„Ein Riesen-Schlag“: Wie konnte das Rotorblatt von dem Windrad zu Boden stürzen?

Von Bernhard Neumayer, Nicole Selendt · 23. März 2026 um 03:00

Die Firma Windpower aus Regensburg sucht nach der Ursache des Unglücks im Bürgerwindpark Berching (Landkreis Neumarkt). Dort ist am Mittwoch ein 55 Meter langes und zwölf Tonnen schweres Rotorblatt von einem Windrad abgestürzt. Ein Landwirt schildert, wie sehr der Unfall die Anwohner aufwühlt.

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„Es hat einen Riesen-Schlag gemacht“, schildert ein Ohrenzeuge den spektakulären Unfall, der sich am Mittwoch gegen 9 Uhr im Bürgerwindpark Berching ereignet hat. Ein 55 Meter langes und zwölf Tonnen schweres Rotorblatt eines Windrads stürzte zwischen Wallnsdorf und Raitenbuch zu Boden.

Das Unglück, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, sprach sich in den Berchinger Ortsteilen schnell herum. Über WhatsApp wurden Bilder von dem Unfall verschickt. Diese zeigen ein stillstehendes Windrad mit nur noch zwei statt drei Rotorblättern. Das dritte Blatt liegt auf dem Boden, direkt am Fuße des Windrads.

Ein Rotorblatt fehlt: Nach dem Unfall an dem Windrad im Bürgerwindpark Berching ist schon von weitem zu erkennen, dass nur noch zwei Rotorblätter montiert sind. - Foto: Bernhard Neumayer

Wie es dazu kommen konnte, dass das Blatt abstürzt, ermitteln Mitarbeiter der Betreiberfirma Windpower aus Regensburg. Am Mittwochnachmittag waren der Geschäftsführer sowie Servicetechniker vor Ort, um sich den Schaden anzuschauen. Bis Redaktionsschluss konnte Windpower-Geschäftsführer Clemens Reichl allerdings noch keine Ursache nennen.

Betreiberfirma sucht nach der Ursache des Unglücks bei Berching

Nach ersten Erkenntnissen geht er davon aus, dass das Rotorblatt aus glasfaserverstärktem Kunststoff nicht das Problem gewesen sei. Denn das liegt nach dem Unfall quasi noch im Ganzen auf dem Boden. Reichl geht vielmehr von einem Versagen rings um das Lager aus, das um die Nabe des Windrads angebracht ist. „Das sind aber bisher alles nur Mutmaßungen“, sagt Reichl. Auch die Schadenshöhe konnte er am Nachmittag noch nicht beziffern.

Zuvor hatte die Polizei die Unfallstelle abgesperrt. Danach sei für die Beamten erst einmal nichts mehr zu tun, sagte Polizeisprecher Bernhard Rauch. Denn solange keine Gefahr für die Umwelt oder Personen bestehe oder keine Sabotage an dem Windrad zu dem Unfall geführt habe, sei die Ermittlung der Ursache eine rein betriebliche Angelegenheit.

Rotorblatt eines Windrads bei Berching stürzt zu Boden

Die Polizei Neumarkt sperrte den Unfallort bei Berching nach dem Windrad-Unglück ab. - Foto: Bernhard Neumayer

Die Firma Windpower wolle alles daran setzen, die „Ursache des Schadens des sehr ernsten Vorfalls schnellstmöglich zu klären“, betont Reichl. Dass das Rotorblatt aus Altersgründen herabgestürzt ist, glaubt der Geschäftsführer nicht. Die Anlage des Typs Senvion wurde 2012 gebaut und regelmäßig gewartet, zuletzt im November 2025, teilt Windpower mit. Die wiederkehrende, alle vier Jahre vorgeschriebene Prüfung habe planmäßig im Oktober 2023 stattgefunden. Zusätzlich sei die Windkraftanlage mit einem Blattlagerüberwachungssystem ausgestattet, das technische Defekte frühzeitig erkennen soll.

„Wahnsinn“, sagen Fußgänger, als sie gegen Mittag an der Unfallstelle vorbeikommen. Müssen sich Spaziergänger und Radfahrer nun Gedanken machen, dass ein weiteres Rotorblatt herunterkracht oder ein anderes Windrad betroffen ist? „Nein, eigentlich muss man sich keine Sorgen machen“, sagt Reichl. Zu 100 Prozent ausschließen könne man zwar nichts. Aber so ein Unglück komme sehr selten vor.

Windpower: Die Höhe des Schadens ist noch unklar

Reichl ist sehr froh, dass sich niemand verletzt hat. Man will sich gar nicht ausmalen, was hätte passieren können, wenn ein Fußgänger direkt unter dem Windrad gestanden wäre. Glücklicherweise handelt es sich laut Reichl nur um einen Flurschaden auf dem Feld sowie einen Schaden an der Anlage selbst.

55 Meter lang ist das Rotorblatt des Windrads, das in Berching zu Boden gestürzt ist. - Foto: Bernhard Neumayer

„Wir werden das Blatt ersetzen und die Anlage wieder instand setzen“, sagt Reichl. Danach werde Windpower die Anlage wieder betreiben. Doch der Schock bei den Nachbarn aus Raitenbuch und Wallnsdorf bleibt erst einmal.