Windpower: Das Windrad in Berching hätte automatisch stoppen müssen

Der Unfall an einem Windrad im Bürgerwindpark Berching (Landkreis Neumarkt) beschäftigt die Firma Windpower auch knapp zwei Wochen danach noch. Jetzt liegen Ergebnisse eines ersten Gutachtens vor – das interessante Erkenntnisse bringt.
Wie berichtet, stürzte am 18. März ein rund 55 Meter langes und zwölf Tonnen schweres Rotorblatt von einem über 140 Meter hohen Windrad zwischen Wallnsdorf und Raitenbuch zu Boden.
Die Betreiberfirma Windpower teilt nun auf Nachfrage unserer Zeitung mit, dass das Überwachungssystem den Riss im Kugellager eigentlich hätte erkennen müssen. „Wäre der Defekt erkannt worden, hätte das System das Windrad automatisch gestoppt“, teilt eine Sprecherin des Regensburger Unternehmens mit.

Vor ein paar Jahren hatte die Überwachungseinrichtung bei einem typengleichen Windrad – ebenfalls in der Gemeinde Berching – einen Riss im Kugellager eines Rotorblatts erkannt. „Da hat unser System ausgelöst, die Anlage gestoppt und wir konnten reagieren“, sagte die Sprecherin. In einer spektakulären Aktion tauschten Arbeiter im Juli 2022 mit einer Seilwinde das Rotorblatt damals aus.
Warum das System dieses Mal nicht anschlug, ist noch unklar. Weil kein Defekt erkannt wurde, vergrößerte sich der Riss am Blattlager (Kugellager), dem Verbindungsstück zwischen dem Flügel und der Nabe. Der Schaden führte dazu, dass das riesige Rotorblatt vor zwei Wochen auf den Boden krachte – und glücklicherweise niemanden verletzte.
Windrad bei Berching: Kaputtes Rotorblatt wird zersägt

Während Windpower mit Experten weiterhin daran forscht, wie der Schaden entstanden ist, laufen im Bürgerwindpark die Aufräumarbeiten. Dabei wird auch das Gegenstück des Blattlagers geborgen, welches ebenfalls begutachtet wird, um die exakte Unfallursache festzustellen, teilt Windpower mit. Ab Mittwoch, 31. März, soll zudem das abgestürzte Rotorblatt zersägt werden.
Des Weiteren werde die gesamte Anlage einem umfangreichen Check unterzogen, um Folgeschäden ausschließen zu können, schreibt Windpower. „Sollten solche nicht festzustellen sein, könnte das Windkraftwerk in den kommenden Wochen bereits repariert und wieder in Betrieb genommen werden.“

Der Wartungspartner der Betreiberfirma hat nach Angaben von Windpower ein typengleiches Rotorblatt auf Lager. „Daher könnte es bei positivem Gutachten tatsächlich sehr schnell gehen mit der Wiederinbetriebnahme, worüber wir und die am Kraftwerk beteiligten Bürgerinnen und Bürger sich natürlich sehr freuen würden“, schreibt eine Sprecherin des Unternehmens.