze wie diese fallen im Interview mit Romy Weindl (18) und Benedikt Aschenbrenner (28) immer wieder. Das Pfingstbrautpaar 2026 kann mit so einigen Alleinstellungsmerkmalen aufwarten.

Die beiden brennen für Pfingsten und ihre diesjährige Aufgabe. Nebenbei sind Romy und Bene auch noch offen, unverkrampft und total sympathisch. Mitten in den Vorbereitungen, genau zur Halbzeit zwischen der Bekanntgabe des Pfingstbrautpaars und Pfingsten, haben sie sich Zeit für ein Gespräch mit unserem Medienhaus genommen.

Als Benedikt „Bene“ Aschenbrenner am 17. März als Pfingstbräutigam 2026 offiziell vorgestellt wurde, bekam er – wie die Bräutigame vor ihm – einen Leitfaden in die Hand gedrückt. Dieser enthält all die Aufgaben, Termine und Pflichten, die ein Pfingstbrautpaar zu absolvieren hat. Auch Bene greift auf diesen Leitfaden zurück. „Aber in 90 Prozent der Fälle frage ich meinen Bruder, wenn ich etwas wissen will.“

Benes älterer Bruder Patrick war 2019 „Brauterer“ (und 2012 Brautführer), er selbst 2019 dessen Brautführer (Pfingstbraut war Ramona Seiderer, der zweite Brautführer Michael Gerstl). Patrick Aschenbrenner hat aus dieser Zeit „Ordner von A bis Z“ angelegt, unter anderem mit den Bewirtungs-Rechnungen. Benedikt: „Im Leitfaden steht zwar drin, dass der Bräutigam die Getränke für den Spielmannszug beim Bierzelteinzug bezahlt. Aber wie viel Kästen das sein müssen, steht da nicht.“ Patrick hat’s aufgeschrieben, was damals getrunken wurde – und Bene kann dementsprechend bestellen.

Ein Vater als Brauterer mit zwei Söhnen als Bräutigame

Der Pfingstbräutigame ist damit im Hause Aschenbrenner nicht genug: Schon Vater Josef Aschenbrenner hatte, nachdem er 1978 und 1982 Brautführer war, 1984 diese Ehre (zusammen mit Pfingstbraut Georgia Budweiser). Damit ist Josef Aschenbrenner der erste Vater, der als Pfingstbräutigam zwei Söhne als Pfingstbräutigame hat.

Blickt man auf die Familie der diesjährigen Pfingstbraut, ist die Sache ähnlich gelagert: Romys Mutter Christine Weindl, geborene Englmeier, war 1992 Pfingstbraut von Pfingstbräutigam Walter Pfeffer. Ihre Tante Elke Englmeier, heute verheiratete Reithner, war 1995 Pfingstbraut von Michael Miethaner. „Zum 3. Mal findet ein Kranzl-wurf von unserem Balkon statt“, sagt Romy. Die Familie wohnt in der Hohenbogenstraße, wo derzeit kaum ein Durchkommen wegen einer Baustelle ist – „zur Zeit kommt man nicht mal mehr richtig bis zur Haustür“. Dass die Baustelle bis Pfingsten beendet ist, daran wird natürlich mit Hochdruck gearbeitet.

So viel Pfingsttradition in den Familien, so viele liebe Menschen, die Tipps geben wollen: Das kann Fluch und Segen zugleich sein. „Wir freuen uns über die Hilfe und lassen uns von jedem ein bisschen beraten. Trotzdem machen wir unser eigenes Ding, gehen unseren eigenen Weg.“ So war Romy von Anfang an klar, welche Farbe ihr Kleid vom Pfingstdienstag haben wird.

Ob sie sich wohl von den Kleidern ihrer Mutter oder Tante hat inspirieren lassen? Diese sind ab dem 9. Mai in der Ausstellung „Die Kleider der Pfingstbräute“ im Haus des Gastes zu sehen – und haben die Farben Rot und Hellblau. Dass Romy diese oder auch die weißen Kleider von 1992 oder 1995 in irgendeiner Weise wieder „recyceln“ würde, kam nicht in Frage. „Ich habe die Unterröcke von damals anprobiert, leider passten die nicht“, sagt die 18-Jährige. Dafür wird etwas anderes wiederverwertet: der Saalschmuck von der Pfingsthochzeit 1992. „Den haben wir auf dem Dachboden gefunden – Kerzenständer, Tischband.... Meine Mama und Brigitte Ertl werden sich um die Tischdeko kümmern.“

Mama Christine Weindl hilft zudem – und unter anderem – derzeit dabei, Kuchenbäcker für diverse Bewirtungen zu finden oder auch Blumenspender für die Gebinde, die die Pfingstakteure am Pfingstmontag und -dienstag an die Burschen verteilen. Am Freitag vor Pfingsten schreibt Romy ihre letzte Prüfung für das Fachabitur – „dann komme ich heim, und mache gleich mit dem Blumenbinden weiter. Am Abend ist dann das Pfingstbräutetreffen.“

Pfingstbrautring der Mama auf den Einladungskarten

So läuft es im Übrigen schon seit drei Wochen, in denen „wir uns täglich sehen“, sagen Benedikt und Romy. Einladungskarten gestalten – das übernahm Romy mit einem Bild des Pfingstbrautrings ihrer Mutter vor einer korallenfarbenen Rose –, die Karten verschicken, Termine mit dem Vorjahrespfingstbrautpaar, den Jubilaren, dem Stadtrat, dem Landrat, Pfarrer, Kaplan.... finden und wahrnehmen, Veranstaltungen besuchen... Die To-do-Liste ist lang.

