In 143 Metern Höhe: Arbeiter schrauben neues Rotorblatt für Windrad in Berching fest

Von Bernhard Neumayer · 27. April 2026 um 16:00

Mit einem Kran und einem Seilzug wurde am Montag der tonnenschwere Flügel für das kaputte Windrad in Berching in die Höhe gezogen. Warum sich die Anlage im Landkreis Neumarkt trotzdem noch nicht dreht und wie ein zweiter Unfall verhindert werden soll, erläutert die Firma Windpower.

Video ansehen

Vergangene Woche wurde ein neues Rotorblatt geliefert, am Montag wurde es eingebaut. Jetzt sind am Windrad zwischen Wallnsdorf und Raitenbuch wieder drei Flügel montiert – statt nur zwei. Ein Rotorblatt war am 18. März im Bürgerwindpark Berching 6 zu Boden gestürzt. Verletzt wurde dabei niemand.

Nachdem das kaputte Rotorblatt zersägt und abtransportiert wurde, wurde in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ein neuer Flügel geliefert. Dieser wurde am Boden vorbereitet, um ihn am Montag per Windensystem zur 143 Meter hohen Gondel zu ziehen.

Mit einem Seilzug wurde das Rotorblatt zum Windrad im Bürgerwindpark Berching gezogen. - Foto: Martin Bschlangaul

Rotorblatt wurde mit Seilen zum Windrad gezogen

Um das tonnenschwere Blatt in die Senkrechte zu bringen, half ein kleiner Kran mit, wie Martin Bschlangaul, Leiter der technischen Betriebsführung bei der Firma Windpower, berichtet. Ein großer Spezialkran, der bis zum Maschinenhaus reicht, war aufgrund der Seilwinden nicht notwendig.

Mit dem Seilzug wurde das Rotorblatt ab 9.15 Uhr nach oben gezogen. Als es circa zwei Stunden an der Gondel war, begannen Mitarbeiter in luftiger Höhe, den Flügel festzuschrauben.

Bis sich die Anlage wieder dreht, dauert es noch. Bschlangaul rechnet mit ein paar Tagen bis zu einer Woche. „Mit dem Montieren des neuen Rotorblatts ist ein Meilenstein geschafft“, freut er sich. Jetzt seien noch kleinere Restarbeiten zu erledigen, bis sich das Windrad wieder dreht. Unter anderem werden das Seilsystem zurückgebaut, die Pitchverstellung (System, das die Winkel der Blätter dreht) verbaut und eine Messung durchgeführt.

Nach circa zwei Stunden begannen Mitarbeiter in der Gondel des Windrades in Berching, das neue Rotorblatt festzuschrauben. - Foto: Martin Bschlangaul

Neues Überwachungssystem soll zweiten Unfall verhindern

Damit dort in Zukunft im Idealfall kein Rotorblatt mehr abstürzt, wurde laut Bschlangaul auch ein neues Überwachungssystem verbaut.