Verkauf des Regensburger Fidelis-Klosters: Schule und Pfarrei weiter in Warteschleife

Von Walter Schießl · 19. April 2026 um 10:00

Auch nach mehr als zwei Jahren ist im beabsichtigten Kauf des ehemaligen Klosters von St. Fidelis in Regensburg durch die Stadt kein Ende in Sicht. Wann und ob es zu einem Kauf durch die Stadt kommt, ist weiter unklar. Das Gymnasium braucht dringend Räume, die Pfarrei Geld für die Sanierung der Kirche Herz Marien.

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Auch nach mehr als zwei Jahren ist im beabsichtigten Kauf des ehemaligen Klosters von St. Fidelis durch die Stadt kein Ende in Sicht. Zwar ist das in Auftrag gegebene Gutachten fertig und weitere Gebäudeuntersuchungen sind gemacht, aber, so Stadt-Pressesprecherin Juliane von Roenne-Styra, eine konkrete zeitliche Prognose über den Abschluss der Verhandlungen könne nicht gemacht werden.

Gekauft werden sollen die ehemalige Kirche und das Studentenwohnheim, um dem aus den Nähten platzenden Goethe-Gymnaisum Raum zu verschaffen. Der erste Teil des Klosters war in den 90er Jahren von der Stadt erworben worden, seitdem werden dort 22 Klassen der Schule unterrichtet.

Pfarrei will Kirche Herz Marien sanieren

Pfarrer Heinrich Börner bräuchte dringend das Geld, um die Sanierung des Untergeschosses der Herz-Marien-Kirche beenden zu können, und Bernhard Rothauscher, Leiter des Goethe-Gymnasiums, benötigt die zusätzlichen Räume, um der auf 1489 Schüler gewachsenen Einrichtung mehr Platz zu verschaffen. Als Notlösung hatte die Stadt im vergangenen Jahr fünf Unterrichts-Container im Innenhof des ehemaligen Klosters aufstellen lassen.

Die Container dürfen im Innenhof des Klosters übergangsweise stehen bleiben. - Foto:

Der Schulleiter des Gymnasiums, das nur durch die Uhlandstraße vom früheren Kloster getrennt ist, hatte schon vor zehn Jahren die Idee, doch im westlichen Teil des Klosters zusätzliche Räume für die Schule zu akquirieren. „Wir haben schon damals festgestellt, dass der Raumbedarf an der Schule steigen wird und beim Pfarrer angefragt“, erzählt Rothauscher. Doch damals gab es noch kein Placet von Kirchenseite. Das kam schließlich vor drei Jahren, als Pfarrer Heinrich Börner dem 105 Jahre alten Gotteshaus wegen der sinkenden Zahlen an Gläubigen den liturgischen Gebrauch entzog und es zum Verkauf anbot, denn schließlich benötigte die Pfarrei Herz Marien Geld für die Kirchensanierung. Gespräche mit der Stadt führte Börner aber schon seit 2021.

Untersuchungen sind am Laufen

Ein Jahr lang wartete man auf eine Expertise, die der Gutachter-Ausschuss der Stadt anfertigte. Zum Jahresende 2025 lag das Schriftstück auf dem Tisch, weitere Untersuchungen wurden seitdem gestartet. Schulleiter Bernhard Rothauscher hat seine Nutzungsideen zu Papier gebracht und diese der Stadt mitgeteilt. Demnach könnten der südliche Teil des ehemaligen Studentenheims in vier Klassenzimmer umgewandelt und der nördliche Teil für eine Ganztagsbetreuung verwendet werden. Die Kirche selbst müsste schon aus Denkmalschutzgründen Kirche bleiben.

„Dort könnten beispielsweise Adventsandachten abgehalten oder auch mal Konzerte stattfinden“, sagt der Schulleiter. Aber die Umbauarbeiten würden länger dauern, müssten doch Durchgänge zum anderen Klostertrakt geschaffen, der Brandschutz verbessert und Wände aus den Räumen herausgerissen werden.

Der Zeitpunkt für einen Einzug des Gymnasiasten in den Trakt steht somit weiter in den Sternen. „Das Ende des Umbaus kann nicht abgeschätzt werden, da mit den Planungen noch nicht begonnen wurde“, teilt Juliane von Roenne-Styra mit. Und es gebe Nutzungsideen der Schule, die jedoch erst im Rahmen des Planungsprozesses konkretisiert werden, fügt sie an. Beim angestrebten Kauf des Areals gehe es in erste Linie um die Sicherung des Schulstandorts. Daher, sagt von Roenne-Styra, werden sich die baulichen Maßnahmen auf nötige Sicherungsmaßnahmen und eine Ertüchtigung von Teilflächen für die schulische Nutzung beschränken.

Laut Anton Schels von der Kirchenverwaltung Herz Mariens hängt der Klosterverkauf eng mit der Zukunft der Pfarrei zusammen. „Denn das Geld wird für die Sanierung des Untergeschosses dringend gebraucht“, sagt er.

Zum Gebäude:

Architektur: Das Goethe-Gymnasium wurde ebenso wie das Kloster St. Fidelis Anfang des vergangenen Jahrhunderts vom Regensburger Architekten Heinrch Haubenrisser geplant. Gottesdienste wurden bis in die 70er Jahre hinein von den Patres gefeiert, bis sich die Mönche schließlich 1991 verabschiedeten.

Fortbestand: Den größeren Teil des Gebäudes kaufte dann vor mehr als 30 Jahren die Stadt, um den Fortbestand der Schule zu sichern. 22 Klassen werden dort seit vielen Jahren unterrichtet. Der restliche Klosterteil sowie die Kirche St. Fidelis gehören immer noch der Pfarrei Herz Marien.