Er traf Weltstars wie Lionel Richie und Bruce Willis – nun bedient er Gäste im Engelwirt in Berching

Von Bernhard Neumayer · 22. April 2026 um 05:00

Weltstars, Nobelhotels und außergewöhnliche Wünsche – das war für Dominik Gschneidinger Alltag. Er arbeitete unter anderem in München, Mailand und Las Vegas und begegnete dort Lionel Richie, Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger. Welche Erfahrungen er mit den Promis gemacht hat und warum der 38-Jährige jetzt lieber im Engelwirt in Berching (Landkreis Neumarkt) Wünsche von Gästen erfüllt, erzählt der Sohn eines Bäckers.

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Den Namen Gschneidinger verbinden viele Neumarkter mit der Familienbäckerei. In der Backstube am Viehmarkt düste der kleine Dominik mit dem Bobby-Car durch die Beine des Bäckermeisters und half später mit, als er etwas älter war. Doch von Neumarkt zog es Dominik Gschneidinger nach dem Abitur am WGG hinaus in die Welt.

Er ist einer der Söhne der Neumarkter Bäckerei Gschneidinger

Zuerst absolvierte er ein freiwilliges soziales Jahr in einer Kita nahe München. Windeln wechseln, Kindern beim Essen helfen und mit ihnen spielen: „Das war eines meiner besten Jahre“, sagt Gschneidinger. Dennoch schlug er eine andere Richtung ein. „Ich habe gemerkt, dass mir die Schicksale der Kinder zu nahe gehen.“

Gschneidinger erfüllte absurde Wünsche von Gästen

Und da Gschneidinger gerne kocht, isst und unter Menschen ist, sei er auf die Hotellerie gestoßen. Seine Ausbildung zum Hotelfachmann absolvierte er bei Mandarin Oriental, einem Fünf-Sterne-Hotel in München. Mehrere Jahre verbrachte Gschneidinger dort, unter anderem arbeitete er als Concierge.

Dabei saß er an der Rezeption des Hotels, in dem eine Präsidentensuite 10.000 Euro pro Nacht kostete, und erfüllte die teils absurden Wünsche der Gäste. Gschneidinger erinnert sich an einen Mann aus Russland. Zuerst habe er dessen Flug umbuchen müssen, dann einen Limousinenfahrer organisiert und danach Würstchen besorgen müssen. „Der Gast wollte 50 Würste mit in den Flieger nehmen“, erzählt Gschneidinger, der damals einen Kollegen zum Metzger, einen anderen in einen Einkaufsladen geschickt hatte. Denn die Würste sollten während des Flugs in einer mobilen Truhe gekühlt werden.

Ein anderer Gast wollte mit einem Helikopter zum Schloss Neuschwanstein fliegen. Auch das habe Gschneidinger möglich gemacht, erzählt er. Und dann wären da noch die Begegnungen mit Weltstars wie Lionel Richie, Pink, Arnold Schwarzenegger und Bruce Willis. „Am beeindruckendsten war für mich, dass sie im Grunde ganz normale Menschen wie du und ich waren“, erzählt Gschneidinger.

Bruce Willis, Arnold Schwarzenegger und Pink getroffen

Willis sah er mit Frau, Kind und Buggy vor dem Hofbräuhaus in München („Er war die ganze Zeit darauf bedacht, dass es seiner Familie gut geht.“), Schwarzenegger schüttelte er beim Frühstück die Hand. Und Pink saß – umringt von ihrem gefühlt 2,10 Meter großen Bodyguard – im Schneidersitz auf dem Teppichboden in der Hotelbar und spielte mit ihrer damals circa einjährigen Tochter.

Lionel Richie wollte unbedingt einen Frack anziehen

Und über Lionel Richie erzählt der Neumarkter eine lustige Anekdote. Als der Weltstar vor seinem Konzert in München den Concierge in der Uniform des Hotels sah, wollte er auch unbedingt einen Frack. „Also bin ich in die Wäscherei des Hotels, habe ihm einen Frack in seiner Größe herausgesucht und ihm diesen gebracht.“

Teenager belagerten Hotel wegen Justin Bieber

Gschneidinger könnte noch viel mehr erzählen, zum Beispiel über kreischende Teenager, die das Hotel belagerten, weil dort Justin Bieber nächtigte. Aber der 38-Jährige will keinen großen Aufriss um seine Person machen. Er hat in den Hotels – ob in München, Mailand, Las Vegas oder aushilfsweise zwei Wochen in New York – lediglich seinen Job erledigt. Nach München und Mailand lotste ihn ein Kumpel nach Las Vegas. Denn die Kette Mandarin Oriental betreibt mehrere Luxushotels weltweit.

Nach Corona entschied sich Gschneidinger aber dazu, wieder nach Deutschland zu ziehen. Bei seinem künftigen Arbeitgeber, Topgolf Oberhausen, einem Sport-Entertainment-Komplex, in dem man Golfabschläge üben kann, lernte er schließlich seine Partnerin kennen, die er vergangenes Jahr geheiratet hat.

München oder Las Vegas: Das war alles schön und gut. Aber Neumarkt ist meine Heimat.Dominik Gschneidinger

Während die Frau mit ihren beiden Kindern in Oberhausen lebte, pendelte er mittlerweile nach Wien, weil Topgolf dort eine neue Stelle für ihn hatte. Doch diese Entfernung war für Gschneidinger auf Dauer nicht machbar. Wenn er mit seiner Frau in seiner Heimat Neumarkt Halt machte, fragten die Kinder, warum sie eigentlich nicht nach Neumarkt ziehen.

Gschneidingers Familie und Freunde leben in der Oberpfalz und so war es ein leichter Entschluss für ihn, in seinem Geburtsort zurückzukehren. Und nun arbeitet Gschneidinger seit Februar als Operations Manager im Engelwirt in Berching und unterstützt Chefin Stephanie Zink.

„München oder Las Vegas: Das war alles schön und gut. Aber Neumarkt ist meine Heimat“, sagt Gschneidinger.