Nach Windrad-Unfall in Berching: Arbeiter zersägen kaputtes Rotorblatt

Von Bernhard Neumayer · 17. April 2026 um 19:00

Genau einen Monat ist es jetzt her, dass ein Rotorblatt eines über 140 Meter hohen Windrads in Berching zu Boden gefallen ist. Seitdem lag der verbogene Flügel auf dem Acker im Landkreis Neumarkt. Jetzt hat ihn eine Spezialfirma zersägt. Wie es im Bürgerwindpark Berching nun weitergeht, schildert die Firma Windpower.

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Ursprünglich sollten die Aufräumarbeiten im Bürgerwindpark Berching 6 schon vor über zwei Wochen starten. Doch bis die gesamte Truppe zusammen war, habe es doch etwas länger gedauert, sagt Windpower-Geschäftsführer Clemens Reichl.

Diese Woche war es aber soweit, sagt Reichl: Circa zehn Personen seien im Einsatz gewesen, um alle Teile aufzusammeln. Das nach eigenen Angaben weltweit führende Unternehmen in der Schadensanierung und -wiederherstellung mit Sitz in Duisburg entsorgt die Materialien laut Reichl fachgerecht.

Nach dem Windrad-Unglück in Berching fanden diese Woche Aufräumarbeiten statt. Die kaputte Hälfte des Lagers ist in zwei Halbringe gebrochen. - Foto: Simon Fröhler

Seinen Angaben zufolge wird das herabgestürzte Rotorblatt nun zu einer Entsorgungsfirma nach Eisleben gebracht. Zuvor musste der Flügel, der teilweise vier Meter tief im Boden gesteckt hatte, zersägt werden – je nach Stück mit einer Diamantseilsäge oder einem Trennschleifer. Alles mit Wasser gebunden, damit nichts staubt.

Windpower forscht weiter an der Ursache des Absturzes

Das 55 Meter lange und zwölf Tonnen schwere Rotorblatt des Windrads in Berching wurde in Kleinteile zerlegt. - Foto: Simon Fröhler

Der Boden wurde dabei mit Malervlies ausgelegt, damit keine Teile in den Acker gelangen, sagt Reichl, der von der professionellen Arbeit des Unternehmens sehr angetan war, wie er betont. Am Montag sind die Arbeiter angerückt, am Dienstag wurde aufgebaut, am Mittwoch und Donnerstag wurde das Rotorblatt zerlegt und am Freitag wieder abgebaut.

Unterdessen erhofft sich der Windpower-Geschäftsführer weitere Erkenntnisse. Was letztlich der ausschlaggebende Grund war, warum das Lager gebrochen ist, sei nach wie vor unklar. Die schadhafte Hälfte des Lagers sei in zwei Halbringe zerbrochen, die der Gutachter am Freitag vor Ort inspizierte. „Diese werden nun in einem Labor untersucht.“

Von 22. auf 23. April soll ein neues Rotorblatt nach Berching geliefert werden

Während das passiert, arbeitet Windpower daran, das Windrad wieder in Betrieb zu nehmen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (22. auf 23. April) soll ein neuer Flügel in Berching angeliefert werden. Wann er an der Anlage montiert wird und sich das Windrad wieder dreht, ist aber noch unklar.