Reduzieren Nachbarn ihre Flächen für Windräder stärker als der Landkreis Neumarkt?

Von Wolfgang Endlein · 2. Dezember 2025 um 15:00

Der Regionale Planungsverband, zu dem Beilngries gehört, hat jüngst die potenziellen Flächen für Windkraft-Vorranggebiete verringert. Bei Leserin Kerstin Steindl aus Neumarkt wirft das die Frage auf, warum die Nachbarregion anders als der Landkreis Neumarkt und dessen Planungsverband handele? Doch der Eindruck täuscht.

Ende Oktober hat der regionale Planungsverband in der Region zehn getagt, zu der unter anderem der Landkreis Eichstätt und Beilngries gehören. Er plant wie viele Planungsverbände aktuell im Auftrag des Freistaats den gesetzlich vorgeschriebenen Ausbau der Flächen für Windkraft. Bayern muss bis Ende 2032 1,8 Prozent seiner Fläche für Windräder zur Verfügung stellen. Der Freistaat hat die Planung dafür an die Planungsregionen weitergegeben.

Diese untersuchen ihr jeweiliges Gebiet auf geeignete Flächen. Diese sollen dann zu Vorrangflächen werden, in denen der Bau von Windrädern baurechtlich privilegiert und damit einfacher möglich ist. Auf allen anderen Flächen einer Planungsregion wird es dann hingegen nur noch sehr schwer möglich sein, ein Windrad zu verwirklichen.

Um die endgültigen Vorranggebiete zu finden, filtern die Planungsverbände in mehreren Runden anhand von Ausschlusskritieren ihre Gebiete. Die Kriterien decken verschiedene Bereiche ab. Beispielsweise Abstände zu Siedlungen, militärische Belange, Arten- und Naturschutz, Wasserschutz und Denkmalschutz. Kommunen, Behörden, Verbände und Bürger können im Laufe des Prozesses mehrfach Stellung nehmen.

Vorranggebiete im Landkreis Neumarkt sind ab Anfang 2026 rechtlich gültig

Die Planungsregion zehn war mit potenziellen Vorranggebieten im Umfang von vier Prozent der Gesamtfläche in den Planungsprozess gestartet. Nachdem nun inzwischen die Öffentlichkeit zum ersten Mal beteiligt wurde, hat der Planungsverband die Flächen weiter gefiltert und steht nun bei 2,72 Prozent. Dabei wird es aber nicht bleiben, wie Eric Fischer erklärt. Er ist der Geschäftsführer des Planungsverbands, der am Landratsamt Eichstätt angesiedelt ist. Ziel sei ein Flächenbeitrag von ca. 1,8 Prozent.

Der Planungsverband der Region elf, zu der der Landkreis Neumarkt gehört, ist weiter. Er hat bereits in mehreren Schritten den anfangs größeren Flächenbestand gefiltert und auf 1,8 Prozent reduziert.

Die dabei angelegten Kriterien seien bayernweit durch einen Katalog ziemlich einheitlich, erklärt Michael Gottschalk, der Geschäftsführer des Planungsverbandes der Region elf, der am Landratsamt Neumarkt sitzt.

Die auf diese Weise im Landkreis Neumarkt und der ganzen Planungsregion elf erarbeiteten Vorranggebiete prüft die Regierung der Oberpfalz aktuell. Sie muss den Regionalplan für Windkraft genehmigen. Erst dann sind die Vorranggebiete offiziell fix. Laut Michael Gottschalk könnte das im ersten Quartal des kommenden Jahres der Fall sein. Das alles steht der Planungsregion zehn noch bevor. Auch dort werden die Flächen weiter verringert – aber es ist auch klar: Es wird Vorranggebiete für Windräder geben.