Dass Romy viel zu tun hat, bekommt auch ihr Hund Xaver, ein bayerischer Gebirgsschweißhund, mit, den jetzt umso mehr Papa Reinhold mit auf die Jagd nimmt. Auch zum Singen, Saxophon oder Klavier spielen hat sie derzeit keine Zeit.

Benedikt und Romy stecken mitten in den Vorbereitungen für Pfingsten. - Foto: Christina Hainzinger-Feigl

Benedikt, der als Hochbaupolier bei der Baufirma Schönberger in Chamerau arbeitet, unternimmt sonst gerne ausgiebige Motorradradtouren (und im Winter Skitouren), war schon in Rumänien, Griechenland oder der Ukraine, unter anderem mit Vorjahres-Pfingstbräutigam Nicklas „Hejterl“ Neubauer. „Wie jedes Jahr“ nimmt er sich an Pfingsten zwei Wochen Urlaub.

Dass Romy und Benedikt strukturiert vorgehen – Bene ist zum Beispiel eine gute Kalenderführung ihrer gemeinsamen Termine wichtig – und klare Vorstellung haben, schätzen die zwei aneinander. Auch bei der Auswahl der Anzüge hatte Bene klare Vorstellungen, „deshalb war der Einkauf dann gar nicht so einfach. Ab da bin ich extra – ich muss das ja dann auch anziehen.“ Romy war beim Einkaufen der drei Herren dabei. Ob sie ihre Kleider von einer Schneiderin anfertigen lässt oder in einer Boutique gekauft hat, will sie noch nicht verraten. Zu den fünf Dirndln, die sie davor schon besessen hat, sind übrigens noch sieben dazu gekommen.

Spekulationen, dass Romy Pfingstbraut wird

Nachdem die Kötztinger Gerüchteküche schon 2024 und 2025 brodelte und über Romy als Pfingstbraut spekuliert wurde, freut sich die 18-Jährige, dass es in diesem Jahr endlich so weit ist. „Das ist nämlich schon ein blödes Gefühl, wenn du ständig darauf angesprochen wirst, du aber weißt, dass du nicht Pfingstbraut bist.“

Stress oder Spaß – was überwiegt? Da ist Benedikt Aschenbrenner eindeutig: „Ich mache das gerne, das hat mir 2019 schon sehr gefallen. Man lernt viel Neues, führt intensive Gespräche und nimmt für sich selbst viel mit.“ Dem Pfingstbrautpaar 2026 ist es wichtig, dass jeder Freude am Pfingstfest hat. Deshalb wird die Marschroute für Fackel-, Burschen- und Brautzug in diesem Jahr wieder über die Bahnhofstraße führen. Vergangenes Jahr war mit dieser Tradition gebrochen worden. Für den Fackelzug hat Romy Weindl einen großen Wunsch: „Es wäre toll, wenn dafür die ganze Stadt illuminiert wäre, mit Lichterketten und ähnlichem. Das wäre dann einfach eine viel schönere Stimmung.“

Romy und Benedikt vor der Pfingstreiter-Skulptur der Künstlerin Linde Kroher im Bad Kötztinger Kurpark - Foto: Christina Hainzinger-Feigl

Von Zufällen, ersten und besonderen zweiten Malen

Am Dienstag waren sie alle gemeinsam beim Probereiten: Pfingstbräutigam Benedikt Aschenbrenner, die Brautführer Andreas Zimmerer und Maximilian Steidl, Aschenbrenners Vater Josef sowie sein Bruder Patrick. Zusammen ging’s zu Rudi Hoidn nach Obermitterdorf (Landkreis Regen), auf dessen Rössern die Aschenbrenners „schon seit zehn Jahren reiten“, sagt der Pfingstbräutigam, der auch verrät, dass sie beim Proberitt natürlich auf den „original Pferden“ geritten seien, mit denen Bräutigam und Begleiter am Pfingstmontag von Bad Kötzting nach Steinbühl und wieder zurück unterwegs sein werden.

Benedikt Aschenbrenner darf in diesem Jahr nicht nur das Tugendkränzchen entgegennehmen, sondern auch die Fahne für 25 Teilnahmen am Pfingstritt – ein Ereignis, das es so erst ein einziges Mal gegeben hat. 1992 erhielt der damalige Pfingstbräutigam Walter Pfeffer (Romy Weindls Mutter Christine war seine Pfingstbraut) zum ersten Mal in der Geschichte des Pfingstritts Tugendkränzchen und Fahne.

Eine weitere Ehre für Familie Aschenbrenner

Der Besonderheiten nicht genug, freut sich die Familie des diesjährigen Pfingstbräutigams über eine weitere Ehre. „So etwas fällt so gut wie nie zusammen – aussuchen kannst du dir das nicht, das ist Zufall“, sagt Benedikt Aschenbrenner. Er spricht damit die Auszeichnung für seinen Vater Josef an, der in diesem Jahr das Ehrenband für 50-malige Rittteilnahme erhält. Brautführer Maximilian Steidl reitet in diesem Jahr das 20. Mal beim Pfingstritt mit. Der zweite Brautführer Andreas Zimmerer sitzt beim Pfingstritt 2026 zum 4. Mal auf einem Ross. Die Jahre vor seinen Rittteilnahmen war er als Mitglied der Feuerwehr Bad Kötzting im Einsatz, etwa beim Absperren.